Nationalpark Đerdap, Serbien

Blick in das Donautal im Derdap Nationalpark in Serbien - © Ulrich Mueller / Shutterstock
© Ulrich Mueller / Shutterstock

Der Nationalpark Đerdap im Osten Serbiens hält neben einer faszinierenden Natur auch die größte Flussklippenlandschaft Europas und eindrucksvolle Jahrtausende alte archäologische Funde bereit.

Der Nationalpark Đerdap („Eisernes Tor”) im Osten Serbiens in den Bezirken Bor und Braničevo enthält neben einer spektakulären Tier- und Pflanzenwelt und faszinierenden archäologischen Funden die größte und eindrucksvollste Flussklippenlandschaft in ganz Europa. Mittlerweile zählt der Nationalpark Đerdap zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Serbiens.

BILDER: Đerdap-Nationalpark

 

Der Nationalpark Đerdap liegt an der Donau, die als Grenzfluss zu Rumänien fungiert, und umfasst eine Fläche von über 60.000 Hektar. Gleich über der Grenze in Rumänien liegt der benachbarte gleichnamige Naturpark „Eisernes Tor”. Beide Naturschutzgebiete sollen in Zukunft ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat bilden, um die einzigartige Flora und Fauna im serbisch-rumänischen Donauraum zu schützen. Dabei handelt es sich um über 1.000 Pflanzenarten und seltene oder bedrohte Tierarten wie Braunbären, Wölfen, Goldschakalen, Luchsen, Wildschweinen, Schwarzstörchen und mehrere Eulenarten.

Schluchten und Klippen

Doch nicht nur die Artenvielfalt, auch die Landschaft des Đerdap-Nationalparks hat es in sich. Die Donau hat hier auf ihrem Weg durch die südwestlichen Karpaten die größten und spektakulärsten Schluchten und Pässe Europas geschaffen.

Die Djerdap Gorge im Nationalpark Đerdap in Serbien, bekannt unter „Eisernes Tor", ist ein über 130km langes Tal, durch das sich die Donau schlängelt - © Slavica Stajic / Shutterstock
© Slavica Stajic / Shutterstock

Die Djerdap Gorge, bekannt unter „Eisernes Tor”, ist ein über 130km langes Tal, im dem sich die Donau nach Rumänien schlängelt. In engen Windungen durch schroffe Gipfel führt es bis zum Đerdapska klisura, dem größten Pass Europas. Seine vier Furchen sind durch atemberaubende Schluchten mit 300m hohen Klippen getrennt. Einer der Flüsse, der Gospođin vir, ist mit unglaublichen 82m einer der tiefsten Flüsse der Welt. Die Wassermassen der Donau zwängen sich hier durch eine Flussenge von nur 150 Metern. Am eindrucksvollsten sind die Schluchten des Đerdap-Nationalparks sicherlich mit dem Schiff zu erleben.

Jahrtausendealte Funde

Und als ob das noch nicht genug wäre, kann der Đerdap-Nationalpark auch noch mit spektakulären archäologischen Funden aufwarten. Im Tal von Lepenski Vir an der großen Stromschnelle in der Mitte des Eisernen Tors stießen Archäologen auf eine komplette Siedlung aus dem 7. Bis 5. Jahrtausend vor Christus. Erstaunlich gut erhaltene Fundamente der Häuser und Plätze sowie zahlreiche Figuren geben hier den Forschern wertvolle Hinweise auf das Leben vor fast zehntausend Jahren. Hier ist – auf der rumänischen Seite des Donaukessels – die 40m hohe Statue des Dakerkönigs Decebalus zu finden, die höchste Felsskulptur in Europa.

Die „Tafel des Trajan“, eine Inschrift, die zum Andenken an den Bau des Straßenabschnitts der römischen Donausüdstraße, auch „Trajan-Straße“ genannt, in den Berg gemeißelt wurde, Serbien - © mares / Shutterstock
© mares / Shutterstock

Ebenfalls am Eisernen Tor befindet sich die Tabula Traiana, die „Tafel des Trajan”, eine Inschrift, die zum Andenken an den Bau des Straßenabschnitts der römischen Donausüdstraße, auch „Trajan-Straße” genannt, in den Berg gemeißelt wurde. Ebenfalls ein Vermächtnis des römischen Kaisers Trajan sind die Überreste der von Apollodor von Damaskus errichteten Trajansbrücke, die schon im ersten Jahrhundert nach Christus über die Donau führte und das heutige Serbien mit Rumänien verband. Auch die beeindruckende Festung Golubac, deren 8 bis zu 30m hohe Türme sich direkt am Ufer der Donau an einen Felsen klammern, ist spektakulär anzusehen und gilt als bedeutendes kulturelles Erbe.

In der Stadt Kladovo werden die Wassermassen der Klammen im gigantischen Đerdap-Kraftwerk und einem ebenso imposantem Stausee zur Stromerzeugung genutzt, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien. Der See hat sich mittlerweile zu einem eigenen Touristenzentrum entwickelt, an dem im Sommer gebadet werden kann. Auch für Übernachtungsmöglichkeiten innerhalb des Derdap-Nationalparks ist gesorgt, die meisten Hotels befinden sich um den Stausee.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Nationalparks Derdap