Favelas in Rio de Janeiro, Brasilien

Rocinho, die größte Favela Lateinamerikas, Rio de Janeiro, Brasilien - © Vitoriano Junior / Shutterstock
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Die Armenviertel von brasilianischen Städten werden Favelas genannt. In Rio de Janeiro befindet sich die größte Favela Lateinamerikas, genannt Rocinho. Am Hang südlich von Rio gelegen bietet sie einen fantastischen Blick auf die Stadt. 

Als Favela bezeichnet man die Armenviertel an den Randgebieten von brasilianischen Städten. Diese wurden zumeist auf Hanglagen illegal errichtet und haben daher auch ihren Namen: Favela heißt auch eine brasilianische Kletterpflanze und zielt darauf ab, dass die Bewohner der Favela zu ihren Behausungen den Hang hinauf klettern müssen.

BILDER: Favelas in Rio de Janeiro

Die Ärmsten der Armen Rios

Im Süden von Rio de Janeiro befindet sich die größte Favela in ganz Lateinamerika, genannt Rocinha. Von den Straßen Rios nahe der Copacabana aus ist sie gut sichtbar. Die ersten Hütten der Favela wurden aus primitivsten Mitteln erbaut. Mittlerweile beginnt sich die Lage der Ärmsten Rios langsam zu bessern und die Häuser bestehen bereits aus Holz oder Stein und auch die Strom- und Wasserversorgung wird zunehmend ausgebaut.

Luftaufnahme der Favela da Rocinha, dem größten Slum Brasiliens auf einem Berg in Rio de Janeiro, im Vordergrund die Skyline der Stadt - © Brastock / Shutterstock
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Öffentliche Transportmittel wurden aufgrund der illegalen und unstrukturierten Errichtung der Behausungen nicht eingeplant. Rocinha ist daher nur schwer zu erreichen, viele Menschen dort müssen einen täglichen Arbeitsweg von bis zu eineinhalb Stunden in Kauf nehmen.

Die Politik von Rio de Janeiro versucht in Hilfsprogrammen die Erschließung der allgemeinen Versorgung in den Favelas voranzutreiben. Besonders gut gelang dies in der farbenfrohen Favela Santa Marta in Botafogo, die mittlerweile zu den offiziellen Sehenswürdigkeiten von Rio de Janeiro zählt.

Die Bewohner von Rocinha haben dennoch einen Vorteil. Aufgrund der Hanglage im Süden Rios haben sie einen wunderbaren Ausblick auf Rios Häusermeer, das von grünen Hügeln umschlossen wird.

Vermarktung und Tourismus

Die Möglichkeit, mit dieser einzigartigen Lage Geld zu machen, haben einige Favela-Bewohner beim Schopf ergriffen und vermarkten nun gut gelegene Häuser mit Ausblick auf Rio de Janeiro. Dies zieht mittlerweile nicht nur arme Leute in eine Favela. Dadurch kommt es zu einer langsamen Vermischung der Gesellschaftsschichten.

Luftbild der Favela da Rocinha am Hang in Rio de Janeiro, dahinter die Skyline der Stadt, Brasilien - © Donatas Dabravolskas / Shutterstock
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Auch der Tourismus hält zunehmend Einzug in die Favela. Ein Besuch von Rocinho war früher gefährlich und nicht zu empfehlen, hier hatten einst die Gangs und Drogenbosse Rios das Sagen und Kriminalität stand an der Tagesordnung. Mittlerweile sind die Bewohner äußerst freundlich, hilfsbereit und erfreut über interessierte Urlauber, die ihr Zuhause kennenlernen möchten. Sogar geführte Touren gibt es zu buchen – mit dem nötigen Respekt gegenüber den Einheimischen.

Weiterführende Links:

Mehr Info zu den Favelas auf Wikipedia