Kathedrale von Santo Domingo, Dominikanische Republik

Die Kathedrale von Santo Domingo, Dominikanische Republik, wurde 1540 nach knapp 20 Jahren Bauzeit eingeweiht - © Zoran Karapancev / Shutterstock
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Die Kathedrale in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo ist die älteste Kirche Amerikas und hatte über lange Zeit eine Vormachtstellung gegenüber anderen Kirchen inne.

Die Kathedrale von Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, ist die älteste Kirche Amerikas. Sie ist unter vielen Namen bekannt, wie zum Beispiel Santa Maria La Menor, Basilica Menor de la Virgen de La Anunciación, Metropolitana Santa María de la Encarnatión oder auch Catedral Primada de América (erste Kathedrale Amerikas). Gemeinsam mit der Altstadt von Santo Domingo zählt sie seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

BILDER: Kathedrale in Santo Domingo

 

Nach knapp 20 Jahren Bauzeit (Baubeginn war 1523) wurde sie 1540 im Jahr ihrer Fertigstellung feierlich eingeweiht. 6 Jahre später wurde sie vom damaligen Papst Paul III. offiziell zur ersten erzbischöflichen Kathedrale der Neuen Welt ernannt. Als erstes Gotteshaus der westindischen Inseln hatte sie über lange Zeit eine Vormachtstellung gegenüber anderen Kirchen inne.

Die Kathedrale von Santo Domingo wurde im Renaissance-Stil errichtet und liegt am Plaza de Colòn, ein kleiner gepflasterter Platz, in dessen Mitte Denkmal von Christoph Kolumbus mit ausgestrecktem Arm thront. Die Fußgängerzone Calle El Conde mit ihren gemütlichen Lokalen und Shopping-Möglichkeiten führt direkt darauf zu.

Die Kathedrale von Santo Domingo liegt am Plaza de Colòn, in dessen Mitte Denkmal von Christoph Kolumbus thront, Dominikanische Republik - © hessbeck / Shutterstock
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Wenig Prunk, viel Geschichte

Die Kathedrale in seinem Rücken wirkt eher schlicht, ihrer Fassade aus ockerfarbenen Korallensteinen fehlt jeglicher Prunk oder Verzierungen. Dies ist sicherlich auf die wilden Zeiten zurückzuführen, als Santo Domingo noch unter der Herrschaft der Piraten zu leiden hatte. Ende des 16. Jahrhunderts beispielsweise forderte der berüchtigte Seeräuber Sir Francis Drake, die Bewohner von Santo Domingo mögen all ihre Wertgegenstände ausliefern, ansonsten würde er die Stadt weiterhin belagern. Gut möglich, dass im Zuge dessen auch die Kathedrale ihre Schätze lassen musste.

Dennoch sind einige Wertsachen vorhanden geblieben. Der Innenraum der Kathedrale ist mit Mobiliar aus hochwertigem Mahagoni-Holz bestückt und der Silberaltar ist ebenfalls ein Kleinod von unschätzbarem Wert. Die gotischen Gewölbe im Kirchenschiff lassen darauf schließen, dass die Kirche über mehrere Epochen hinweg erweitert wurde. Ursprünglich bestand sie aus Lehmziegeln und hatte ein Dach aus Palmenblättern. Auch aufgrund von Erdbeben und mutwilligen Beschädigungen bei Angriffen auf Santo Domingo musste die Kathedrale immer wieder renoviert werden. Aufgrund des fehlenden Glockenturms gilt die Kathedrale als unvollendet.

Als erstes Gotteshaus der westindischen Inseln hatte die Kathedrale von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik lange eine Vormachtstellung inne - © fototehnik / Shutterstock
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Grab des Kolumbus?

Im Jahr 1877 wurde bei Renovierungsarbeiten in der Kathedrale eine Urne entdeckt, die mit Christoph Kolumbus‘ Namen beschriftet war. Diese ruht mittlerweile im Faro Colón, dem Leuchtturm des Kolumbus ebenfalls in Santo Domingo. Als Verbleib der echten Gebeine von Amerikas Entdecker wurde übrigens mittels DNA-Analyse die Kathedrale Santa Maria de la Sede in der spanischen Stadt Sevilla bestätigt. Allerdings könnten größere Reste des Skelettes noch anderswo vorhanden sein.