Feuerland, Argentinien und Chile

Dramatische Wolkenformationen mit schöner Speigelung, Feuerland, Chile - © Ralf Broskvar / Shutterstock
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Das Feuerland ist eine Inselgruppe am südlichsten Ende Südamerikas und wird auch als Ende der Welt bezeichnet. Als Ausgangspunkt für Antarktis-Expeditionen erhält man hier bereits einen Vorgeschmack auf das raue Klima, das einen erwartet.

Beim Feuerland handelt es sich um eine Inselgruppe am südlichsten Ende Südamerikas mit gleichnamiger Hauptstadt. Vom Festland ist „das Ende der Welt” durch die Magellanstraße, einer ca. 600 Kilometer langen Meeresstraße, getrennt. Sie wurde im Jahr 1520 von Ferdinand Magellan entdeckt und bildete für ungefähr 100 Jahre danach die einzige Passage, die vom Atlantik in den Pazifik führte.

1881 wurde das Feuerland zwischen Argentinien und Chile aufgeteilt, wobei die chilenischen Inseln den Namen „Magellanes” tragen. Die Inselgruppe umfasst ca. 71.500 Quadratkilometer und beheimatet etwa 140.500 Einwohner, die meisten davon leben allerdings im westlichen chilenischen Teil.

Die Hauptinsel wird Isla Grande de Tierra del Fuego (dt. „die große Feuerlandinsel”) genannt und ist in ungefähr gleichen Teilen zwischen Argentinien und Chile aufgeteilt. Auf dieser Insel steht auch der mit ca. 2.500 Metern höchste Berg des Feuerlands, der Monte Darwin.

Verhängnis der Ureinwohner

Bevor das Feuerland von den Europäern entdeckt wurde, bewohnten es verschiedene Gruppen von Ureinwohnern, deren Zahl auf 12.000 geschätzt wird. Sobald die Magellanstraße als wichtiger Verkehrsweg auf See entdeckt war, wurde sie immer mehr von den Europäern genutzt. Nach und nach begann man auch, Feuerland zu erforschen; vor allem John Byron trug viel zu dessen Erkundung bei, indem er die Inselgruppe als erster umsegelte.

Altes Boot mit den Bergen von Feuerland im Hintergrund, Chile - © Jess Kraft / Shutterstock
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In den Jahren von 1879 bis 1910 wurde auf den Feuerland-Inseln auch Gold abgebaut. Die Goldvorkommen waren rasch erschöpft, trugen aber nichtsdestotrotz dazu bei, dass die Ureinwohner des Feuerlands von den Europäern nach und nach durch blutige Auseinandersetzungen und eingeschleppte Krankheiten bis 1910 beinahe vollständig ausgerottet wurden.

Unterwegs im Feuerland

Wer das Feuerland besucht, sollte sich auf ein raues Klima mit viel Wind, teils heftigen Stürmen und Regen einstellen. Das ganze Jahr über ist es hier eher unwirtlich kalt und feucht, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwas über fünf Grad, die Nähe zur Antarktis ist hier deutlich zu spüren. Das Feuerland ist Anlaufpunkt für viele Kreuzfahrtschiffe und Ausgangshafen vieler Antarktis-Expeditionen.

Das Feuerland kann ganzjährig besucht werden, vor allem im Winter bietet es Möglichkeiten zum Skifahren, Langlaufen, Eislaufen oder Hundeschlittenfahren. Im Dezember sind die Tage extrem lang, die Sonne geht um halb 5 morgens auf und erst um halb 11 am Abend wieder unter, ausreichend Zeit im Tageslicht, die faszinierende Landschaft auf sich wirken zu lassen. Seine Natur- und Tierwelt erlebt man am besten bei einem Streifzug durch den Nationalpark des Feuerlandes oder auf einer der fantastischen Gletschertouren.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Feuerlandes für Touristen (spanisch, leider nur automatische deutsche Übersetzung)