Steinsäulen von Pobiti Kamani, Bulgarien

Die Steinsäulen von Pobiti Kamani nahe Warna zählen zu den mysteriösesten Sehenswürdigkeiten von Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Geologische Faszination und mystisches Energiezentrum – die Steinsäulen von Pobiti Kamani nahe Warna zählen zu den mysteriösesten Sehenswürdigkeiten von Bulgarien und geben Forschern seit über 100 Jahren Rätsel auf.

Nahe dem berühmten Goldstrand an der Schwarzmeerküste ist in Bulgarien eine faszinierende Laune der Natur zu entdecken. Auf einem Areal von rund 7 Quadratkilometern ragen zahlreiche Steinsäulen in den Himmel, die auf völlig natürliche Weise entstanden sind. Sie sehen allerdings aus, als hätte sie ein Riese absichtlich in den Sand gesteckt. Daher auch der Name: „Pobiti Kamani“ bedeutet „In den Boden gerammte Steine“.

Bilder: Steinsäulen „Pobiti Kamani“

 

Die Steinsäulen von Bulgarien sind weltweit nahezu einzigartig. Nur im Nambung-Nationalpark in Australien gibt es mit den im Wüstensand entstandenen „Pinnacles“ ein ähnliches Naturphänomen. Ebenso wie die „steinernen Pilze“ bei Beli Plast sind die Steinsäulen von Pobiti Kamani als nationales Naturdenkmal unter Schutz gestellt.

Besucher können völlig frei mitten durch die faszinierenden Steinsäulen von Pobiti Kamani wandern, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Eintritt ist kostenlos. Besucher können völlig frei mitten durch die faszinierenden Steinsäulen wandern. Die Säulen sind bis zu 7 Meter hoch und bis zu 3 Metern dick. Ihr Aussehen ist völlig unterschiedlich und hat ihnen Namen wie „Soldat“, „Kamel“, „Löwe“ oder „Wasserfall“ eingebracht.

Hin und wieder wird Pobiti Kamani fälschlicherweise auch als steinerner Wald bezeichnet. Die Steinsäulen waren jedoch niemals Bäume, sondern bestehen aus Sandstein. Echte steinerne Wälder liegen zum Beispiel bei Khorixas in Namibia oder in der Curio Bay in Neuseeland.

Anreise nach Pobiti Kamini

Der Steinerne Wald liegt knapp 20km von Warna entfernt. Von Warna geht es auf der Autobahn A2 (E70) in Richtung Sofia bis nach Slanchevo. Ab der Abfahrt ist die Stätte bis zum Parkplatz ausgeschildert.

An der so genannten Dklitasch-Gruppe im Osten von Bulgarien stehen über 300 Steinsäulen der Pobiti Kamani auf einer Fläche von 850 mal 120 Metern - © FRASHO / franks-travelbox
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Am eindrucksvollsten ist die so genannte Dklitasch-Gruppe nahe der Autobahn von Varna nach Sofia. Hier stehen über 300 Steinsäulen auf einer Fläche von 850 mal 120 Metern. Weitere Skulpturen stehen nahe Strashimirovo, Slanchevo und Banovo, wo es einen gefrorenen Springbrunnen, einen steinernen Löwen und gewaltige Pilze zu entdecken gibt.

Das geologische Rätsel des „Steinernen Waldes“

Von den mittlerweile 15 offiziellen Entstehungstheorien konnte bisher keine verifiziert werden. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sie noch für die Überreste einer griechischen Stadt gehalten. Erst durch Forschungen des englischen Geologen William Hamilton wurde 1854 klar, dass die Steinsäulen vor rund 50 Millionen entstanden und zu hundert Prozent natürlichen Ursprungs sind.

Die Steinsäulen von Pobiti Kamani in Bulgarien entstanden vor rund 50 Millionen und sind zu hundert Prozent natürlichen Ursprungs - © FRASHO / franks-travelbox
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Wissenschaftler rätseln bis heute, ob der steinerne Wald vor Jahrmillionen am Grund eines Meeres lag, und Wind und Erosion nach seiner Austrocknung Sand und weicheres Gestein rund um die Säulen entfernt haben, oder ob sie einst Korallen waren. Da viele Steinsäulen innen hohl sind, könnten sie auch an Baumstämmen entstanden sein, die es schon lange nicht mehr gibt, oder – wiederum am Meeresgrund – durch Quarzsand transportierende Gasblasen, die in ihrem Inneren aufstiegen. Sie könnten – ähnlich den Steinsäulen am Giant’s Causeway in Nordirland – auch mineralischen Ursprungs sein.

Die Steinsäulen als Energiezentrum

Der Volksmund behauptet, dass es Glück bringe, im Steinernen Wald von Pobiti Kamani barfuß zu gehen und die Steine alle negative Energie abzögen, wenn man sie umarmt. Am stärksten soll der positive Einfluss im Steinkreis am Rande des mysteriösen Säulenwaldes sein – der einzigen Formation, die von Menschen geschaffen wurde. Was man sich hier wünscht, geht in Erfüllung.

Egal, ob man daran glaubt oder nicht, es schadet im Urlaub bestimmt nicht, in diesem Energiezentrum neue Kraft zu tanken. Der mystischen Aura, die von den Steinsäulen ausgeht, kann man sich auch als Nicht-Esoteriker kaum entziehen.