Altstadt von Lille, Frankreich

Mit seiner attraktiven Mischung aus flämischer Tradition und französischem Lebensstil lockt das malerische Lille immer mehr Touristen in den hohen Norden Frankreichs - © Michael Vorobiev / Shutterstock
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Mit seiner attraktiven Mischung aus flämischer Tradition, französischem Lebensstil und gastronomisch-kulturellem Stolz lockt das malerische Lille immer mehr Touristen in den hohen Norden Frankreichs.

Die malerische Stadt Lille ganz im Norden von Frankreich wird oft als verkannte Schönheit bezeichnet, denn der hohe Norden Frankreichs wird vom internationalen Tourismus etwas stiefmütterlich behandelt. Völlig zu unrecht, wofür Lille mit seiner malerischen Altstadt das beste Beispiel darstellt. Besser wissen es die jährlich rund 110.000 Studenten, die Lille kosmopolitisches Flair einhauchen.

BILDER: Altstadt von Lille

 

Seit Lille im Jahr 2004 zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt wurde, entscheiden sich immer mehr Städteurlauber für Lille als Ziel. Der nächste Run auf die Stadt erfolgte im Sommer 2016, als im Stade Pierre-Mauroy einige Spiele der Fußball EM 2016 ausgetragen wurden.

Lille ist auf den zweiten Blick eine wahre Schatzkammer aus architektonischen Sehenswürdigkeiten, die an die flämische, spanische und österreichische Vergangenheit der Stadt erinnern. Erst 1667, unter der Regierung von Ludwig XIV., ging Lille von Flandern an Frankreich.

Durch die Ernennung Lilles zur Kulturhauptstadt 2004 wurde die Altstadt liebevoll restauriert, Frankreich - © Meiqianbao / Shutterstock
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Durch die Ernennung Lilles zur Kulturhauptstadt wurde die Altstadt liebevoll restauriert und das Flanieren durch die hübschen Gassen, die von reich geschmückten Fassaden aus dem 17. Jahrhundert gesäumt werden, wird zur kulturellen und gastronomischen Entdeckungstour.

Grand Place (Place du Général de Gaulle)

Der beste Ausgangspunkt für diese Entdeckungstour ist Lilles berühmter Grand Place, auch unter Place du Général de Gaulle bekannt. Der schmucke Platz mit seinen sonnigen Straßen-Cafés ist der schönste der Stadt und das ideale Beispiel für die Architektur und Lokal-Landschaft von Lille. Rund um das Zentrum mit der barocken Alten Börse, dem teuersten Bau der Stadt, gruppieren sich Prachtbauten, wie die Oper, die Handelskammer mit ihrem eindrucksvollen Turm oder das Théâtre du Nord.

Der prächtige Grand Place im Herzen von Lille ist der schönste Platz der Stadt im Norden von Frankreich - © Sergey Dzyuba / Shutterstock
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Tipp: Naschkatzen sollten die historische Patisserie Meert am Grand Place auf keinen Fall auslassen. Angeblich zählte bereits Charles de Gaulle deren Waffeln, Schokoladen und Kuchen zu seinen Lieblings-Desserts.

Palais Rihour

Nur einen Häuserblock vom Grand Place entfernt befindet sich mit dem Palais Rihour eines der letzten Beispiele flämischer Gotik. Das Gebäude wurde im Jahr 1453 begonnen und 20 Jahre später fertiggestellt. Mit seinen reich verzierten Fenstern ist das gotisch-renaissancehafte Bau Lilles letztes Vermächtnis aus burgundischer Zeit.

Palais des Beaux Arts

Das Palais des Beaux Arts in Lille ist mit einer Ausstellungsfläche von 22.000m2 nach dem Louvre in Paris das bedeutendste Kunstmuseum Frankreichs - © Lille_Palais-de-Beaux- / Shutterstock
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Das Palais des Beaux Arts am eindrucksvollen Place de la République ist mit einer Ausstellungsfläche von 22.000m² nach dem Louvre in Paris das bedeutendste Kunstmuseum Frankreichs und eines der größten in ganz Europa. Der stattliche Bau stammt aus dem 19. Jahrhundert und beherbergt neben Malereien, Skulpturen und Keramiken von großen Künstlern wie Rubens, Donatello oder Van Dyck auch einen Keller voller detailgetreuer Reliefkarten der umliegenden Städte aus der Zeit des Sonnenkönigs.

Porte de Paris

Spaziert man den Boulevard de la Liberté entlang Richtung Südwesten erreicht man das Tor von Paris. Auf Geheiß Ludwigs XIV. ersetzte das von Simon Vollant entworfene Porte de Paris im Jahr 1692 das damals dort befindliche „Tor der Kranken“. Das monumentale Tor war einst Teil der Stadtmauer und steht noch heute für die Angliederung von Lille an Frankreich.

Gleich in der Nähe des Porte de Paris liegt das Rathaus von Lille, das mit seinem hoch aufragenden Belfried schon von weitem sichtbar ist - © Meiqianbao / Shutterstock
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Rathaus von Lille (Hôtel de Ville)

Gleich in der Nähe des Porte de Paris liegt das Rathaus von Lille, das mit seinem hoch aufragenden Belfried schon von weitem sichtbar ist. Der markante Turm erreicht eine Höhe von 105 Metern und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Ein Lift bringt Besucher im Zuge einer mit Audio-Guide geführten Tour bis auf seine Spitze, von wo sich der wohl herrlichste Blick auf Lille eröffnet.

Mit seinem imposanten Turm zählt das Rathaus von Lille im Norden Frankreichs zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt - © Production Perig / Shutterstock
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Zitadelle von Lille

Am anderen Ende des prachtvollen Boulevard de la Liberté liegt die Zitadelle, eines der Wahrzeichen von Lille. Das sternförmige Bollwerk wird von fünf Bastionen eingerahmt, die im Jahr 1670 nach dreijähriger Bauzeit auf Geheiß von Ludwig XIV. fertiggestellt wurden. Eine Besichtigung von innen ist nicht möglich, denn in der „Königin der Zitadellen“ hat die französische Militär-Elite ihren Sitz. Ein Rundgang durch die lauschigen Parks rund um die Zitadelle, in denen sich auch ein kleiner Zoo befindet, bietet sich aber dennoch an.

Eingang zur Zitadelle von Lille, Frankreich, die heute eine Elite-Einheit des französischen Militärs beherbergt - © Ralf Siemieniec / Shutterstock
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Wazemmes – Marché Couvert und Maison Folie

Jeden Sonntagvormittag öffnet der Marché Couvert von Wazemmes seine Tore. Er liegt südwestlich des Stadtzentrums und findet zum Teil unter freiem Himmel, zum Teil in der alten Markthalle statt. Wie der Stadtteil Wazemmes ist auch sein Markt von der Vielfalt aus rund 30 Nationen geprägt.

Ganz in der Nähe ist auch ein „Maison Folie“ zu finden. Diese „verrückten Häuser“ entstanden im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2004 und verwandeln brachliegende Fabrikgebäude in kulturelle Treffpunkte. Das “Maison Folie” von Wazemmes zählt zu den spektakulärsten der “verrückten Häuser” von Lille.

Das "Maison Folie" von Wazemmes zählt zu den spektakulärsten der "verrückten Häuser" von Lille, Frankreich - © Karldupart CC BY-SA3.0/Wiki
© Karldupart CC BY-SA3.0/Wiki

Geburtshaus von Charles de Gaulle (Maison de Gaulle)

Ebenfalls etwas abseits vom Schuss, nordöstlich der Zitadelle, liegt das Geburtshaus von Charles de Gaulle. An der Rue Princesse Nr. 9 erblickte der berühmte Staatspräsident einst am 22. November 1890 das Licht der Welt. Seit 1983 ist es als Museum zugänglich.

Kathedrale Nôtre Dame de la Treille

In dieser Gegend ist auch die beeindruckende Kathedrale von Lille zu finden. Der neugotische Prachtbau wurde erst 1854 begonnen und kurz vor der Jahrtausendwende vollendet. Auffällig ist vor allem die modern gestaltete Westfassade von 1999.

Modernes Lille

Wer auch einen Eindruck vom modernen Teil der Stadt erhalten möchte, ist im Nordosten der Stadt richtig. Hier gruppiert sich um die beiden Bahnhöfe das jüngste Stadtviertel Euralille, das erst 1994 eingeweiht wurde.

Der Büro-Koloss "Tour de Lille" im modernen Stadtviertel Euralille ist mit 120 Metern das höchste Gebäude von Lille, Frankreich - © Production Perig / Shutterstock
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Besonders markant erscheinen hier der Tour de Lille, ein L-förmiger Büro-Koloss und mit 120 Metern das höchste Gebäude der Stadt, und der klobige Tour Lilleurope gleich nebenan. Beide Bauten sind an den Gare Lille-Europe angeschlossen, den mit Eurostar- und TGV-Anbindung wichtigsten Bahnhof der Stadt. Auch der benachbarte Gare Lille-Flandres ist einen Besuch wert, dessen schmucke Fassade aus dem späten 19. Jahrhundert einst dem Belgischen Bahnhof in Paris gehörte. Zum Flanieren und Shoppen laden Einkaufszentren am Place d’Europe und die Promenade Rue Faidherbe ein.

Weiterführende Links:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Geburtshauses von Charles de Gaulle in Lille (französisch)
Informationen zum Lille City Pass (englisch)