Piva-Schlucht, Montenegro

Blick von der Brücke bei Plužine über den Piva-Stausee in die Piva-Schlucht, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Der Piva-Stausee im Norden Montenegros entstand im Jahr 1976 durch Stauung des gleichnamigen Flusses und ist der größte Stausee des Landes. Entlang seiner steilen Ufer führt eine Straße bis in die spektakuläre Piva-Schlucht.

Die Piva fließt im Norden Montenegros und schließt sich an der bosnischen Grenze mit der Tara zur Drina zusammen. Auf der Piva fahren keine Schiffe, dafür sind ihre Stromschnellen bei Kajak- und Rafting-Freunden umso beliebter.

Unterwegs an der Piva

Die Piva wird scherzhaft auch „Fluss der fünf Namen” genannt, denn der eigentliche Fluss entspringt unter dem Namen Tušina, wird anschließend zur Bukovica, danach zur Bijela, danach zur Komarnica und schließlich erst an der Piva-Schlucht zur Piva. Rechnet man all diese Flüsse zusammen, ist die Piva eigentlich 120km lang. Auf ihrem Weg bis zur bosnischen Grenze durchläuft sie eine absolut traumhafte Gebirgslandschaft.

Blick auf die Brücke über den Piva-Stausee bei der Kleinstadt Plužine, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Von der Ortschaft Nikšić aus führt eine asphaltierte Straße, die allerdings im Winter oft nicht passierbar ist, entlang der Piva ins Durmitor-Gebirge.

Piva-Kloster (Manastir Piva)

Das Piva-Kloster liegt einige Kilometer vor dem Piva-Stausee und der Kleinstadt Plužine und ist neben Ostrog und Morača nahe Kolašin die wichtigste Klosteranlage in Montenegro. Ihr von außen eher unscheinbar wirkender Bau verbirgt hinter seinen steinernen Mauern prachtvolle Fresken aus dem frühen 17. Jahrhundert und wertvolle historische Kirchenschätze.

Das Piva-Kloster wirkt von außen unscheinbar; der Schatz der dreischiffigen steinernen Basilika ohne Turm und Kuppel liegt im Verborgenen, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Vor dem Bau des Stausees wurde das Piva-Kloster Stück für Stück abgetragen und an seinem heutigen Standort originalgetreu wieder aufgebaut, da es sonst den Fluten zum Opfer gefallen wäre.

Plužine

Auch die Kleinstadt Plužine am südlichen Ende des Stausees ereilte das gleiche Schicksal wie das Kloster. Sie wurde ebenfalls zu Beginn der 70er-Jahre umgesiedelt, um nicht unter den Fluten zu verschwinden. Allerdings wurde hier nicht soviel Aufwand wie für das Kloster betrieben. Das alte Plužine verschwand tatsächlich unter den Fluten und wurde am Ufer des neu entstandenen Sees einfach neu aufgebaut.

Die Plattenbauten aus Beton sind leider kein sehr ästhetischer Anblick und weisen schon erste Alterserscheinungen auf. Für Sanierungen fehlt das Geld, denn auch der Tourismus ist noch nicht so richtig in diese Gegend Montenegros vorgedrungen. Es gibt zwar ein Hotel und ein Café, die Besucher, die sich hierher verirren, sind allerdings eher zufällig und befinden sich meist auf der Durchfahrt.

Piva-Stausee

Der berüchtigte Piva-Stausee entstand im Jahr 1976 nach der Fertigstellung der eindrucksvollen Mratinje-Talsperre. Der aus der Piva entstandene Pivasko Jezero ist mit einer Länge von 33km und einer Tiefe von bis zu 200m der größte Stausee Montenegros. Entlang seiner steilen Ufer führt die E 762, die den Stausee in der Nähe von Plužine auf einer markanten Brücke überquert.

In der Nähe von Plužine wird der Piva-Stausee von der E762 auf einer markanten Brücke überquert, im Hintergund das Durmitorgebirge, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Die Straße führt durch zahlreiche kleine und größere Tunnel und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Stausee, der im enger werdenden Tal eine regelrechte Naturschönheit darstellt.

Tipp: Zwischen der Brücke von Plužine und der Staumauer gibt es keine Möglichkeiten, mit dem Auto legal stehen zu bleiben, um einen Blick auf den Stausee zu werfen.

Am Ende des Stausees erhebt sich die dramatische Staumauer auf einer Länge von 201 Metern. Zur Zeit ihrer Errichtung war sie mit 220m die höchste Staumauer Europas. Jede Sekunde treiben 240.000 Liter Wasser die drei Turbinen des Wasserkraftwerks an, das leider nicht besichtigt werden kann.

Tipp: Kurz nach der Brücke bei Plužine Richtung Staumauer fahrend zweigt eine Piste in das Durmitor-Gebirge ab. Die Einfahrt ist ein in den Berg geschlagener Tunnel, der sich im Tunnel in Kehren steil nach oben windet. Die ersten Kilometer sind abenteuerlich, Kehren in Tunnels wechseln sich mit fantastischen Ausblicken auf den Piva-Stausee ab.

Piva-Schlucht

Panoramaaussicht in die Pivaschlucht mit dem gleichnamigen Stausee; am Ufer die Kleinstadt Plužine, die zu Beginn der 70er-Jahre wegen des Stausees umgesiedelt wurde, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Die spektakuläre Piva-Schlucht eröffnet sich nach dem Piva-Stausee. Sie ist 33km lang und bis zu 1.200m tief und wird von der filigranen Most Bratsvo i Jedinstvo („Brücke der Brüderlichkeit und Einheit”) überspannt. Ihr Name stammt noch aus besseren Nachbarschaftszeiten mit Bosnien. Wenige Kilometer nach dieser Brücke befindet sich der Grenzübergang zu Bosnien-Herzegowina.