Chuquicamata-Mine, Chile

Chuquicamata, die größte Kupfermine der Welt im Norden Chiles - © Carol Meneses / Fotolia
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Die Chuquicamata-Mine liegt in der Atacama-Wüste im Norden Chiles und ist die größte Kupfertagebaustätte der Welt. Von Umweltschützern als äußerst kritisch betrachtet sind das beeindruckende Gelände und die gigantischen Maschinen nichtsdestotrotz einen Besuch wert.

Die Mine Chuquicamata im Norden Chiles ist die größte Kupfermine der Welt und stellt einen wichtigen Wirtschaftszweig für Chile dar. Sie befindet sich in der Atacama-Wüste, etwa 15 Kilometer von der Stadt Calama entfernt. Die reichen Kupfervorkommen der Mine wurden nach dem Salpeterkrieg (1879 – 1884), den Chile mit finanzieller Hilfe von Großbritannien gegen Bolivien und Peru führte, entdeckt. Vor dem Krieg gehörten die Stadt Calama und Chuquicamata zu Bolivien. 1915, einige Jahre nach dem Krieg, wurde in der Chuquicamata-Mine mit dem Abbau von Kupfer begonnen.

Im Jahr 1912, drei Jahre vor Beginn des Abbaus, wurde die Mine von der amerikanischen Firma Guggenheim Bros. übernommen und von dieser 1923 an die Anaconda Copper Mining Company, ebenfalls eine amerikanische Firma, übergeben. Erst 1971 ging die Mine in den Besitz des chilenischen Staatsunternehmens Codelco (Corporacion Nacional des Cobre de Chile) über, und zwar durch die Verfassungsreform unter der Regierung von Salvador Allende.

Wirtschaftssegen und Umweltfluch

Arbeitsfahrzeuge in der Kupfermine Chuquicamata, Chile - © Carol Meneses / Fotolia
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Täglich werden in Chuquicamata unglaubliche 180.000 Tonnen Gestein mit einem Kupfergehalt von 1,5% abgebaut. Daraus lassen sich ungefähr 2.500 Tonnen hochprozentiges Kupfer gewinnen. Heute wird in der Mine nur Tagebau betrieben. Dieser ist ca. 4 Kilometer lang, 3 Kilometer breit und 850 Meter tief. Das gewonnene Kupfer wird mit der Bahn zuerst über Calama in den Hafen von Antofagasta gebracht, von wo aus es per Schiff hauptsächlich nach China transportiert wird. Da Chile über 40% des Weltvorkommens an Kupfer verfügt, verdankt es diesem einen großen Teil seines nationalen Einkommens.

In der Mine sind ca. 2.000 Arbeiter beschäftigt. Aufgrund des hohen Feinstaubgehalts kommt es allerdings oft zu Berufserkrankungen wie Staublungen, Asthma oder Krebs. Aufgrund dieser schweren Belastungen wurden die Bewohner von Chuquicamata, das früher einmal eine Kleinstadt war, im Jahr 2004 nach Calama umgesiedelt, wo ein eigenes Wohnviertel für sie errichtet wurde. Ihre ehemaligen Häuser stehen heute noch, als würden sie morgen wieder bezogen werden. Die Anzahl der Touristen, die die Mine jährlich besuchen, dezimierte sich dadurch allerdings nicht.

Che Guevara bezeichnete die Mine von Chuquicamata einst als das Sinnbild der arbeitenden Klasse, heute steht sie allerdings eher für Umweltverschmutzung (immer mehr Arsen und andere gefährliche Substanzen gelangen mit den Abwässern ins Umland), aber auch für Rohstoffreichtum und eine wirtschaftlich wertvolle Vielzahl an Touristen.

Unterwegs in der Chuquicamata-Mine

Besuchern bietet die Chuquicamata ein einzigartiges Erlebnis im weltweit größten Kupfertagebau. Will man das gesamte Gelände besichtigen, muss man schon einen ganzen Tag für die Führung einplanen. Ausgestattet mit Schutzkleidung geht es dann zu den verschiedensten Aussichtsplattformen, deren gigantisches Panorama erst die wahren Ausmaße der riesigen Minen-Krater erkennen lässt. Die Arbeiter können beim Abbau beobachtet werden, auch ein Zwischenstopp in der Wartungs- und Reparaturhalle der beinahe furchteinflößenden Monstermaschinen ist eingeplant. Das Programm wird durch aufschlussreiche Vorträge und anschauliche Präsentationen untermalt und ist nicht nur für Technik-Freaks absolut empfehlenswert!

Weiterführende Links:

Bericht über einen Besuch in der Mine