Mailänder Dom in Mailand, Italien

Der Mailänder Dom ist flächenmäßig nach dem Petersdom in Rom und der spanischen Kathedrale von Sevilla die drittgrößte Kirche der Welt, Italien - © MasterLu / Fotolia
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Der Mailänder Dom ist eine der atemberaubendsten Kathedralen Europas. Seine gewaltigen Ausmaße und die meisterhaften Verzierungen machen ihn zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Mailands.

Der gewaltige Mailänder Dom, „Duomo di Milano” in der Landessprache, zählt zu den berühmtesten Bauwerken Europas. Das atemberaubende Gotteshaus ist flächenmäßig nach dem Petersdom in Rom und der spanischen Kathedrale von Sevilla die drittgrößte Kirche der Welt.

BILDER: Mailänder Dom in Mailand

Besuch des Mailänder Doms

Buchstäblich jedem Betrachter, der auf dem repräsentativen Domplatz vor dem Mailänder Dom steht, verschlägt es erst einmal die Sprache. Bis zu 100 Metern ragen seine prachtvoll verzierten Spitzen in den Himmel. Die gewaltige Fassade aus hellem Marmor erscheint durch die unzähligen schlanken Pfeiler noch höher als sie wirklich ist.

Der gewaltige Mailänder Dom, „Duomo di Milano" in der Landessprache, ist flächenmäßig die drittgrößte Kirche der Welt, Italien - © Alexey Arkhipov / Shutterstock
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Geht man um den Mailänder Dom herum, gibt es an den majestätischen Mauern auf 157 Metern Länge und 109 Metern Breite 2.000 Skulpturen und 135 zarte Türmchen zu entdecken. Die gigantischen Bogenfenster aus farbenprächtigem Glas gehören zu den größten der Welt.

Tipp: Wer die meisterhaften Steinmetzarbeiten des Mailänder Doms aus nächster Nähe betrachten möchte, tut dies am besten auf dem Dach der monumentalen Kathedrale. Der Aufstieg über 200 Stufen (keine Sorge, es gibt auch einen Aufzug) ist zwar kostenpflichtig, dafür kann man mit der Bildhauerkunst des Mailänder Doms auf Tuchfühlung gehen. Ebenfalls unvergesslich ist die atemberaubende Aussicht auf Mailand, die an klaren Tagen sogar bis zu den Alpen reicht.

Die gewaltigen Ausmaße des Mailänder Doms setzen sich in seinem Inneren fort. Der 45 Meter hohe fünfschiffige Kirchenbau wird von 52 gewaltigen, mit Skulpturen verzierten Säulen gestützt. Im endlos langen Gang zum Altar schreiten Besucher über kostbaren Marmor und werden von prachtvollen Gemälden flankiert. Das Licht, das durch die 20 Meter hohen Buntglasfenster fällt, verleiht dem prachtvollen Dom eine ganz besondere Atmosphäre. In den Seitenschiffen sind die Taufkapelle, prächtige Seitenaltäre aus den vergangenen Jahrhunderten und zahlreiche Sarkophage von Heiligen und Stiftern zu sehen.

Der Kreuznagel – Unbezahlbare Reliquie im Mailänder Dom

Im Altarraum erhebt sich unübersehbar ein Pavillon aus dem 16. Jahrhundert, in dessen sich von vier Bronzeengeln getragen das Allerheiligste Tabernakel befindet. Ein weiteres Tabernakel befindet sich unter der Gewölbespitze in sicherer Höhe von 45m und wird von einer kleinen roten Glühbirne markiert. Es beinhaltet den Heiligen Kreuznagel vom Kreuz Jesu als unbezahlbare Reliquie, die angeblich von der Mutter Kaiser Konstantins gefunden wurde. Einmal im Jahr schwebt der amtierende Mailänder Bischof auf der mit Wolken und Engeln verzierten Nivola in die luftige Höhe, um den Heiligen Kreuznagel unter militärischer Bewachung zur Anbetung herab zu holen.

Blick über die Dächer von Mailand auf den Mailänder Dom in der Abenddämmerung, Italien - © Simone Simone / Shutterstock
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Weitere Sehenswürdigkeiten im Mailänder Dom

Direkt unter dem Heiligtum liegt die kreisrunde Krypta aus dem frühen 17. Jahrhundert verborgen, deren Wände mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Borromäus geschmückt sind. Hier ist außerdem der Domschatz des Mailänder Doms zu finden, der unter zahlreichen anderen Kostbarkeiten auch jene Silberkapsel beherbergt, die dem Heilige Ambrosius von Mailand im 4. Jahrhundert vom Papst überreicht wurde. Von der Krypta aus gelangt man in die atemberaubend geschmückte Kapelle des San Carlo Borromeo. Im Zentrum der achteckigen Pracht ruhen seine sterblichen Überreste in einem Sarkophag aus Bleiglas.

Im Süden des Doms wartet auf den Besucher noch eine astronomische Besonderheit. Zur Mittagsstunde fällt ein Sonnenstrahl durch ein Loch im Dach des Mailänder Doms, der auf einer aus Messing gefertigten Meridianlinie aus dem 18. Jahrhundert entlang wandert.

Geschichte des Mailänder Doms

Baubeginn des Mailänder Doms war das Jahr 1386. Zuvor standen auf seinem Platz die frühchristliche Kathedrale Santa Maria Maggiore und die römische Basilika der Heiligen Tecla. 1388 waren die Fundamente fertig und man begann von hinten (den Altarraum zuerst) mit dem Aufbau der Fassade. Die Pläne des Mailänder Doms wurden mehrmals verändert und erweitert, bis endlich nach etwa 500 Jahren Bauzeit das monumentale Projekt mit dem vorgelagerten Domplatz fertiggestellt werden konnte. Durch die lange Bauzeit ist der Mailänder Dom auch keiner architektonischen Stilrichtung zuzuordnen. Sein Hauptteil wurde in gotischem Stil errichtet, er weist jedoch auch barocke und neugotische Elemente auf.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Mailänder Doms (englisch)