Festung Qalaat al-Qesra in Rustaq, Oman

Die Festung von Rustaq zählt zu den größten und ältesten Bollwerken im Oman © Styve Reineck / Shutterstock

Rustaq war zu Zeiten der omanischen Imams Herrschersitz und wurde dementsprechend mit einem massiven Fort befestigt, welches neben dem Souq und der Moschee zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der malerischen Stadt zählt.


Die omanische Stadt Rustaq im gleichnamigen Bezirk im Norden des Landes ist für Oman-Reisende vor allem wegen ihrer imposanten Festung interessant. Und auch wer es ruhig und beschaulich mag, sollte sich nach Rustaq wenden. Die hellen Bauten der kleinen Stadt unter wiegenden Palmen und strahlender Sonne erinnern fast ein wenig an mediterranes Inselflair.

Rustaq („Grenzgebiet") hat seinen Namen von den Persern bekommen, die die Stadt am Fuß des Hajar-Gebirges im 7. Jahrhundert beherrschten. Das erste Mal zur omanischen Herrscherstadt wurde Rustaq im Jahr 1624, als sie der damalige Herrscher der Ya'arubi-Dynastie Nasir ibn Murschid zu seinem Sitz auserkor. Er war es auch, der den Bau der Festung und der Al Badayah-Moschee in Auftrag gab. 1784, unter Hamad ibn Said, verlor Rustaq den Regierungssitz an Muskat.

Rustaq ist berühmt für seinen vorzüglichen Bienenhonig, der in über 1.000 Stöcken vor Ort hergestellt wird, und für sein exzellentes Halwa, eine typisch omanische Süßspeise. Neben den wie allseits im Oman köstlichen Datteln sollten auch Granatäpfel, Marillen, Pflaumen oder Weintrauben, direkt vom Fuß des Jebel Akhdar importiert, probiert werden.

Tipp

Die beste Möglichkeit, um die Köstlichkeiten Rustaqs zu genießen, ist der kleine Souq am Rand von Rustaq. Er hat jeden Vormittag außer freitags geöffnet.

Festung Qalaat al-Qesra

Das imposante Fort Qalaat al-Qesra ragt auf drei Ebenen bis zu knapp 20m in die Höhe und wurde auf den Grundmauern einer weiteren Befestigungsanlage errichtet, die von persischen Baumeistern stammte. Von 3 Meter dicken Mauern umfasst konnte die Festung von Rustaq so manchem Beschuss standhalten. Von den vier Türmen ist der größte 18,5 Meter hoch und 6 Meter breit, ihre Bezeichnungen lauten „Roter Turm", „Windturm", „Teufelsturm" und „Neuer Turm".

Hinter den bis zu 3m dicken Mauern und den vier Rundtürmen der Festung von Rustaq fühlt man sich heute noch vor Angreifern sicher, Oman © Sudheer Sakthan / Shutterstock

Die mächtigen Mauern umgeben mehrere Gebäude, eine Waffenkammer und eine Moschee. Einige Omani der Umgebung haben die Restauration und Verbesserung von alten Waffen zu ihrem Beruf gemacht. Ihre Werke sind unter anderem in der Festung von Rustaq ausgestellt. Jeden Tag außer am Freitag (der „omanische Sonntag") kann das Fort besichtigt werden.

Tipp

Die Festungen von Rustaq, Nakhl, Barka und Al-Hazm können von Muscat aus über bequeme Straßen zu einem Tagesausflug verbunden werden.

Umgebung von Rustaq

Von Rustaq aus lohnt sich ein Abstecher zu den heißen Quellen, von denen die bekannteste Ain al Kasafa heißt. Das Wasser sprudelt hier mit einer Temperatur von 45°C aus dem Boden und wird aufgrund seines heilsamen Schwefelgehalts für die Behandlung von Rheuma und Hautkrankheiten verwendet.

Eine weitere Quelle, diesmal unterirdisch, ist in der nahe gelegenen Al Sanaqha-Höhle zu finden, nur eine der vielen, die in den Bergen um Rustaq verstreut liegen.


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