Kathedrale von Zagreb, Kroatien

Die weithin sichtbare Kathedrale von Zagreb zählt zu den berühmtesten Kirchen von Kroatien - © TTstudio / Shutterstock
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Die weithin sichtbare Kathedrale von Zagreb zählt zu den berühmtesten Kirchen des Landes und beeindruckt mit aufwändiger neugotischer Architektur und einer fast tausendjährigen Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau.

Die Kathedrale Maria Himmelfahrt, auch als Dom von Zagreb bekannt, ist eines der höchsten Gebäude von Kroatien und gilt als nationales Kulturgut. Südöstlich der Alpen zählt die gewaltige Kathedrale auf dem Kaptol Berg in der Oberstadt zu den eindrucksvollsten architektonischen Beispielen der Gotik.

Geschichte des Doms von Zagreb

Als im Jahr 1093 das Bistum Zagreb gegründet wurde, erklärte der damals amtierende König Ladislaus kurzerhand die vorhandene Kirche zu Kathedrale und Bischofssitz. Der Bau der neuen Kathedrale begann erst nach seinem Tod im Jahr 1102 und dauerte bis ins Jahr 1217. 1242 wurde diese allerdings bereits durch die Tartaren zerstört und Ende des 13. Jahrhunderts – diesmal nicht mehr im romanischen, sondern im gotischen Stil – wieder aufgebaut.

1873 entstand vor der Kathedrale der Brunnen mit der Mariensäule, der gemeinsam mit dem Dom als DAS Postkartenmotiv von Zagreb gilt, Kroatien - © Mikhail Nekrasov / Shutterstock
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Im späten 15. Jahrhundert erhielt die Kathedrale zur Verteidigung gegen die Türken mächtige Tore und Wehrtürme, deren Wucht im 18. Jahrhundert etwas entschärft wurde, als man das Gotteshaus zur barocken Bischofsresidenz umfunktionierte.

Damals entstanden auch die prächtige barocke Innenausstattung und der frühbarocke Südturm, der auch als Aussichtsturm diente und lange als Wahrzeichen von Zagreb galt.

1873 entstand vor der Kathedrale der Brunnen mit den vier goldenen Engelsfiguren und der Mariensäule, der gemeinsam mit dem Dom als DAS Postkartenmotiv von Zagreb gilt.

Entstehung der heutigen Kathedrale von Zagreb

Der berühmte Turm und große Teile des Hauptschiffes fielen im Jahr 1880 einem verheerenden Erdbeben zum Opfer und die Kathedrale wurde abermals aufgebaut. Diesmal im neugotischen Stil nach Entwürfen der Wiener Architekten Friedrich von Schmidt und Hermann Bollé. Die beiden 104 und 105m hohen Türme, die das neugotische Portal umrahmen, sind bis heute ein unverwechselbarer Blickfang in der Zagreber Skyline.

Geweiht wurde die Kathedrale wie bisher der Maria Himmelfahrt und zusätzlich auch den beiden Königen Stephan und Ladislaus. Seither ist die Kathedrale von Zagreb auch als Stephansdom bekannt.

Nach diesem Wiederaufbau machten dem Dom von Zagreb weder Feindberührung noch Naturkatastrophen, dafür aber Witterung und Luftverschmutzung zu schaffen. Unter den Kommunisten wurde auf Erhalt von kulturellen Baudenkmälern kaum Wert gelegt und die Kirche war nahezu dem Verfall preisgegeben.

Dieser Vernachlässigung fiel vor allem der filigrane Detailreichtum der Fassade zum Opfer, der allerdings nun im Zuge einer groß angelegten Renovierung seit Jahren wiederhergestellt wird.

Besuch der Kathedrale von Zagreb

Das Interieur der 77m langen und 46m breiten Kathedrale von Zagreb, Kroatien, birgt im wahrsten Sinne des Wortes unermessliche Schätze - © Tijana photography / Shutterstock
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Das Interieur der 77m langen und 46m breiten Kathedrale Maria Himmelfahrt birgt im wahrsten Sinne des Wortes unermessliche Schätze. Der gewaltige Innenraum fasst rund 5.000 Gläubige und beeindruckt durch seine hochbarocke Ausstattung aus Holz und Marmor. Die Kanzel aus dem Jahr 1698 und die insgesamt 32 Altäre stellen allesamt kostbare Kunstschätze dar. Der Hauptaltar ist gotisch, er wurde im 19. Jahrhundert erneuert und vom Münchner Bildhauer Sickinger gestaltet.

Eine Sehenswürdigkeit für sich ist die Schatzkammer in der Kathedrale von Zagreb. In der Sammlung an liturgischen Geräten und Messgewänder, die über 900 Jahre lang ergänzt wurde, befinden sich unbezahlbare Exemplare, die bis auf das 11. Jahrhundert zur Gründungszeit des Bistums zurückgehen. Neben geschmiedeten Kostbarkeiten aus reinem Gold und Silber und Kunstgegenstände aus Kristall und Elfenbein sind hier auch historische Flaggen, Messgewänder und Leichentücher zu sehen.

Neben der Schatzkammer ist auch die ursprünglich aus 1855 stammende Orgel der Kathedrale von hohem Wert. Sie wurde vom Orgelbauer Wacker aus Ludwigsburg gefertigt und besteht mittlerweile aus 78 Registern und 4 Manualen.

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