Santo Domingo, Dominikanischen Republik

Als erstes Gotteshaus der westindischen Inseln hatte die Kathedrale von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik lange eine Vormachtstellung inne - © fototehnik / Shutterstock
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Santo Domingo ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik und wurde von den Europäern als erste Stadt in der Neuen Welt gegründet. Die historischen Bauten zeugen von der Zeit der spanischen Kolonialherren.

Santo Domingo liegt an der Südküste der Dominikanischen Republik an der Mündung des Río Omaza und ist mit 3 Millionen (zählt man die gesamte Agglomeration 4 Millionen) Einwohnern die größte Metropole und Hauptstadt des Landes. 1496 wurde sie vom Entdecker Christoph Kolumbus selbst ins Leben gerufen und zwei Jahre später von seinem Bruder Bartolomeo offiziell unter dem Namen La Nueva Isabela gegründet. Sie ist somit die erste Stadt, die von Europäern in der Neuen Welt gegründet wurde. Ihren heutigen Namen erhielt sie erst 1502.

1990 wurde die Altstadt von Santo Domingo westlich des Río Ozama in die Weltkulturerbeliste der UNESCO eingetragen.

Die Stadtarchitektur wurde erstmals nach dem laut Renaissance Idealgrundriss einer Stadt entworfen. Von einem zentralen Stadtplatz führen rechtwinklig angelegte Straßen in alle Himmelsrichtungen. Dieses Stadtbild war Vorbild für die folgenden Stadtpläne in ganz Lateinamerika.

Dementsprechend riecht Santo Domingo auch heute noch nach der Zeit der Eroberung und Kolonien, ein geschichtsträchtiges Bauwerk reiht sich an das nächste. Einen Stadtrundgang durch Santo Domingo in der Altstadt zu beginnen bietet sich an – hier begann schließlich Ende des 15. Jahrhunderts die Geschichte der Neuen Welt!

Unterwegs in Santo Domingo

Für einen Rundgang zu Fuß sollte man etwa 3-4 Stunden einplanen. Dies bietet genug Zeit, um die historische Stadt mit ihren geschichtsträchtigen Bauten, gemütlichen Cafés, Restaurants und Souvenir-Shops in vollen Zügen genießen zu können. Eine Sightseeing-Tour durch Santo Domingo startet am besten am Plaza de Colòn. Im Zentrum des kleinen gepflasterten Platzes thront ein Denkmal von Christoph Kolumbus mit ausgestrecktem Arm. Hier beginnt die Fußgängerzone Calle El Conde mit ihren gemütlichen Lokalen und Shopping-Möglichkeiten.

Die Kathedrale von Santo Domingo liegt am Plaza de Colòn, in dessen Mitte Denkmal von Christoph Kolumbus thront, Dominikanische Republik - © hessbeck / Shutterstock
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Kathedrale Santa Maria la Menor

Ebenfalls am Plaza de Colón liegt die geschichtsträchtige Kathedrale von Santo Domingo. Sie wurde von 1521 bis 1540 errichtet und ist damit die älteste Kathedrale des amerikanischen Kontinents. Aufgrund ihrer fehlenden Glockentürme gilt sie als unvollendet. 6 Jahre nach ihrer Einweihung wurde sie vom damaligen Papst Paul III. offiziell zur ersten erzbischöflichen Kathedrale der Neuen Welt ernannt. Bei Renovierungsarbeiten kam im 19. Jahrhundert eine Urne zu Tage, die mit dem Namen von Christoph Kolumbus beschriftet war.

Der Faro Colón (Leuchtturm des Kolumbus) ist das Wahrzeichen von Santo Domingo, Dominikanische Republik - © hessbeck / Fotolia
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Faro Colón

Die vermeintlichen sterblichen Überreste von Kolumbus wurde im Zuge der 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas 1992 in das neu gebaute gigantische Mausoleum Faro Colón (Leuchtturm des Kolumbus) im Osten des Stadtzentrums überführt. Neben der Grabstätte des spanischen Entdeckers enthält der Faro Colón auch ein Museum, das den Vereinigten Staaten von Amerika gewidmet ist.

Der Alcázar de Colón, der Palast des ehemaligen Vizekönigs, Santo Domingo, Dominikanische Republik - © hessbeck / Fotolia
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Alcázar de Colón

Gleich gegenüber des Faro Colón mit Blick auf den Río Ozama liegt der Alcázar de Colón, der Palast des ehemaligen Vizekönigs. Der Bau wurde von Diego Colón, dem ersten Sohn von Christoph Kolumbus in Auftrage gegeben und 1514 fertiggestellt. Über 60 Jahre lang regierten die spanischen Königshäuser von hier aus die Neue Welt. Nach dem Tod der Gemahlin von Diego Colón wurde der Palast verlassen und dem Verfall preisgegeben. Erst in den 1950er Jahren wurde er restauriert und beinhaltet nun das vizekönigliche Museum mit einer Menge an Schätzen aus der Kolonialzeit.

Die Festung Ozama in Santo Domingo, Dominikanische Republik - © hessbeck / Fotolia
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Ebenfalls in Santo Domingo befindet sich die älteste Universität Amerikas, ihre Eröffnung fand 1538 statt. Auch das erste Kloster Amerikas befindet sich in Santo Domingo, die Ruinen des Monasterio de San Francisco sind heute noch zu besichtigen. Und was bei so vielen monumentalen Bauten nicht fehlen darf, ist natürlich eine Festung. Das Fortaleza Ozama an der Mündung des gleichnamigen Flusses ist – Überraschung – die älteste Festung Amerikas.

Neben all den Altersrekorden sind in Santo Domingo auch modernere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Dazu gehören zum Beispiel das National Aquarium, welches mit einem großen Themenpark die Meereswelt der Karibik vorstellt, und der Botanische Garten, der neben Pflanzen aus aller Welt auch eine der weltweit größten Blumenuhren beherbergt.

Tipp: Wer einen Stadtführer sucht, braucht nur ein paar Schritte in die Gässchen von Santo Domingo machen. Immer wieder wird man angesprochen, ob man einen Guide benötigt. Wer mit einem festen „No” antwortet, wird auch nicht weiter belästigt.