Loire-Tal, Frankreich

Das Schloss Chambord ist mit über 400 Zimmern und Kaminen ein äußerst imposantes Bauwerk und das größte Schloss an der Loire, Frankreich - © SR.LeePhotoTraveller/Shutterstock
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Das Tal der Loire im Norden Frankreichs ist berühmt und beliebt für seine idyllische Flusslandschaft, seine mittelalterlichen Städte und Feste und seine prunkvollen historischen Schlösser mit wertvollen Kunstschätzen.

Die Loire ist mit ca. 1.000km der längste Fluss Frankreichs, der in den Atlantik mündet. Das Tal der Loire ist in vieler Hinsicht ein einzigartiges Juwel Frankreichs.

BILDER: Loire-Tal

 

Das nahezu unberührte Flussufer, dessen Lauf, Sandbänke und Flussinseln sich ohne Regulierung durch den Menschen verändern dürfen, ist ein idealer Lebensraum für Flora und Fauna. Nicht umsonst wird es auch als der „Garten Frankreichs” bezeichnet.

Die Schönheit des Loire-Tals wusste auch der Hochadel Frankreichs zu schätzen. Seit dem 16. Jahrhundert errichteten die Adeligen entlang der Loire ihre Herrschaftssitze und säumten das wunderschöne Tal der Loire mit zahlreichen prächtigen Renaissance-Schlössern. Sogar die meisten politischen Belange der damaligen Zeit wurden hier und nicht mehr in Paris diskutiert – was ihm den weiteren Spitznamen „Tal der Könige” einbrachte.

Die natürliche und architektonische Schönheit des Loire-Tals brachte ihm im Jahr 2000 auf der Strecke zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes ein.

Unterwegs im Loire-Tal

Das Loire-Tal ist auch eine ideale Strecke für Radfahrer. Die gemütlichen Radwege führen durch idyllische Seelandschaften, vorbei an malerisch gewundenen Flussläufen und passieren natürlich die über 400 herrlichen Schlossbauten der Adeligen und verschlafene mittelalterliche Städtchen. Auch per Kanu oder Kajak kann das Gebiet optimal erkundet werden.

Alle zwei Jahre ist das Loire-Tal auch kultureller Anziehungspunkt. Beim „Festival de Loire” feiern über eine Woche lang alle teilnehmenden Städte, allen voran Orléans, in ausgelassener Stimmung mit Feuerwerken, Künstlern und Schaustellern, Wettbewerben und kulinarischen Köstlichkeiten. Den Mittelpunkt bildet die Loire und so spielen sich viele der Attraktionen für Jung und Alt auf dem Wasser ab.

Heldenhaft: Jeanne d’Arc, das junge Bauernmädchen, das im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England Orléans von der Belagerung befreite, stammte aus dem Loire-Tal. In Orléans findet auch jedes Jahr im Mai das Jeanne d’Arc-Fest statt, im Zuge dessen die Stadt mit mittelalterlichen Kostümen und Reiter-Umzügen die Zeit zurückdreht.

Im Anschluss ein kurzer Überblick über ein paar ausgewählte Schlösser im Loire-Tal:

Schloss Chenonceau

Die Arkaden des Schlosses Chenonceau bilden eine mehrbogige Brücke über den Fluss Cher. Die sich im Wasser spiegelnde Fassade gibt ein beeindruckendes Fotomotiv ab. Die Errichtung der Galerie aus Marmor im italienischen Stil wurde von Katharina von Medici veranlasst, die im Zweiten Weltkrieg die Grenze zwischen besetzter und unbesetzter Zone darstellte. Kunstinteressierte erfreuen sich an den Werken innerhalb seiner Mauern, unter anderem von Rubens und Tintoretto. 20 Jahre vor der Aufnahme des Loire-Tals auf die Liste war dieses Schloss bereits Teil des UNESCO-Welterbes.

Schloss Amboise

Das Renaissance-Schloss ist bekannt für seine beiden wuchtigen Rundtürme und Gärten und besitzt auch Teile gotischer Architektur, wie z.B. die elegante Hubertus-Kapelle oder die schmucken Innenräume des „Logis royal”. In einem Haus ganz in der Nähe des Schlosses hat Leonardo da Vinci einige Jahre lang gelebt. Fresken und Modelle von ihm sind dort zu besichtigen.

Schloss Blois

Das weitläufige Schloss besticht nicht nur durch seine italienisch beeinflusste Erscheinung, sondern auch durch seine geschichtsträchtige Vergangenheit. König Heinrich III. ließ hier seinen Feind, den Herzog von Guise ermorden, einige wenige Tage bevor die französische Königin Katharina von Medici hier starb. König Ludwig XII. verlegte die Regierung ins Schloss Blois und ließ es im Zuge dessen mit einer Vielzahl an Geheimfächer versehen. Die kostbaren Holzvertäfelungen stammen aus seiner Zeit. Im Sommer ist es immer wieder Schauplatz von Lichtspielen, die die Türme in Rot und Blau schimmern lassen und die umliegende Wiese in ein Sternenmeer verwandeln.

Schloss Chaumont

Der wehrhafte Eindruck des Schlosses täuscht nicht, Chaumont war früher eine Burg. Der italienische Einfluss hat robusten Eindruck etwas gemildert. Dort zu sehen gibt es eine Sammlung von Terrakotta-Medaillons, sowie das Observatorium des italienischen Astrologen Ruggieri.

Der wehrhafte Eindruck des Schlosses Chaumont täuscht nicht, es war früher eine Burg, Loiretal, Frankreich - © marekusz / Shutterstock
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Schloss Azay-le-Rideau

Der schmucke zweiflügelige Bau steht auf einer künstlichen Insel direkt im Fluss Indre und überlebte die Kriegszeit in Frankreich nur, weil sich die Besitzer mit den aufgebrachten Bürgern gut stellten. So konnte das Schloss im 19. Jahrhundert um einen englischen Park mit Zedern, Mammut- und Gingko-Bäumen erweitert werden. Im Inneren findet der Besucher wertvolle Wandteppiche, Gemälde und Kunstgegenstände.

Schloss Chambord

Franz I. ließ dieses Schloss mit dem Ziel errichten, seine Größe zu zeigen. Dies ist ihm auch gelungen. Mit über 400 Zimmern und Kaminen ist es ein äußerst imposantes Bauwerk und das größte Schloss an der Loire. Die reicht verzierte Fassade beeindruckt mit ihren unzähligen Luken, Giebeln, Türmchen und Dächern. Die Wendeltreppe stammt angeblich aus der Feder von Leonardo da Vinci. Das Wahrzeichen des Schlosses ist unübersehbar der Salamander – er verfolgt den Besucher durch das Schloss auf Schritt und Tritt. Im Sommer ist das Schloss Schauplatz von Aufführungen in historischen Kostümen mit genial inszenierten Beleuchtungseffekten und Projektionen.

Schloss Chambord ist ein Meisterwerk der Renaissance Architektur und wurde zwischen 1519 und 1559 errichtet, Loiretal, Frankreich - © marekusz / Shutterstock
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Schloss Villandry

Das jüngste Renaissance-Schloss aus dem frühen 16. Jahrhundert besticht vor allem durch seine allegorischen Gärten, die im 19. Jahrhundert restauriert wurden. Besucher wandeln auf drei Ebenen durch den Gemüsegarten, den Liebesgarten und den Wassergarten und lassen sich von den fantastisch angelegten Blumenornamenten und kunstvollen Buchsbaum-Figuren verzaubern.

Schloss Cheverny

Das kleine Schlösschen Cheverny ist eines der wenigen Schlösser im Loire-Tal, dessen Baustile nicht vermischt wurden. Beeindruckend ist neben der eher einfach gehaltenen Fassade vor allem die Innenausstattung. Hier findet man kostbare Möbel, Wandteppiche und Gemälde, allein das Prunkbett des Königs ist sehenswert. Umrahmt wir das Schloss von einem wunderschönen Park mit Ziergarten und befahrbaren Wasserläufen.

Das Schloss Cheverny ist eines der wenigen Schlösser im Loire-Tal, dessen Baustile nicht vermischt wurden, Frankreich - © Sergey Kelin / Shutterstock
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Schloss Ussé

Das romantische Schloss Ussé liegt im Wald von Chinon und erinnert mit seinen steilen Dächern, verspielten Erkern und Türmchen an ein Märchenschloss. Der Legende nach war wurde der Autor von „Dornröschen” von Ussé inspiriert. Trotz der lieblichen Details erinnern die mächtigen Türme und Wehrgänge an seine Vergangenheit als mittelalterliche Festung.

Weiterführende Links:

Liste der Schlösser im Loire-Tal mit ihren Öffnungszeiten
Detaillierte Übersicht über einige Schlösser entlang der Loire