Forum Romanum in Rom, Italien

Monumentale Mauern, haushohe Säulen und eindrucksvolle Triumphbögen zeugen von der einstigen Pracht des Forum Romanum in Rom, Italien - © James Camel / franks-travelbox
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Das Forum Romanum war zur Zeit der römischen Kaiser der gesellschaftliche Mittelpunkt des antiken Roms und galt als Zentrum der Macht des Römischen Reiches. Seine Ruinen stellen heute die wichtigste Ausgrabungsstätte des antiken Roms dar.

Das Forum Romanum („Römischer Hauptplatz”) in Rom ist das älteste römische Forum der Welt und zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der italienischen Hauptstadt. Das Forum Romanum war damals politisches, wirtschaftliches, soziales und religiöses Zentrum für die römische Bevölkerung, an dem Veranstaltungen und Zeremonien abgehalten wurden. Gemeinsam mit dem historischen Zentrum von Rom zählt es seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

BILDER: Forum Romanum

Geschichte des Forum Romanum

Das einst sumpfige Tal wurde Anfang des 7. Jahrhunderts unter König Lucius Tarquinius Priscus in die Stadt integriert. Nach dem Bau der „Cloaca Maxima”, der Grundlage für das vorbildliche Abwassersystem Roms, konnte das Areal trocken gelegt werden. Vor allem in der Römischen Kaiserzeit vom 1. Jahrhundert vor bis in das 5. Jahrhundert nach Christus wurden zwischen den Stadthügeln Kapitol, Palatin und Esquilin viele Tempel, Denkmäler und öffentliche Gebäude errichtet, darunter die Curia Iulia, der Sitz des Senats, und die öffentliche Rednerbühne für Roms angesehene Politiker.

Unter Augustus, dem ersten römischen Kaiser, etwa um Christi Geburt, wurde das Forum Romanum stark umgestaltet und mit viel Marmor zu einem ähnlichen prunkvollen Platz wie die griechische Akropolis in Athen ausgebaut.

Mit dem Untergang des Römischen Reiches Ende des 5. Jahrhunderts nach Christus geriet auch das Forum Romanum langsam in Vergessenheit. Das letzte Denkmal, die Phokas-Säule, wurde im Jahr 608 errichtet, danach erhielt das Tal kurzfristig den passenden Namen „Campo Vaccino”, „Kuhweide”. Viele Bauwerke gingen verloren, als die Bürger Roms, ähnlich wie das nahe gelegene Kolosseum, das Forum Romanum als Steinbruch verwendeten – unter anderem für den Bau des Petersdoms. Erst im 18. Jahrhundert kehrte das Interesse am antiken Rom wieder zurück und ab etwa 1803 begannen die ersten Ausgrabungen am einst wichtigsten Forum Roms.

Besuch des Forum Romanum

Die Ruinen des einst stolzen Forum Romanum können heute auf einem eindrucksvollen Areal besichtigt werden. Monumentale Mauern, haushohe Säulen und eindrucksvolle Triumphbögen zeugen von der einstigen Pracht des so bedeutenden Platzes. Bedenkt man, dass über die gepflasterten Wege, über die man heute als Besucher spaziert, vor 2.000 Jahren die hohen römischen Herren mit ihren Wagen ratterten, kann man sich einer gewissen Gänsehaut nicht erwehren.

Tipp: Auf dem Areal des Forum Romanum stehen zwar immer wieder Bäume, der Großteil der Wege ist jedoch nicht beschattet. Vor allem an heißen Tagen auf jeden Fall Sonnenschutz, Kopfbedeckung und genügend zu trinken mitnehmen. Wasserflaschen können innerhalb des Forum Romanum wieder mit Trinkwasser aufgefüllt werden und auch Toiletten sind vorhanden.

Die Tour durch das Forum Romanum beginnt auf der Via Sacra, der „heiligen Straße”, die vom Kapitol am antiken Forum entlang bis zum Titusbogen verläuft, und führt nicht nur durch das Areal des ehemaligen Forums. Wendet man sich nach Süden auf den Hügel hinauf, spaziert man durch ein riesiges Areal aus antiken römischen Villen und Wohnhäusern und kann das prachtvolle Stadion besichtigen, das aus heutiger Sicht im Boden versenkt ist. Viele Treppen und Pfade führen auf Anhöhen, von denen aus man einen atemberaubenden Rundblick über das Jahrtausende alte Rom genießen kann.

Tempel und Bauten am Forum Romanum

Am westlichen Ende des Forums liegt der Tempel der Concordia, der nach der Einigung zwischen Patriziern und Plebejern der Göttin der Eintracht errichtet wurde. Das Podium des Tempels ist heute noch unter der Treppe zum Kapitol zu sehen.

An der nordwestlichen Ecke des Forums befindet sich das Gebäude der ehemaligen Curia (Senatssitz), die gemeinsam mit dem Comitium (gesetzgebende Volksversammlung) und der Rostra (Rednerbühne) den politischen Mittelpunkt des Forums darstellte. Ab dem 7. Jahrhundert wurde sie als Kirche genutzt und ist daher gut erhalten geblieben. Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt sie den Restaurierungsarbeiten unter Benito Mussolini. Heute fungiert die Curia als Museum, in dem Fundstücke, unter anderem Glasphiolen, des antiken Rom ausgestellt sind. Gleich neben der ehemaligen Curia am Forum Romanum in Rom liegt die Kirche Santi Luca e Martina, eines der ältesten Beispiele des römischen Hochbarock.

Am Ende der Via Sacra im Forum Romanum thront der 20m hohe Triumphbogen des Septimus Severus, der ganz und gar mit pentelischem Marmor verkleidet, Italien - © James Camel / franks-travelbox
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Am Ende der Via Sacra thront der 20m hohe Triumphbogen des Septimus Severus, der ganz und gar mit pentelischem Marmor verkleidet und mit Inschriften geschmückt ist.

Der Tempel des Saturn befindet sich gleich links vom Triumphbogen des Septimus Severus. Er wurde 498 vor Christus eingeweiht und ist einer der ersten Bauten, die am Forum Romanum errichtet wurden. Die Ruinen, die heute noch zu sehen sind, stammen aus dem Jahr 283. Er wurde nicht immer nur als Huldigungsstätte für den Gott des Ackerbaus, sondern auch zur Verwahrung des römischen Staatsschatzes und für öffentliche Kundgebungen verwendet.

Vesta, die Hüterin des Herdfeuers, wurde im Vesta-Tempel verehrt, dem zentralen Heiligtum des Forum Romanum. Ihr Tempel durfte nur vom Pontifex Maximus, dem allerhöchsten Priester, und den Vestalinnen, den Tempeldienern betreten werden. Letztere wohnten gleich direkt daneben im Haus der Vestalinnen, einer prunkvoll ausgestatteten zweistöckigen Villa.

Gegenüber dem Tempel der Vesta liegt der Tempel von Castor und Pollux, der den Söhnen des Zeus geweiht war. Von diesem sind heute noch drei markante aufrechte Säulen übrig.

Vom Tempel von Castor und Pollux sind heute am Forum Romanum noch drei markante aufrechte Säulen übrig, Italien - © James Camel / franks-travelbox
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Unter den römischen Kaisern wurden nicht nur den Göttern, sondern auch den weltlichen Herrschern prachtvolle Bauwerke am Forum Romanum errichtet. Der Tempel Divo Giulio gleich gegenüber dem Eingang zum Forum Romanum wurde von Augustus zu Ehren von Gaius Julius Cäsars erbaut, angeblich an der Stelle, an der der Leichnam Cäsars verbrannt wurde. Kaiser Vespasian ließ sich selbst den Tempel Vespasiano errichten und der eindrucksvolle Titusbogen am anderen Ende der Via Sacra ist Kaiser Domizian zu verdanken.

Der Tempel des Antoninus Pius und der Faustina, sowie der Tempel des Romulus wurden nach der Christianisierung Roms in eine Kirche umgewandelt und zählen daher zu den besterhaltenen Bauwerken des Forum Romanum. Neben ersterem befindet sich ein antiker Friedhof.

Im 4. Jahrhundert wurde unter Kaiser Konstantin, dem ersten christlichen Kaiser Roms, die Basilika Maxentius fertiggestellt, die sich gleich neben dem Tempel von Romulus befindet. Ihr Seitenschiff ist heute noch gut zu sehen. An der Maxentius-Basilika vorbei führt der Weg zum monumentalen Titusbogen, der unübersehbar als Vorbild für den Triumphbogen in Paris diente.

Tipp: Für den Besuch des Forum Romanum sollte – ja nach Interesse an der römischen Antike – ein halber bis ganzer Tag veranschlagt werden. Die einzelnen Gebäude, oder was davon noch übrig ist, werden am besten von einem Audio-Guide erklärt, der am Eingang erhältlich ist.

Weiterführende Links:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise für Kolosseum, Palatin und Forum Romanum in Rom