Pitch Lake (Asphalt-See) auf Trinidad, Trinidad und Tobago

Trotz den scheinbar lebensfeindlichen Bedingungen leben Pflanzen und vor allem Vögel rund um den Asphaltsee in Trinidad - © CarlUngewitter CC BY-SA3.0/W
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Ein 40 Hektar großer und bis zu 100 Meter tiefer Asphaltsee im Südwesten Trinidads gilt als die „hässlichste Attraktion der Karibik“. Der natürliche Asphaltsee besteht aus schwarzen, blubbernden Löchern, weichem zähflüssigen Bitumen und ausgehärtetem Asphalt, der sogar betreten werden kann.

Im Südwesten der Karibikinsel Trinidad befindet sich in der Nähe des Ortes La Brea ein Naturwunder der besonderen Art. Ein natürlicher Asphaltsee, englisch „Pitch Lake” genannt, der größte Asphaltsee der Welt, erstreckt sich über eine Fläche von 40 Hektar. Was auf den ersten Blick wie ein riesiger Parkplatz aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen bald als „lebender” See.

In der Tiefe des Sees dringt, möglicherweise verursacht durch ein unter Druck stehendes Erdölfeld, heißes, flüssiges Bitumen (Erdpech) aus dem Erdkern und vermischt sich mit dem Gestein zum so genannten „Trinidad-Naturasphalt”. Je weiter nach oben die Mischung kommt, desto stärker kühlt sie ab. Die Oberfläche des Asphaltsees ist runzelig und uneben, an manchen Stellen am Rand des Sees ist der Asphalt so weit ausgehärtet, dass er betreten werden kann. Der erste europäische Entdecker des Asphaltsees war im Jahr 1595 der englische Seefahrer und Entdecker Sir Walter Raleigh, der den Teer gleich zum Abdichten seiner Schiffe nutzte.

Der Asphaltsee soll bis zu 100 Meter tief sein und 10 Millionen Tonnen Asphalt enthalten, genaue Messergebnisse liegen nicht vor.

Auf der karibischen Insel Trinidad befindet sich der größte natürliche Asphaltsee der Welt - © CarlUngewitter CC BY-SA3.0/W
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Gut für Wirtschaft und Tourismus

Für Trinidads Wirtschaft ist der enorme Asphaltsee in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Einerseits wird der Asphalt aufgrund seiner ausgezeichneten Qualität industriell für den Straßenbau genutzt. Die erste Raffinerie wurde im 17. Jahrhundert durch die Spanier errichtet, im 19. Jahrhundert stieg der Bedarf an Asphalt durch den fortschreitenden Straßenbau in Europa massiv an. Heute werden jeden Tag bis zu 200 Tonnen Asphalt exportiert. Die beim Abbau entstandenen Löcher werden durch den nachkommenden Asphalt aus der Tiefe rasch wieder geschlossen, Experten schätzen, dass der Asphalt bei gleichbleibendem Abbau für die nächsten 100 Jahre reichen wird.

Andererseits ist die natürlich entstandene pechschwarze Fläche eine beliebte Touristenattraktion, die jährlich von etwa 20.000 Touristen besucht wird. Wer sich jetzt eine langweilige schwarze Fläche vorstellt, irrt. Die „hässlichste Attraktion der Karibik” beeindruckt durch ihre vielfältigen Formen und Auswürfe. In der Mitte ist der Asphalt äußerst weich, beinahe flüssig, Äste, Blätter und andere Dinge, die darauf landen, sinken langsam in die zähe schwarze Masse, werden konserviert, durchgekaut und nach einigen Monaten oder Jahren oder Jahrzehnten wieder ausgespuckt. So tauchen an der Oberfläche des Sees regelmäßig die bizarrsten Formen auf, von denen bei vielen nur geraten werden kann, was unter dem Asphaltmantel eingeschlossen ist.

Legende: Entstehung des Pitch Lake

Die Indianer glaubten, der Asphaltsee sei der Eingang zur Unterwelt. Nach einer indianischen Sage sollte an seinem Ufer einst ein wohlhabendes Dorf gelegen haben, welches seinen Reichtum mit dem Anbau von Obst vermehrt. Als jedoch Vögel über die Obstbäume herfielen, wurden diese gejagt und getötet. Darunter auch einige Kolibris, die heiligen Vögel des Volkes. Dies erzürnte die Götter, die das Dorf darauf in den See stürzten, der sich blitzartig pechschwarz färbte und anstatt kristallklaren Wassers nur noch stinkenden Schlamm enthielt.

Trotz den scheinbar lebensfeindlichen Bedingungen ist eine Vielzahl an seltenen Pflanzen und vor allem Vögeln rund um den Asphaltsee zu beobachten. Der See sollte übrigens auf keinen Fall auf eigene Faust erkundet werden – die Führer wissen genau, welche Stellen sicher betreten werden können. Wer die blubbernden heißen Löcher mit flüssigem Asphalt schon gesehen hat, weiß womit man es zu tun hat, wenn man einsinkt.

Weiterführende Links:

Reisebericht mit Fotos vom Asphaltsee