Felsenkloster Ostrog, Montenegro

Das serbisch-orthodoxe Felsenkloster Ostrog ist die wichtigste Pilgerstätte in Montenegro und eine der meistbesuchten der gesamten Balkan-Region - © Kiev.Victor / Shutterstock
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Das Kloster Ostrog gehört zu den wichtigsten Pilgerstätten Montenegros und bietet noch dazu sensationelle Ausblicke über die Bjelopavlićko-Ebene. Hier wird dem wundertätigen Heiligen Vasilija gedacht, dessen Grabstätte innerhalb der heiligen Mauern besichtigt werden kann.

Das serbisch-orthodoxe Felsenkloster Ostrog ist gemeinsam mit den Klöstern Piva und Morača in der Nähe von Kolašin die wichtigste Pilgerstätte in Montenegro und eine der meistbesuchten der gesamten Balkan-Region. Hier treffen sich Orthodoxe, Katholiken und Muslime zum Gebet. Die heilige Stätte ist aufgrund der außergewöhnlichen Architektur des Klosters und des wunderbaren Panoramablicks auch für Nicht-Pilger eine Reise wert!

BILDER: Felsenkloster Ostrog

Geschichte des Klosters Ostrog

Das Kloster wurde im Jahr 1665 von Vasilija Jovanovic, dem Bischof von Herzegowina, gegründet, der nach Montenegro kam, nachdem das Kloster Trvdos in Bosnien-Herzegowina von den Türken zerstört worden war. Sein neues Kloster wollte er uneinnehmbar machen und so baute er es mit Hilfe von 30 anderen Mönchen in zwei Höhlen mitten in den Berg. Für die Bevölkerung war der Erzbischof ein von Gott Gesandter, der sich für die Menschen einsetzte.

Im Jahr 1671 verstarb Vasilija und wurde in „seinem“ Kloster bestattet. Sieben Jahre darauf erschien er dem neuen Bischof und Traum und bat um seine Exhumierung. So geschah es auch und sein Körper wurde völlig unversehrt aus dem Grab gehoben, ohne Anzeichen von Verwesung. Dieses Wunder wurde bis über die Grenzen Europas bekannt und fortan pilgerten Orthodoxe, Katholiken und Muslime zu der magischen Stätte mitten in Montenegro. Vielen Menschen, die zu Vasilija kamen und ihn um Linderung oder Heilung baten, wurde sie gewährt.

Gründer Vasilija Jovanovic ist im Felsenkloster Ostrog allgegenwärtig, sein Leichnam ist Ziel von Pilgern aus aller Welt, Montenegro - © IGOR ROGOZHNIKOV/Shutterstock
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Der Leichnam von Vasilija wird bis heute in einem Schrein in der markanten Höhlenkirche aufbewahrt, die der Mutter Gottes geweiht ist. Im 17. Jahrhundert wurden die untere Marienkirche und die obere Heiligen-Kreuz-Kirche mit kunstvollen Fresken geschmückt.

Besuch des Felsenklosters Ostrog

Das Kloster liegt in der Nähe von Nikšic am Zeta-Fluss und ist auch von Podgorica aus gut zu erreichen. Eine enge, gewundene Straße führt Besucher auf einer herausfordernden Strecke von 8km direkt bis zum Kloster auf 900 Meter Seehöhe. Man denke bei der Auffahrt an die Pilger von früher, die den steilen, steinigen Weg als Zeichen der Demut barfuß zurücklegten.

Schon von weitem hebt sich das schneeweiße Kloster Gornji Ostrog vor dem lehmbraunen Hintergrund des Berges ab und versetzt jeden Ankömmling in Staunen. Donji Ostrog, der unterste Teil des Klosters, dient vor allem der Versorgung des „oberen Ostrog“.

Der Panoramablick von der steilen Bergflanke des Felsenklosters Ostrog reicht kilometerweit über die Bjelopavlićko-Ebene in Montenegro - © Pe3k / Shutterstock
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Das heutige Erscheinungsbild des Klosters stammt aus den 1920er-Jahren, nachdem Ostrog durch ein Feuer zerstört wurde. Rund um die beiden Höhlenkirchen befinden sich die Wohnbereiche der Mönche. Der gesamte Komplex vor dem steilen Hang ist von außerordentlicher Schönheit.

Im Kloster ist Sittsamkeit und Demut angebracht, manche Räume werden sogar rückwärts gehend verlassen, um den Ikonen nicht den Rücken zu kehren. Kirchentaugliche Kleidung mit langen Ärmeln und Hosen bzw. Röcken ist obligat.

Marienkirche

Für Besucher startet eine Besichtigung des Klosters in der Marienkirche, in der Vasilija begraben liegt. Mit etwas Glück wird auch der Deckel geöffnet und der Blick auf die mumifizierten Überreste des Erzbischofs freigegeben. Was auch immer man über spirituelle Präsenzen denken mag, der Geist Vasilijas ist in diesem kleinen, gedrungenen Raum definitiv vorhanden und wacht über seine Besucher.

Heilig-Kreuz-Kirche

Über eine Treppe geht es hinauf zur Heiligen-Kreuz-Kirche, wo ein weiteres Wunder auf die Pilger wartet. Im Zweiten Weltkrieg traf eine Granate die Steinwand über dem Kloster. Sie zerfiel jedoch ohne Schaden anzurichten in zwei Teile, die heute in der Kirche aufbewahrt werden. Experten zufolge hätte die Granate explodieren müssen – ein weiteres Wunder des Heiligen Vasilija!

Kunstvolles Mosaikbild des Hl. Konstantins und der Hl. Helena im Felsenkloster Ostrog, Montenegro - © Vlada Photo / Shutterstock
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Die Fresken in den Höhlenkirchen sind alleine deshalb schon bemerkenswert, da sie direkt auf den natürlichen Stein aufgetragen wurden und perfekt mit den architektonischen Gegebenheiten der Höhle harmonieren.

Kirche Dasni Krst

Von der Kirche Dasni Krst gegenüber tut sich ein atemberaubender Ausblick über die Bjelopavlićko-Ebene auf. An dem Platz, wo Vasilija gestorben sein soll, wuchs eine Weinrebe aus dem Stein, die aufgrund mangelnder Nährstoffe und Wasser hier eigentlich gar nicht wachsen dürfte, jedoch allen botanischen Gesetzen zum Trotz sogar Früchte trägt.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Klosters Ostrog

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