Museen in Nizza, Frankreich

Aufgrund seiner Vielzahl an Museen gilt Nizza zurecht als Kunst- und Kulturmetropole an der Côte d’Azur, Frankreich - © irisphoto1 / Shutterstock
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Aufgrund seiner Vielzahl an Museen für Kunst, Geschichte und Volkstümliche Traditionen, die noch dazu bei freiem Eintritt besichtigt werden können, gilt Nizza zurecht als Kunst- und Kulturmetropole an der Côte d’Azur.

Mit ihrer außergewöhnlichen Schönheit zog das malerische Nizza seit jeher Künstler in ihren Bann, darunter auch klingende Namen wie Henri Matisse oder Marc Chagall. Heute sind die Werke zahlreicher nationaler und internationaler Künstler aus verschiedensten Epochen in rund 20 Kunstmuseen zu entdecken. Daneben stellen Geschichts- und Archäologie-Museen die Vergangenheit der Stadt aus verschiedensten Perspektiven dar. Ein Besuch in Nizzas Museen zahlt sich in jedem Fall aus, denn seit 1. Juli 2008 wird in Nizzas Museen kein Eintritt mehr verlangt.

BILDER: Museen von Nizza

 

Musée des Beaux Arts

Das Museum der Schönen Künste liegt im Zentrum von Nizza in der Avenue des Baumettes und zeigt in erster Linie Werke von französischen Künstlern, die zwischen dem späten 16. Jahrhundert und dem mittleren 20. Jahrhundert entstanden sind.

Das Musée des Beaux Arts in Nizza zeigt in erster Linie Werke von französischen Künstlern aus dem späten 16. Jahrhundert bis mittleren 20. Jahrhundert, Frankreich - © Corentin / Shutterstock
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Die vorherrschenden Stilrichtungen, die in dieser herrlichen genuesischen Villa gezeigt werden, beinhalten Rokoko, Impressionismus und Post-Impressionismus und Fauvismus.

Musée Matisse

Das Musée Matisse in Nizzas Stadtteil Cimiez wurde 1963 in der genuesischen Villa des Arènes eröffnet und zeigt über 700 Drucke, Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde, Fotos und illustrierte Bücher von Henri Matisse. Der Meister der klassischen Moderne wohnte ab 1917 bis zu seinem Tod 1954 in Nizza. Er besaß eine Wohnung am Place Charles-Félix und logierte als älterer Herr im Hotel Régina, welches vom Museum aus gut sichtbar ist.

Ein Großteil der Exponate im Matisse-Museum in Nizza stammt aus der Privatsammlung von Henri Matisse selbst, Frankreich - © Corentin / Shutterstock
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Ein Großteil der Exponate stammt aus der Privatsammlung von Henri Matisse selbst, andere wiederum, wie Keramiken, Glasfenster oder Dokumente, sind alltägliche Dinge aus seinem Besitz, die der Maler dem Museum überlassen hatte. Neben den permanenten Kollektionen werden in der schmucken Villa aus dem 17. Jahrhundert auch Sonderausstellungen gezeigt.

Musée Message Biblique Marc Chagall

Ebenfalls im Stadtteil Cimiez liegt das 1973 eröffnete Chagall-Museum von Nizza. Die Sammlung besteht aus 17 Werken von Marc Chagall, die die biblischen Bücher Genesis, Exodus und das Hohelied thematisieren, und wurde bereits zu seinen Lebzeiten zusammengestellt.

Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain (MAMAC)

Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst liegt in der Altstadt von Nizza gegenüber dem Nationaltheater an der Promenade des Arts. Skulpturen und Kunstwerke auf dem Platz vor dem Museum, wie zum Beispiel eine Figur des Loch-Ness-Monsters, geben bereits einen Vorgeschmack auf die Werke in seinem Inneren. Das im Juni 1990 eröffnete Museum stellt hinter seiner futuristischen Fassade aus Carrera-Marmor anhand von rund 400 Werken die Kunst der 1960er-Jahre bis heute dar.

Das MAMAC in Nizza stellt hinter seiner futuristischen Fassade anhand von rund 400 Werken die Kunst der 1960er-Jahre bis heute dar, Frankreich - © irisphoto1 / Shutterstock
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Zu den am häufigsten vertretenen Stilrichtungen zählen der Neue Realismus mit Yves Klein, Christo oder César, Pop-Art mit Roy Liechtenstein oder Andy Warhol und die amerikanische Abstraktion, wie zum Beispiel von Frank Stella oder Sol LeWitt. Diverse wechselnde Ausstellungen komplettieren das kulturelle Angebot des MAMAC.

Musée des Arts Asiatiques

An der Promenade des Anglais im botanischen Erlebnisgarten Parc Phoenix gegenüber dem Flughafen von Nizza liegt das Museum für asiatische Kunst, welches auf einem künstlichen See zu schweben scheint. Darin ist nicht nur die klassische und zeitgenössische Kunst der asiatischen Länder vertreten, sondern auch ihre Kultur, Ethnologie und Geschichte. Das faszinierende Gebäude verfügt außerdem über einen kleinen Buchladen und ein Teehaus, das über einen Wandelgang zu erreichen ist.

Der moderne Komplex aus weißem Marmor ist der europaweit einzige Museumsbau des 2005 verstorbenen japanischen Architekten Kenzō Tange. Seine Form aus Viereck und Kreis erinnert an ein tibetanisches Mandala und stellt die asiatischen Symbole für Himmel und Erde dar. Die vier Würfel stehen für die chinesische, indische, kambodschanische und japanische Zivilisation, Hirsch und Reh symbolisieren die erste Predigt Buddhas.

Am Musée des Arts Asiatiques in Nizza symbolisieren Reh und Hirsch die erste Predigt Buddhas, Frankreich - © Jean-Pierre Dalbéra CC BY2.0/Wiki
© Jean-Pierre Dalbéra CC BY2.0/Wiki

Besonders interessant präsentiert sich auch der Kontrast zwischen der komplett lichtdurchfluteten Museumshalle mit Glaspyramide und traumhaftem Blick auf den See und den völlig fensterlosen Ausstellungspavillons.

Musée International d’Art Naif Anatole Jakovsky

Dieses Museum konzentriert sich auf faszinierende Werke naiver Kunst (Laien-Malerei) aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Das Museum wurde im Jahr 1982 eröffnet und besteht zu einem Großteil aus Spenden aus der privaten Sammlung des Ehepaars Anatole und Renée Jakovsky. Die Villa, in der das Museum untergebracht ist, war bis 1973 im Besitz der Parfumeur-Familie Coty und wird von einem idyllischen botanischen Garten mit Skulpturen von Fréderic Lanovsky umrahmt.

Museen für Geschichte und Archäologie

In Bezug auf Geschichte hat das Musée Paléontologie Humaine mit den ältesten bekannten Behausungen im Westen Europas ein Highlight zu bieten. Die Überreste wurden 1965 über dem alten Hafen entdeckt und auf ein Alter von 400.000 Jahre datiert.

Weitere archäologische Funde aus der ehemaligen römischen Siedlung von Cimiez sind im Musée Archéologique de Cimiez ausgestellt, im dem auch die Ausgrabungsstätte selbst besichtigt werden kann. Das Musée d’Histoire Naturelle de Nice präsentiert nicht nur die Flora und Fauna aus Nizzas Umgebung, sondern ist dank seiner Eröffnung im Jahr 1846 auch das älteste Museum der Stadt. Seit neuestem ist es allerdings in der Cité des Sciences et de la Nature zu finden.

In der prächtigen Jahrhundertwende-Villa des Musée Masséna in Nizza wird die Geschichte der Stadt präsentiert, Frankreich - © eFesenko / Shutterstock
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Nicht ganz so weit zurück in die Vergangenheit geht es in der prächtigen Jahrhundertwende-Villa des Musée Masséna und dem Musée de la Résistance azuréenne, die die Stadtgeschichte Nizzas bzw. den regionalen Widerstand gegen die deutsche Besatzung des Nationalsozialismus vorstellen. Mit dem Musée de la Marine und dem Musée Prieuré du Vieux-Logis komplettieren ein Schiffs- und Möbelmuseum das umfangreiche Angebot, das die Museumslandschaft von Nizza zu bieten hat.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des MAMAC in Nice (englisch)
Offizielle Website des Musée des Beaux Arts (englisch/französisch)
Offizielle Website des Musée Matisse (englisch)
Offizielle Website des Musée Message Biblique Marc Chagall (englisch)
Offizielle Website des Musée des Arts Asiatiques (französisch)
Öffnungszeiten des Musée International d’Art Naif Anatole Jakovsky (französisch)
Öffnungszeiten des Musée Paléontologie Humaine (französisch)
Öffnungszeiten des Musée Archéologique de Cimiez (französisch)
Offizielle Website des Musée d’Histoire Naturelle de Nice (französisch)
Öffnungszeiten des Musée Masséna (französisch)
Öffnungszeiten des Musée Prieuré du Vieux-Logis (französisch)