Forte Santa Cruz in Rio de Janeiro, Brasilien

Als größte Befestigungsanlage Südamerikas thront die Festung Santa Cruz da Barra in Niterói in der Guanabara-Bucht vor Rio de Janeiro, Brasilien - © byvalet / Shutterstock
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Als größte Befestigungsanlage Südamerikas thront die beeindruckende Festung Santa Cruz da Barra in Niterói vor der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro in der Guanabara Bucht und zieht jedes Jahr zigtausende Besucher in ihren Bann.

Die gewaltige Festung Santa Cruz befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Rio de Janeiro in der Stadt Niterói und ist seit 1939 eines von Brasiliens nationalen Denkmälern. Gemeinsam mit den Festungen Fortaleza de São João und Forte Tamandaré da Laje bildete die Festung Santa Cruz zur Zeit der Kolonialisierung und des brasilianischen Königreichs die zentrale Verteidigungsanlage für den Hafen von Rio in der Guanabara Bucht.

Erbaut wurde das Fort im Jahr 1584 von den Portugiesen, damals noch unter dem Namen „Bateria de Nossa Senhora da Guia“ (wörtlich: „Festung unserer Lieben Frau der Führung“). Seit 1612 hat es seinen heutigen Namen. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde es ständig erweitert, vor allem um die Gold- und Diamantentransporte aus Minas Gerais nach Lissabon abzusichern.

Zeit seines Betriebs wehrte die Festung Santa Cruz zahlreiche Angriffe ab, darunter vor allem von den Franzosen und Niederländern. In Spitzenzeiten zählten Geschütze und Besatzung 740 Kanonen, 10 Mörser und knapp 6.000 Mann. Im Sommer 1922 lieferten sich die Soldaten von Santa Cruz während der Tenentismo-Aufstände junger Offiziere erbitterte Kämpfe mit dem Copacabana Fort.

Die Festung Santa Cruz in der Bucht von Rio de Janeiro diente einst als Gefängnis und hielt große Persönlichkeiten von Brasiliens Geschichte gefangen - © Celso Diniz / Shutterstock
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Auch als Gefängnis diente die Santa Cruz Festung einst, und hielt große Persönlichkeiten der brasilianischen Geschichte gefangen, wie zum Beispiel der italienische Guerillakämpfer Giuseppe Garibaldi, Präsident Juscelino Kubitschek, Forscher und Staatsmann Jose Bonifacio, Rebellenführer Bento Gonçalves, oder den brasilianischen Autor und Militäringenieur Euclides da Cunha. Der letzte Kanonenschuss der Festung Santa Cruz fiel im Jahr 1955. Dies war allerdings nur ein Warnschuss, der für den Kreuzer Tamandaré bestimmt war.

Besuch der Festung Santa Cruz

Das Santa Cruz Fort ist bis heute vom Militär besetzt und für Besucher geöffnet. Jeden Monat nutzen dieses Angebot rund 3.500 Besucher, die das mächtige Bollwerk auf seiner markanten Felsnase von innen erleben möchten. Damit ist die Festung hinter dem Museum für zeitgenössische Kunst die meistbesuchte Sehenswürdigkeit von Niterói. Führungen durch das gewaltige Areal von gut 7.000 Quadratmetern finden jede Stunde statt und dauern ca. 45 Minuten.

2002 wurde die Festung Santa Cruz da Barra bei Rio de Janeiro umfassend renoviert und erstrahlt heute in alter Pracht, Brasilien - © Celso Diniz / Shutterstock
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2002 wurde die Festung Santa Cruz da Barra umfassend renoviert und erstrahlt heute in alter Pracht. Die drei Bauperioden aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert sind immer noch nachvollziehbar. Die Kapelle Santa Barbara geht auf die erste Periode zurück (der heutige Bau entstand 1912), Wachtürme, die Zisterne und der Kerker auf die zweite und das Magazin, die Höfe und Galerien auf die dritte. Zu sehen gibt es außerdem eine Sonnenuhr aus dem Jahr 1820, die mit römischen Ziffern in den Kalkstein gemeißelt wurde, eine Folterkammer und die Hinrichtungsmauer.

Tipp: Auf einer Felsklippe bei Niterói befindet sich auch das Museum für zeitgenössische Kunst, welches vom berühmten Architekten Oscar Niemeyer entworfen wurde und mit seiner UFO-Form schon von weitem einen faszinierenden Anblick darstellt.