Riesenrad in Wien, Österreich

Das berühmte Riesenrad im Wiener Prater gehörte zur Zeit seiner Entstehung zu den größten Riesenrädern der Welt, Österreich - © jpatava / Shutterstock
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Das berühmte Riesenrad im Wiener Prater gehörte zur Zeit seiner Entstehung zu den größten Riesenrädern der Welt. Heute ist die vielbesuchte Touristenattraktion noch immer eines der bekanntesten Wahrzeichen Wiens.

Das berühmte Riesenrad im Wiener Prater ist untrennbar mit der Skyline von Wien verbunden. Es befindet sich am Eingang des Wiener Wurstelpraters, Österreichs größtem Vergnügungspark, und thront unübersehbar über den Dächern des zweiten Wiener Gemeindebezirks.

BILDER: Riesenrad in Wien

 

Das Riesenrad hat einen Gesamtdurchmesser von 200 Fuß (60,96 Meter) und ist an seinem höchsten Punkt 64,75 Meter hoch. Damit war es in seinen Anfangsjahren Ende des 19. Jahrhunderts eines der größten Riesenräder der Welt. Mittlerweile wird dieser Titel vom noch einmal 100 Meter höheren Singapore Flyer in Singapur gehalten, gefolgt vom 30 Meter niedrigeren London Eye in Großbritannien.

Gewaltige 245 Tonnen werden von zwei Motoren angetrieben, die die Waggons mit einer Geschwindigkeit von 2,7km/h im Kreis bewegt. Eine vollständige Umdrehung dauert in etwa viereinhalb Minuten. Eine Fahrt mit dem Riesenrad dauert jedoch wesentlich länger, da die Waggons immer wieder stoppen, um Passagiere aus- und einsteigen zu lassen. Somit kann die Aussicht auf den quirligen Wiener Prater und das Zentrum von Wien insgesamt zehn bis zwanzig Minuten lang genossen werden.

Das berühmte Riesenrad im Wiener Prater ist untrennbar mit der Skyline von Wien verbunden, Österreich - © Frank Gaertner / Shutterstock
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Events im Wiener Riesenrad

Das Riesenrad ist nicht nur eine der spektakulärsten Aussichtsplattformen, die Wien zu bieten hat, sondern dient auch als Veranstaltungsort verschiedenster Events. Diese reichen von einem romantischen Dinner zu zweit über kleinere private Feiern bis hin zu Pressekonferenzen und Präsentationen von Unternehmen. Für besonderes Ambiente sorgen die beiden Luxuswaggons, der Jubiläumswaggon und der Jugendstilwaggon.

Das Romantic Crystal Dinner findet in der einmaligen Atmosphäre eines von Swarovski gestalteten Waggons statt und beinhaltet neben Champagner-Gutscheinen und einem dreigängigen Menü mit Weinbegleitung auch ein Überraschungsgeschenk von Swarovski. Apropos Romantik: Auf Wunsch kann ein Waggon für einen unvergesslichen Heiratsantrag vorbereitet werden und sogar eine Hochzeit im Wiener Riesenrad ist möglich.

Für besonderes Ambiente sorgen im Wiener Riesenrad die beiden Luxuswaggons, der Jubiläumswaggon und der Jugendstilwaggon, Österreich - © Jessmine / Shutterstock
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Das Wiener Riesenrad im Film

Als international bekanntes Wahrzeichen diente das Wiener Riesenrad bereits mehrmals als atemberaubende Kulisse oder war Teil spektakulärer Stunts. Bereits im Jahr 1914 drehte eine Zirkusdirektorin auf einem Pferd, das auf dem Dach einer Gondel stand, für einen Film eine Runde mit dem Riesenrad. 35 Jahre später tauchte das Riesenrad in „Der Dritte Mann“ auf und auch im James-Bond-Film „Der Hauch des Todes“ aus dem Jahr 1987 fungierte das Riesenrad als Kulisse.

Geschichte des Riesenrads in Wien

Das Wiener Riesenrad wurde anlässlich des 50jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. errichtet und am 3. Juli 1897, ein Jahr vor dem Jubiläum, feierlich eingeweiht. Zum ersten Mal in Bewegung gesetzt wurde es bereits am 25. Juni davor, um die letzten der 30 Gondeln vom Boden aus montieren zu können. Die eindrucksvolle Konstruktion wurde von den englischen Ingenieuren Walter Basset (der auch Eigentümer des Riesenrades war) und Harry Hitchins errichtet. Bei der Einweihung war die Praterwiese voller Menschen, eine Fahrt mit dem Riesenrad konnten sich allerdings nur die wenigsten leisten. Der damalige Fahrpreis von acht Gulden entsprach knapp einem Drittel eines Beamten-Monatsgehalts.

Der Fahrpreis bei der Eröffnung des Wiener Riesenrads im Jahr 1897 entsprach knapp einem Drittel des damaligen Beamten-Monatsgehalts, Österreich - © Dafinka / Shutterstock
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Nach der Enteignung von Walter Basset im Ersten Weltkrieg wurde 1916 der Abriss des Riesenrades gerichtlich beschlossen, der aus Geldmangel jedoch nie durchgeführt wurde. 1919 wurde das Riesenrad vom Prager Kaufmann Eduard Steiner erworben, einem Verwandten von Gabor Steiner, auf dessen Grundstück das Riesenrad stand.

1938 wurde das Riesenrad von den Nazis „arisiert“ – also zu ihrem Eigentum erklärt und ein Jahr später unter Denkmalschutz gestellt. 1944 war ein schlimmes Jahr für das Riesenrad für seine Gründerväter: Das Riesenrad wurde durch Bomben zerstört und brannte vollständig aus, Eduard Steiner wurde im KZ Auschwitz ermordet und Gabor Steiner starb im Exil in Beverly Hills in Hollywood. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Riesenrad an drei Erbinnen der Steiner-Familie und man machte sich 1947 an die Reparaturen. Obwohl aus Sicherheitsgründen nur mehr 15 der 30 Waggons eingehängt wurden, wurde das Riesenrad zu einem Symbol des Wiederaufbaus von Wien.

Panoramamuseum „Rad der Zeit“

Die Geschichte des Riesenrads kann im „Rad der Zeit“ am Fuß des Riesenrads im Detail nachvollzogen werden. In acht historischen und bereits verschollen geglaubten Waggons wird nicht nur die Vergangenheit des berühmten Wahrzeichens wieder aufgerollt, sondern die Geschichte von Wien bis vor 2000 Jahren zurückverfolgt. Schwerpunkte der Ausstellung sind die Römerzeit, das Mittelalter, die Türkenkriege, Aufklärung und Biedermeier-Zeit, die Weltausstellung im Jahr 1873, das Ende des 19. Jahrhunderts und die Goldenen 1920er-Jahre.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Riesenrades in Wien
Preise für eine Fahrt mit dem Wiener Riesenrad