Museum der Erinnerung und der Menschenrechte – Santiago de Chile, Chile

Das Museum der Erinnerung und der Menschenrechte in Santiago de Chile informiert über die dunklen Zeiten der Militärdiktatur von Augusto Pinochet - © Jorge Barrios CC BY-SA3.0/Wiki
© Jorge Barrios CC BY-SA3.0/Wiki

Das Museum der Erinnerung und der Menschenrechte informiert Besucher über die dunklen Zeiten, als in Chile der skrupellose Diktator Augusto Pinochet an der Macht war.

Das Museum der Erinnerung und der Menschenrechte (Museo de la Memoria y los Derechos Humanos) in Chiles Hauptstadt Santiago erinnert an die zahllosen Menschenrechts-verletzungen, die von 1973 bis 1990 unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet geschahen, nachdem der amtierende Präsident im Palacio de La Moneda auf tragische Weise gestürzt wurde.

Das Museum wurde am 11. Jänner 2010 von der damaligen Präsidentin Michelle Bachelet zur 200-Jahr-Feier von Chile eröffnet. Selbst ein Folter-Opfer des Pinochet-Regimes hatte sie im Dezember 2008 auch den Grundstein für den Bau des Museums gelegt. Das Architektenteam stammte aus Brasiliens Metropole São Paulo.

Besuch des Museo de la Memoria y los Derechos Humanos

Das Museum liegt in der Avenida Matucana 501 und befindet sich genau bei der U-Bahn-Station Quinta Normal. Der Zugang für Besucher erfolgt über die Calle Catedral und ist kostenfrei. Eine Tour durch das Museum dauert etwa 2 Stunden und kann mit oder ohne Guide unternommen werden. Die Audioguides stehen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung.

Tipp: Unter der Woche ist im Museum der Erinnerung und der Menschenrechte um einiges weniger los als an den Wochenenden.

Auf drei Stockwerken präsentiert das Museum zahlreiche Artefakte der damaligen Zeit, darunter Dokumente, Zeitungsartikel, Fotografien, Briefe und Plakate. Original-Filmaufzeichnungen machen die Ausstellungen lebendig und lassen die Gräuel der damaligen Zeit hautnah miterleben. Rund 40.000 Menschen wurden damals gefoltert und getötet. Ihre detailreichen Geschichten zu erfahren geht ziemlich unter die Haut!

Grausame Folterinstrumente, dramatische Berichte von Überlebenden und Briefe von Insassen sind nichts für Museumsbesucher mit schwachen Nerven. In Raum 1 geht es um die generelle weltweite Herausforderung der Wahrung der Menschenrechte. Die darauffolgenden Räume 2 bis 11 erzählen unter den Überschriften „Military Coup of September 11th, 1973“ bis „Never again“ die ganze Geschichte des brutalen Regimes.

Tipp: Um das Gesehene und Gehörte am Ende des Museumsbesuchs etwas zu verarbeiten, empfiehlt sich ein Besuch im Museumscafé Azul gleich rechts beim Haupteingang. Allzu weit weg sollte man sich vom Museum allerdings nicht entfernen, da die Region Quinta Normal nicht unbedingt zu den sichersten in Santiago de Chile zählt.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Museums für Erinnerung und Menschenrechte in Santiago de Chile (spanisch)