Stadtteil Santa Teresa in Rio de Janeiro, Brasilien

Prächtige Mosaike, bunt bemalte Mauern und die älteste Straßenbahn der Welt prägen das Stadtviertel Santa Teresa in den Bergen von Rio de Janeiro, Brasilien - © Catarina Belova / Shutterstock
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Enge, kurvige Straßen, bunt bemalte Mauern und das Rattern der ältesten Straßenbahn der Welt prägen den Charakter des unbeschwerten Stadtviertels Santa Teresa in den Bergen von Rio.

Santa Teresa kann ohne lange zu überlegen als buntestes Stadtviertel von Rio de Janeiro bezeichnet werden. Etwas abgelegen im bergigen Hinterland der Millionen-Metropole von Brasilien trifft man in den kopfsteingepflasterten Gassen auf unbeschwerte Künstler-Naturen, die ihrem Talent scheinbar an jeder Straßenecke freien Lauf lassen. Abseits der Touristenmassen von Copacabana und Ipanema geht es hier wie im „echten“ brasilianischen Leben ruhig und beschaulich zu.

BILDER: Stadtteil Santa Teresa in Rio de Janeiro

Vom Karmeliter-Konvent zum Künstlerviertel

Im mittleren 18. Jahrhundert wuchs das Viertel um das Santa-Teresa-Kloster, welches dem Stadtteil bis heute seinen Namen gibt. Im 19. Jahrhundert wohnte hier die Oberschicht von Rio, zu der auch ausgewanderte Europäer, darunter viele Deutsche, zählten. Auch die europäischen Botschaften siedelten sich aus diesem Grund in Santa Teresa an.

Heute zählt Santa Teresa nicht mehr zu den gehobenen Vierteln von Rio, konnte sich jedoch seinen Charme als Künstlerviertel bewahren, Brasilien - © Tupungato / Shutterstock
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Heute zählt Santa Teresa nicht mehr zu den gehobenen Vierteln von Rio, konnte sich jedoch seinen Charme als Künstlerviertel bewahren. Die typischen, bei Touristen so beliebten engen, kurvigen Straßen werden von Art Déco Fassaden gesäumt und von köstlichem Duft erfüllt, der sich um die gemütlichen Lokale des Viertels ausbreitet.

Die Bar do Mineiro, ein klassisches brasilianisches Bistro, das französisch-brasilianische Aprazivel mit tropischem Garten und das Restaurant Espirito Santo mit Panoramaterrasse und Speisen aus dem Amazonas-Gebiet zählen zu den bekanntesten Lokalen von Santa Teresa.

Die sensationelle Aussicht auf die Küste von Rio ist ein weiterer Grund, aus dem Santa Teresa zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rio de Janeiro gezählt wird. Vom Parque das Ruinas, einem ausrangierten Herrenhaus, von dem nur noch die Mauern übrig sind, ist der Rundumblick am spektakulärsten. Gleich daneben liegt übrigens das Museu Chacara do Ceu, welches neben brasilianischen Künstlern auch internationale Malermeister wie Miro und Matisse ausstellt.

Viele Mauern und Häuser von Santa Teresa sind mit ebenso kunstvollen wie farbenfrohen Wandbildern geschmückt, Rio de Janeiro, Brasilien - © EQRoy / Shutterstock
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Rios Viertel voll farbenfroher Kunst

Viele Mauern und Häuser von Santa Teresa sind mit ebenso kunstvollen wie farbenfrohen Wandbildern geschmückt, die dem hügeligen Viertel sein unverwechselbares Flair verleihen.

Die von oben bis unten mit bunten Mosaiken verzierte Escada Selaron ist wohl das berühmteste Beispiel für die Fertigkeit der Künstler in Santa Teresa. Die kunstvolle Treppe wurde am 9. März 2012 vom chilenischen Künstler Jorge Selaron als „Tribut an das brasilianische Volk“ geschaffen.

Die mit bunten Mosaiken verzierte Escada Selaron ist das berühmteste Beispiel für die Fertigkeit der Künstler in Santa Teresa, Rio de Janeiro, Brasilien - © Filipe Matos Frazao / Shutterstock
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Neben den zahlreichen Kunstwerken trägt auch die Vielzahl an Kolonialbauten mit Ateliers, Kunstgalerien und kleinen Museen zum kulturellen Flair von Santa Teresa bei. Kulturhistorisch wertvoll ist auch die Tram, deren Rattern in regelmäßigen Abständen die engen Gassen erfüllt, denn sie ist die älteste Straßenbahn der Welt.

Älteste Straßenbahn der Welt

Als älteste Straßenbahn der Welt kurvt die Santa-Teresa-Tram heute wie vor über 100 Jahren durch Rios Stadtteil Santa Teresa, Brasilien - © lazyllama / Shutterstock
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Die „Bonde“ genannte Tram von Santa Teresa kutschiert ihre Fahrgäste seit dem Jahr 1877 ohne Unterbrechung zuverlässig von A nach B. Damit ist sie nicht nur die älteste Straßenbahn der Welt, sondern auch das älteste elektrische Verkehrsmittel Südamerikas auf Schienen. Ihre Geschichte wird im Museu do Bonde erzählt. Wohl überflüssige zu erwähnen, dass Santa Teresa erst nach einer Fahrt in der leuchtend gelben „Bonde“ wieder verlassen werden darf.