Altstadt von Kotor, Montenegro

Die Kathedrale Sveti Trifun ist das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk Kotors und beherbergt die Reliquien des Stadtpatrons, Montenegro - © Vladimir Mucibabic / Shutterstock
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Kotor, das bis dato einzige Kulturdenkmal der UNESCO in Montenegro, gilt unangefochten als schönste Stadt des Landes. Unzählige Völker haben in dem malerischem Ort im hintersten Winkel der Bucht ihre Spuren hinterlassen und die spektakuläre landschaftliche Umgebung trägt das ihre zur Beliebtheit Kotors bei.

Das malerische Städtchen Kotor in Montenegro liegt gut geschützt im hintersten Winkel der traumhaften Bucht von Kotor, umringt von einer wahrhaft spektakulären Küstenlandschaft. Ihre atemberaubende Lage und ihre kultur-historischen Baudenkmäler brachten der Stadt 1979 einen Eintrag auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO ein.

Die roten Dächer Kotors schmiegen sich an den Fuß des des „Heiligen Iwan”, ein eindrucksvoller Berg mit dichten Wäldern und stehen in starkem Kontrast zu den superteuren Segelyachten und Kreuzfahrtschiffen, die im Hafen von Kotor vor Anker liegen.

BILDER: Altstadt von Kotor

Unterwegs in Kotor

Die Altstadt von Kotor ist zur Gänze autofrei und auch sonst erinnert kaum ein modernes Gebäude an das 21. Jahrhundert. Die historischen Häusern wurden alle mit originalen Bauteilen rekonstruiert, zwischendurch erinnern Kleingewerbe, Dienstleister und Schulen, dass Kotor nicht ausschließlich für die Touristen existiert.

Die Unterkünfte in Kotor sind rar, die meisten Gäste kommen mit dem Kreuzfahrtschiff, machen einen Zwischenstopp auf der Durchreise oder einen Tagesausflug von anderswo in Montenegro. Wer ein Zimmer für die Nacht ergattert, merkt, dass das Publikum am Abend jünger und die Straßen belebter sind. Doch spätestens um 1 Uhr wird es ruhig den Straßen, bis auf gelegentliche Revierkämpfe der Katzen.

Die historischen Häuser in Kotor wurden alle mit originalen Bauteilen rekonstruiert, Montenegro - © Solarisys / Shutterstock
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Sehenswertes in Kotor

Stadtmauern von Kotor

Die Stadtmauern von Kotor sind mit knapp 5km sogar länger als die berühmten Stadtmauern in Dubrovnik, der kroatische Nachbar ist jedoch immer noch um einiges erhabener. Trotzdem lohnt sich ein Spaziergang auf Kotors historischen Befestigungsanlagen, die eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen.

Eine Besichtigung der Mauern beginnt am besten am 1540 errichteten Nordtor bei der eher unscheinbaren Kirche Sveti Marija aus dem Jahr 1221. Von dort geht es über das Haupttor am Hafen bis zum Südtor. Ab dann muss man sich entscheiden, ob man den steilen und beschwerlichen Weg auf den Berg San Giovanni wagt (unter der montenegrinischen Flagge hat man auf 260m Höhe eine traumhafte Aussicht) oder gleich wieder in die Altstadt hinuntersteigt.

Tipp: Die gesamte Tour über Kotors Stadtmauer dauert eine gute Stunde und vor allem um die Mittagszeit kann es unangenehm heiß werden. Sonnenschutz und ausreichend Wasser sind unbedingt angebracht!

Kirchen Sveti Luka und Sveti Nikola

Die neobyzantinische Kirche Sveti Nikola in Kotor, Montenegro, wurde erst im Jahr 1909 fertiggestellt und ist dem Schutzpatron der Seefahrer geweiht - © Prometheus72 / Shutterstock
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Wendet man sich vom Nordtor der Stadtmauern in Richtung Westen, erreicht man gleich zwei Kirchen nebeneinander. Sveti Luka ist die kleinere von beiden. Das einschiffige Gotteshaus stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde zwischenzeitlich orthodox, behielt jedoch seinen katholischen Altar bis ins 19. Jahrhundert. Der wesentlich größere Sakralbau ist die neobyzantinische Kirche Sveti Nikola mit ihren beiden hübschen Kuppeltürmen. Sie wurde erst im Jahr 1909 fertiggestellt und ist dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer geweiht.

Platz der Oktoberrevolution

Der Hauptplatz von Kotor, Trg Oktobarske revolucije oder auch Waffenplatz genannt, liegt gleich hinter dem Haupttor der Stadtmauern. Hier thront der dreistöckige Renaissance-Uhrturm aus dem Jahr 1602, der unter dem venezianischen Verwaltungsgeneral Antonio Grimaldi erbaut wurde. Wer genau hinsieht, entdeckt dass er nicht mehr ganz gerade steht – eine Konsequenz des Erdbebens von 1979.

Am Hauptplatz von Kotor thront der dreistöckige Renaissance-Uhrturm aus dem Jahr 1602, der unter dem venezianischen Verwaltungsgeneral Antonio Grimaldi erbaut wurde, Montenegro - © InnaFelker / Shutterstock
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Palata Pima

Wendet man sich vom Hauptplatz Richtung Süden erreicht man auf dem nächsten Platz den wohl schönsten Palast Kotors. Der Palata Pima wurde im 14. Jahrhundert von der Pima-Familie, der vom 14. bis 18. Jahrhundert bedeutendsten Familie Kotors, errichtet. Wie für die reiche Oberschicht von damals üblich, wurde für den Bau feinster Stein von der kroatischen Insel Korčula verwendet. Doch auch dieser ist anscheinend nicht für die Ewigkeit – das Erscheinungsbild der Fassade wirkt heute leider bereits etwas heruntergekommen.

Der Palata Pima wurde im 14. Jahrhundert von der reichsten Familie Kotors errichtet, heute wirkt seine Fassade etwas heruntergekommen, Montenegro - © Doin Oakenhelm / Shutterstock
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Kathedrale Sveti Trifun

Die nächste Straße führt zum Trg Ustanka mornara, der von der Kathedrale des Heiligen Tryphon dominiert wird. Der Bischofssitz Kotors stammt aus dem Jahr 1166, ist das eindrucksvollste mittelalterliche Gebäude von Kotor und wird oft als Kotors schönste Kirche bezeichnet.

Hinter der eindrucksvollen Fassade mit den beiden wuchtigen Glockentürmen werden ein Kirchenschatz aus Gold, Silber und Marmor und die Reliquien des Schutzpatrons von Kotor aufbewahrt. Auch Ausstattung und Bemalung der Tryphon-Kathedrale sind von großem Wert.

Blick aus der Kirche Sveti Trifun auf den malerischen Trg Ustanka mornara in der Altstadt von Kotor, Montenegro - © Ranko Maras / Shutterstock
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Die Fresken wurden im 14. Jahrhundert von bedeutenden Malern der Griechischen Schule geschaffen, Teile des Tabernakels stammen sogar noch aus dem romanischen Gotteshaus, auf deren Grundmauern die jetzige Kathedrale errichtet wurde.

Palata Grgurina

Der kompakte Palata Grgurina ist der einzige Palazzo Kotors, der auch von innen besichtigt werden kann. Die Familie Grgurina übersiedelte im 17. Jahrhundert von Koper nach Kotor und übernahm den Brauch, Paläste aus Korčula-Stein zu bauen, beim Wort. Allerdings wurden nicht nur die Steine, sondern ganze Steinmetzarbeiten von der kroatischen Insel importiert. In den großzügigen Räumlichkeiten des Barock-Palastes ist heute ein Seefahrts- und Meeresmuseum eingerichtet.

In den großzügigen Räumlichkeiten des Palata Grgurina in Kotor, Montenegro, ist heute ein Seefahrts- und Meeresmuseum eingerichtet - © windu / Shutterstock
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Geschichte von Kotor

Kotor war bereits in der Antike als verhältnismäßig leicht zu verteidigender Ort am Mittelmeer ein bedeutendes Kultur- und Handelszentrum, aber auch ein Schlupfwinkel für Seeräuber und Piraten. Die erste urkundliche Erwähnung von Kotor erfolgte im Jahr 168 vor Christus unter der Bezeichnung „Ascrivium”.

Unzählige Völker, von den Illyrern, Römern und Byzantinern, über die Venezianer, Österreicher und Russen bis hin zu den Serben, Türken und Franzosen unter Napoleon, haben die Küste von Kotor bevölkert und ihren historischen Fußabdruck hinterlassen. Kotor war außerdem immer schon Bindeglied zwischen Ost und West, Katholiken und Orthodoxen, Christen und Muslimen, was eine außergewöhnliche kulturelle Vielfalt in den Siedlungen nach sich zog.