Alte Brücke („Stari Most“) in Mostar, Bosnien-Herzegowina

Die Alte Brücke („Stari Most“) in Bosnien-Herzegowina zählt seit 2005 als Symbol der Versöhnung und internationalen und interkulturellen Zusammenarbeit zum Weltkulturerbe der UNESCO - © LianeM / Fotolia
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Die Alte Brücke („Stari Most“) in der bosnischen Stadt Mostar war einst eines der eindrucksvollsten Bauwerke der Welt und steht nach ihrer Zerstörung im Bürgerkrieg für Wiederaufbau und Versöhnung.

Die Alte Brücke („Stari Most”) in Bosnien-Herzegowina befindet sich in der Stadt Mostar im Süden des Landes, die auch nach dem eindrucksvollen Denkmal aus dem 16. Jahrhundert benannt wurde. Sie gilt als geschütztes Kulturgut und zählt seit 2005 als Symbol der Versöhnung und internationalen und interkulturellen Zusammenarbeit zum Weltkulturerbe der UNESCO.

BILDER: Stari Most (alte Brücke) in Mostar

 

Die Alte Brücke liegt mitten in der Stadt und überspannt den Fluss Neretva in knapp 20m Höhe. Er verbindet damit den eher bosnisch geprägten mit dem kroatisch anmutenden Teil von Mostar. Darüberhinaus ist die Stari Moste ein Symbol für die Verbindung zwischen Ost und West, Katholiken und serbisch-orthodoxen, Christentum und Islam.

Die prachtvolle Bogenbrücke wurde in den Jahren 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin, Schüler des bekannten osmanischen Architekten Mimar Sinan, errichtet. Den Auftrag dazu gab der osmanische Sultan Süleyman I. der Prächtige, um eine nahezu lebensgefährliche hölzerne Hängebrücke zu ersetzen. Angeblich testete Mimar Hajrudin den herausfordernden Bau der Stari Most zuerst an einem kleineren Modell, das heute noch als Kriva Ćuprija über dem Fluss Radobolja zu sehen ist.

Die prachtvolle Stari Most in Bosnien-Herzegowina wurde von 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin errichtet - © Nenad Basic / Shutterstock
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Die Stari Most ist 4m breit und war mit einer Länge von knapp 30m der damals weiteste von Menschenhand erschaffene Steinbogen der Welt. Eine Meisterleistung der damaligen Ingenieurskunst. Die Verbindung der einzelnen Steinteile erfolgte mit Zapfen und Klammern, die von außen nicht sichtbar sind, wodurch die Alte Brücke ihr vollkommenes Erscheinungsbild erhält. Von beiden Seiten wird sie vom Helebija-Turm und dem Tara-Turm, den so genannten Brückenwächtern („mostari”), flankiert.

Die Alte Brücke liegt mitten in der Stadt Mostar und überspannt den Fluss Neretva in knapp 20m Höhe, Bosnien-Herzegowina - © White Mind / Shutterstock
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Stari Most als Kriegsopfer

Dieses Meisterstück fiel jedoch am 9. November 1993 dem Krieg in Bosnien-Herzegowina zum Opfer. Die Schuld ist bis heute nicht bewiesen, es wird jedoch vermutet, dass der Kroatische Verteidigungsrat dahintersteckt. Stundenlang wurde auf das prächtige Bauwerk eingeschossen, bis die Stari Most nach den Einschlägen von 60 Granaten in sich zusammenstürzte.

Einige entsetzte Beobachter haben die tragischen Szenen mit Amateurkameras festgehalten, auf denen später nicht nur Beschuss, sondern auch ein Sprengsatz festgestellt wurde, dem die Alte Brücke von Mostar letztendlich zum Opfer fiel.

VIDEO: Einsturz der Stari Most

Noch Jahre nachdem die Überreste der Stari Most in der Neretva versunken war, hatten die Bewohner von Mostar beim Gedanken an die Zerstörung des Stadtsymbols Tränen in den Augen.

Gleich zwei Jahre später, nach dem Ende des jugoslawischen Bürgerkrieges, wurde die Brücke originalgetreu wieder aufgebaut, soweit noch brauchbar wurden sogar die ursprünglichen Steine verwendet. Die 15 Millionen Euro wurden unter anderem von der UNESCO, der Weltbank und vom türkischen, italienischen, und kroatischen Staat finanziert.

2004 konnte die neue Alte Brücke feierlich wieder eröffnet werden und ein Jahr später wurde sie als erste Stätte in Bosnien-Herzegowina in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

Mutige Brückenspringer

Seit 1986 wird auf der berühmten Stari Most in Mostar ein jährlicher Brückenspringwettbewerb ausgetragen, Bosnien-Herzegowina - © Nenad Basic / Shutterstock
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Falls Sie die Stari Most gerade betrachten und es springt jemand von der Brücke – keine Sorge. Dieser – vermutlich – Mann ist nicht suizid, sondern nimmt am alljährlichen Brückenspringwettbewerb teil, der seit 1986 ausgetragen wird. Da die Brücke hoch und die Neretva eiskalt ist, erfordert dies einiges an Mut und Kondition. Der erste Brückensprung wurde bereits 1664 aufgezeichnet.