Kathedrale von Lille, Frankreich

Die gewaltige Kathedrale von Lille erstrahlt nach 150 Jahren Bauzeit als monumentale Mischung von Neugotik und Moderne, Frankreich - © aztec123 / Shutterstock
© aztec123 / Shutterstock

Über 150 Jahr wurde an der gewaltigen Kathedrale von Lille gebaut. Heute erstrahlt das imposante Gotteshaus als monumentale Mischung von Neugotik und Moderne.

Die Geschichte der außergewöhnlichen Kathedrale von Lille im Norden von Frankreich begann mit der Marienstatue „Notre Dame de la Treille“. Das hölzerne Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Treille“ zeigt die Heilige Jungfrau mit dem Jesuskind und stammte ursprünglich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Damals wurde sie bereits in der Kirche Saint-Pierre als Wundertäterin verehrt und 1634 zur Stadtpatronin von Lille ernannt.

Als Saint-Pierre im Zuge der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts vollständig zerstört wurde, gelang es einem Mönch, die Figur zu retten und in der Kirche Sainte-Cathérine unterzubringen, wo sie zuerst jedoch in Vergessenheit geriet. Erst mit der katholischen Bewegung „Renouveau catholique“ wurde die Verehrung der Notre Dame de la Treille im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgenommen. Bald entstand auch die Idee der Patronin der Stadt eine eigene Kirche zu weihen und am 1. Juli 1854 wurde der Grundstein für die Kathedrale von Lille gelegt.

Am 1. Juli 1854 wurde der Grundstein für die prächtige Kathedrale von Lille gelegt, Frankreich - © Jordan Tan / Shutterstock
© Jordan Tan / Shutterstock

Die Unvollendete

Aufgrund der gewaltigen Größe der Kathedrale, die vom Architekten Charles Leroy geplant wurde, blieb der Sakralbau jedoch lange unvollendet. Zwanzig Jahre nach Grundsteinlegung wurde die Kirche eingeweiht und die Marienfigur erhielt feierlich ihren Platz am Chor der Kirche.

Heute ist die gewaltige Kathedrale Metropolitansitz und Sitz des römisch-katholischen Erzbistums von Lille, Frankreich - © Jordan Tan / Shutterstock
© Jordan Tan / Shutterstock

Zur Feier der Weihe wurden die Kirchenglocken gestiftet, woraufhin in Windeseile ein dreistöckiger Glockenturm fertiggestellt werden musste, der bis heute nicht weiter ausgebaut wurde. Im 20. Jahrhundert wurden mehrere Anbauten abgeschlossen, darunter insgesamt acht Seitenkapellen. Die letzten Änderungen wurden im Jahr 1999 durchgeführt, 8 Jahre zuvor wurde die moderne Westwand aufgestellt, die die monumentale Kathedrale von Lille unverkennbar macht.

Das heutige Gnadenbild der Stadtpatronin in der Kathedrale von Lille wurde von Marie Madeleine Weerts geschaffen, Frankreich - © Velvet CC BY-SA3.0/Wiki
© Velvet CC BY-SA3.0/Wiki

Heute ist die gewaltige Kathedrale Metropolitansitz und Sitz des römisch-katholischen Erzbistums von Lille. Das Sonnenlicht, das durch die farbigen Bleiglasfenster fällt, umhüllt die Altäre und Skulpturen in der hohen Saalkirche mit einer mystischen Aura.

Der Anblick der gewaltigen Fensterrosette an der Westfassade von Ladislas Kijno ist dabei besonders spektakulär. Ebenfalls einen zweiten Blick wert ist das kunstvolle Portal des Bildhauers Jeanclos.

Die Figur der Stadtpatronin ist allerdings nicht mehr das Original, denn die Marienstatue aus dem Mittelalter wurde 1959 gestohlen.

Das heutige Gnadenbild ist eine Nachbildung, die von Marie Madeleine Weerts geschaffen wurde.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Kathedrale von Lille (französisch)
Messen und Öffnungszeiten der Kathedrale von Lille (französisch)