Schipka-Pass und Schipka-Denkmal, Bulgarien

Der Schipka-Pass ist Schauplatz einiger großer Schlachten in Bulgarien, die dank Denkmälern und einem Museum bis heute nicht in Vergessenheit geraten sind - © FRASHO / franks-travelbox
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Der höchste Pass Bulgariens ist nicht nur landschaftlich attraktiv, sondern auch Schauplatz einiger großer Schlachten, die dank mehrerer Monumente und Gedenkstätten bis heute nicht in Vergessenheit geraten sind.

Die Aura großer Schlachten von historischer Bedeutung umweht den eindrucksvollen Schipka-Pass im Balkangebirge von Bulgarien. Ein regelrechter Museumspark mit Denkmälern, historischen Kanonen und einem kleinen Museum machen den landschaftlich sehenswerten Gebirgspass auf knapp 2.000 Metern Höhe zu einem lohnenden Ausflugsziel eines Bulgarien-Urlaubs.

BILDER: Schipka-Pass

Anfahrt zum Shipka-Pass

Der Schipka-Pass ist mit 1.185 Metern der höchste Pass von Bulgarien und liegt zwischen Gabrovo im Norden und Kazanlak im Süden, dessen Festung einst eigens zur Sicherung des Gebirgsübergangs gebaut wurde. Die namensgebende Ortschaft Schipka liegt am Südhang unter dem Pass. Die Passstraße ist auch mit einem normalen PKW leicht zu befahren und am besten über die E85 zu erreichen. Von der Paßhöhe führt ein rund 2km langer Wanderweg immer bergauf von einem großen Parkplatz mit Café-Restaurant zum weithin sichtbaren Schipka-Denkmal. Alternativ kann der Weg auch mit dem Auto bewältigt werden, am Fuß des Denkmals ist ebenfalls ein kleiner Parkplatz.

Bedeutende Schlachten am Schipka-Pass

Das Territorium zwischen dem heutigen Nord- und Südbulgarien war seit jeher heiß umkämpftes Gebiet. Bereits die Römer fochten hier heftige Kämpfe gegen die Goten, die ihre Raubzüge bis in die römischen Provinzen Moesia und Dakien ausweiten wollten. Der Schipkapass spielte bei allen Verteidigungsmaßnahmen eine wesentliche Rolle.

Die „Schlacht am Schipkapass“ zwischen den Türken und Russen gilt als Befreiungsschlacht Bulgariens vom türkischen Joch - © FRASHO / franks-travelbox
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Den Bulgaren noch bestens in Erinnerung ist die auch als „Schlacht am Schipkapass“ titulierte Auseinandersetzung zwischen den Türken und Russen. Im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877 bis 1878 wurde hier mehrmals gekämpft. Der letzte Angriff der Russen am 9. Jänner 1878 ging mit der Gefangennahme der gesamten türkischen Armee von Süleiman Pascha als Befreiungsschlacht Bulgariens vom türkischen Joch in die Landesgeschichte ein. An diese gelungene Verteidigung erinnert bis heute das Schipka-Denkmal.

Schipka-Denkmal und Museumspark

Das gewaltige Freiheitsdenkmal aus Feldstein liegt etwas unterhalb der eigentlichen Passhöhe, genau an dem Ort, an dem Russen und Türken einst 1878 aufeinander losgingen. Es wurde am 26. August 1934 eingeweiht und durch freiwillige Spenden des bulgarischen Volkes finanziert. Das größte Denkmal auf dem Schipka-Pass ist 31,5m hoch und kann nach der Besteigung von 890 Stufen auch von innen besichtigt werden.

Das größte Denkmal auf dem Schipka-Pass ist 31,5m hoch und kann nach der Besteigung von 890 Stufen auch von innen besichtigt werden, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Den Eingang zum Denkmal bewachen ein mächtiger bronzener Löwe, das Wappentier Bulgariens, sowie die Namen weiterer Schlachtfelder des Verteidigungskampfes. Die 8m lange und 4m hohe Statue soll außerdem den Mut und die Tapferkeit der 5.500 russischen Soldaten und der rund 7.500 bulgarischen Freiwilligen symbolisieren, die den Pass im August 1977 gegen knapp 30.000 Osmanen verteidigten. Im Inneren ruhen in einem marmornen Sarkophag die sterblichen Überreste einiger Kämpfer vom Schipka-Pass. Auf den darüber liegenden Etagen sind Flaggen, Medaillen, Fotos, Waffen und andere Ausstellungsstücke der bulgarischen Truppen zu sehen. Die Aussichtsplattform im Obergeschoß bietet einen herrlichen Rundblick auf die Umgebung.

Mehr als 20 weitere Gedenkstätten an die Schlachten um Bulgarien auf dem Schipka-Pass komplettieren das weitläufige Kriegsdenkmal - © FRASHO / franks-travelbox
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Mehr als 20 weitere Gedenkstätten, wiederhergestellte Bunkeranlagen und historische Kanonen komplettieren das weitläufige Kriegsdenkmal. Ein weiteres markantes Monument in Form eines granitenen Obelisken wurde dem russischen Zaren Alexander II. gesetzt, der bei den Schlachten am Schipka-Pass ebenfalls zugegen war. Auch die orthodoxe Gedächtnis-Kirche etwas oberhalb der Ortschaft Schipka, ein Geschenk des russischen Zaren an das bulgarische Volk, ist den Opfern der Schipka-Schlachten geweiht.