Altstadt von Pula, Kroatien

In der schmucken Altstadt von Pula überwiegen zwischen netten Cafés und historischen Festungsanlagen die prachtvollen Bauten der römischen Antike - © FRASHO / franks-travelbox
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In der schmucken Altstadt von Pula überwiegen zwischen netten Cafés und historischen Festungsanlagen die prachtvollen Bauten der römischen Antike, unter anderem eines der weltgrößten Amphitheater.

Das malerische Pula ist der größte Ort in Istrien, Kroatien, der vor allem durch seine aufregende architektonische Mischung beeindruckt, die Römer, Byzantiner, Venezier, Österreicher und Italiener im Lauf der Epochen hinterlassen haben. Das Amphitheater von Pula, welches zu den größten der Welt zählt, der Triumphbogen der Sergier und das römische Forum verliehen Pula zwar den Ruf als Stadt römischer Altertümer, doch neben den römischen Baudenkmälern finden sich in Pula auch der ehemalige Hauptkriegshafen Österreich-Ungarns oder das venezianische Rathaus aus dem späten 13. Jahrhundert. Dank moderner Hochhäuser und luxuriöser Hotels gleicht ein Spaziergang durch Pulas Altstadt einer Zeitreise von der Antike bis heute.

BILDER: Altstadt von Pula

Besichtigung von Pulas Altstadt

Das berühmte Amphitheater von Pula ist nicht nur die zentrale Sehenswürdigkeit von Pula, sondern auch der ideale Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Altstadt. Einerseits stehen in seiner Umgebung ausreichend Parkplätze zur Verfügung und andererseits präsentiert sich Pulas Altstadt hier gleich von ihrer spektakulärsten Seite.

Tipp: Wer am anderen Ende von Pulas Altstadt parken möchte, kann sein Auto auch am Trg Republike abstellen und den Rundgang am Narodni Trg beginnen.

Amphitheater von Pula

Die „Arena“, wie das Amphitheater von Pula auch genannt wird, liegt außerhalb der Altstadtmauer und zählt zu den größten der Welt. Wie auch das weltbekannte Kolosseum in Rom wurde es von Kaiser Vespasian errichtet und fasste einst 23.000 Zuschauer. Mit dem Pula Spielfilm Festival findet im Amphitheater bis heute eines der ältesten Filmfestivals der Welt statt.

Das eindrucksvolle Amphitheater von Pula, Kroatien, wurde 2 vor bis 14 nach Christus errichtet und unter Kaiser Vespasian erweitert - © FRASHO / franks-travelbox
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Stadttore von Pula

Wendet man sich auf der Amfiteatarska Ulica in Richtung Süden, erreicht man nach wenigen Metern die ehemalige Stadtmauer von Pula mit dem mächtigen Stadttor Porta Gemina aus dem 2. Jahrhundert, hinter dem das Archäologische Museum Istriens liegt. Gleich daneben folgt mit dem eher schlichten Herkules-Tor aus dem 1. Jahrhundert das nächste Stadttor im historischen Mauerring. Einst gewährten zehn Tore den Zugang zur Stadt.

Triumphbogen der Sergier

Der Giardini folgend erreicht man bald den baumbestandenen Korzo Giardini, sowie das nächste Highlight von Pulas Altstadt. Der Triumphbogen der Sergier wurde um 30 vor Christus nach der Schlacht von Actium damals noch innerhalb der Stadtmauer errichtet und Sergius Lucius, dem Tribunen der 29. Legion, gewidmet. Das Haus rechts daneben beherbergte 1904 bis 1905 den irischen Schriftsteller James Joyce, der damals im Alter von 23 Jahren als Englisch-Lehrer in Pula lebte. Ein Bronze-Denkmal vor dem Café Uliks erinnert heute noch an seinen Aufenthalt.

Der Triumphbogen der Sergier in der Altstadt von Pula wurde um 30 vor Christus nach der Schlacht von Actium errichtet, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Grünmarkt auf dem Narodni trg

Wendet man sich auf der Anticova Ulica nach links erreicht man den umfangreichen Grünmarkt auf dem Narodni trg, der mit frischen Produkten aus dem Hinterland, Imbissständen, netten Cafés und einer historischen Markthalle aus dem Jahr 1903 sowohl kulinarische als auch historische Sehenswürdigkeiten bietet. Mit seinem Angebot an Bananen, Feigen, Honig, Käse, Fisch und Fleisch gilt der Markt als einer der schönsten und günstigsten der Region.

Kapelle Marije Formoze

Wieder retour mündet die Anticova Ulica in die stark befahrene Uferstraße Flaciusova Ulica, an der die Kapelle Marije Formoze liegt. Sie ist der klägliche Überrest der einst stattlichen frühbyzantinischen Basilika Santa Maria Formosa aus dem 6. Jahrhundert.

Das Römische Forum in Pula verströmt mit seinen zahlreichen antiken Bauten und einladenden Cafés ein ganz besonderes Ambiente, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Forum und Augustus-Tempel

In der Biegung von der Flaciusova Ulica in die Küstenstraße Riva liegt das Römische Forum, der Trg Kapitolinski, der mit seinen zahlreichen antiken Bauten und einladenden Cafés ein ganz besonderes Ambiente verströmt.

Das bemerkenswerteste Gebäude am heutigen Kapitolsplatz ist der Tempel der Roma und des Augustus. Der Tempel, dem seine acht Meter hohen korinthischen Säulen besondere Eleganz verleihen, wurde um 14 nach Christus vollendet und ist dank der spätantiken Umwandlung in eine Kirche bis heute ausgezeichnet erhalten. In seinem Inneren können römische Skulpturen besichtigt werden.

Gleich neben dem Augustus-Tempel thront mit einer hübschen Arkadenvorhalle das venezianische Rathaus von Pula, welches 1296 erbaut wurde. An seiner Rückseite sind die Überreste zweier weiterer antiker Bauten, des Diana-Tempels und des Kapitolstempels, zu erkennen.

Ulica Sergijevaca

Die sehenswerte Ulica Sergijevaca zwischen Forum und dem Triumphbogen der Sergier ist die bekannteste Flaniermeile von Pulas Altstadt, Kroatien - © James Camel / franks-travelbox
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Vom Forum direkt zurück zum Triumphbogen der Sergier führt die sehenswerte Flaniermeile Ulica Sergijevaca, die von internationalen Handelsketten, Fastfood-Restaurants und historischen Fassaden gesäumt wird. Die erste Straße rechts nach dem Forum führt zu einem Gebäude mit einem komplett erhaltenen Römischen Bodenmosaik aus dem 3. Jahrhundert, welches auf einer Fläche von 12 mal 6 Metern die mythologische Erzählung „Bestrafung der Dirka“ zeigt.

Die frühgotische Franziskanerkirche Sveti Franje aus dem 13./14. Jahrhundert in Pula liegt ganz in der Nähe der Flaniermeile Ulica Sergijevaca, Kroatien - © James Camel / franks-travelbox
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Über die erste Straße links gelangt man zur frühgotischen Franziskanerkirche Sveti Franje aus dem 13./14. Jahrhundert. Sie beeindruckt vor allem durch ihr romanisch-gotisches Eingangsportal und ihren schönen Kreuzgang. Vorbei an der Kirche Sveti Franje geht es weiter nach oben auf den Hügel bis zum Kastell.

Kastell von Pula

Die imposante Festung von Pula stammt aus dem Jahr 1632, als die Venezier über die Region herrschten. Bereits zuvor befanden sich auf dem Hügel eine istrische Burg und einige frühchristliche Kirchen. Erbauer der Festung war der Franzose Antoine de Ville, der die neuesten Erkenntnisse der französischen Festungsbaukunst bis ins venezianische Pola mitbrachte.

Das mächtige venezianische Kastell auf einem der Hügel von Pula stammt wurde im frühen 17. Jahrhundert von den Veneziern errichtet, Kroatien - © FRASHO / franks-travelbox
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Neben den altehrwürdigen Mauern ist im Kastell von Pula auch das Museum der Geschichte Istriens zu besichtigen, welches vor allem die Vergangenheit des regionalen Schiffbaus und das Militär in der k.u.k-Zeit beleuchtet. Von den Wehrmauern der eindrucksvollen Bastion bietet sich ein herrlicher Rundblick über die Altstadt von Pula.

Kathedrale Maria Himmelfahrt

Wer sich beim Abstieg vom Festungshügel rechts hält, erreicht an der malerischen Riva die Kathedrale Maria Himmelfahrt. Die schmucke Kirche mit dem freistehenden Glockenturm wurde bereits im 5. Jahrhundert begonnen und bis zu ihrer Vollendung im Jahr 1707 immer wieder erweitert

Die Kathedrale Maria Himmelfahrt in Pula, Kroatien, wurde im 5. Jahrhundert begonnen und bis zu ihrer Vollendung im Jahr 1707 immer wieder erweitert - © James Camel / franks-travelbox
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Zuvor befanden sich an ihrem Standort ein Jupiter-Tempel und danach eine Basilika. Im Inneren der Marien-Kathedrale ist vor allem der Kontrast zwischen den spätantiken Fenstern im Mittelschiff und den gotischen Fenstern in den beiden Seitenschiffen bemerkenswert. Hinter der Kathedrale führt die Kandlerova Ulica wieder zum Amphitheater, dem Ausgangspunkt des Rundgangs.

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