Versteinerter Wald, Namibia

Zeitzeugen einer vergangenen Epoche im versteinerten Wald in Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Der versteinerte Wald im Nordwesten Namibias ist ein beeindruckendes Relikt aus vergangenen Zeiten. Bis zu 30m lange Baumriesen liegen hier versteinert auf der Erde – Besucher machen hier eine Zeitreise von mehreren hundert Millionen Jahren in die Vergangenheit.

An der C39, etwa 30 Kilometer westlich der Stadt Khorixas wartet ein ganz besonderes Naturphänomen auf den Namibia-Touristen: ein uralter versteinerter Wald. Hier sind gigantische Baumriesen zu bewundern, die zwischen 240 und 300 Millionen Jahren alt sind. Die Bäume sehen auch nach dieser langen Zeit immer noch aus, als wären sie aus Holz, berührt man sie jedoch, sind sie hart und kalt wie Stein.

Die Bäume sind uralte Zeitzeugen einer Epoche, als auf unserer Erde die Kohle entstanden ist, also unermesslich lange bevor der erste Mensch das Licht der Welt erblickte.

Der „offizielle” versteinerte Wald

Das offizielle Areal des versteinerten Waldes umfasst ca. eine Fläche von 300×800 Metern. Hier liegen 50-60 Stämme am Boden. Die größten Fossilien sind über 30 Meter lang. Der Durchmesser beträgt bis zu einem Meter. Die Bäume waren zu Lebzeiten aber vermutlich noch um einiges größer. Dieser Ort ist so einzigartig, dass er zum nationalen Denkmal in Namibia erklärt wurde.

Details der unglaublich gut erhaltenen Fossilien im vewrsteinerten Wald in Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Der versteinerte Wald in Namibia lädt wie kaum ein anderer Ort zu einer Reise in längst vergangene Zeiten ein. Die Bäume sind unglaublich gut erhalten. Sie wurden durch glückliche Umstände luftdicht abgeschlossen und über Jahrmillionen hinweg durch Kieselsäure versteinert. Trotz ihres atemberaubenden Alters sind sogar die einzelnen Jahresringe der Bäume deutlich erkennbar, ganz so als seien sie gerade erst umgefallen. Deswegen möchte man auf den ersten Blick gar nicht glauben, dass der versteinerte Wald so viele Jahrmillionen auf dem Buckel hat.

Neben dem offiziellen Areal gibt es in der näheren Umgebung auch einige „private” Anbieter. Auf diesen Arealen warten Einheimische auf Touristen. Gegen eine geringe Gebühr führen sie die Besucher zu den am Boden liegenden steinernen Riesen.

 

Die Anzahl der versteinerten Bäume ist an diesen privaten Plätzen relativ überschaubar, dafür hat man die Fossilien aber meist für sich alleine.

Neben diesem faszinierenden Zeugnis der Urzeit findet der Naturfreund zwischen den Stämmen auch noch viele Exemplare einer besonders kuriosen Pflanze: Die riesige Welwitschie wächst nur in der Wüste Namib und im Süden Algeriens und gilt als lebendes Fossil. Die riesigen Pflanzen sehen mit ihren dicken, meterlangen Blättern und zapfenartigen Blütenständen nicht nur sehr skurril aus, sie werden auch bis zu 2000 Jahre alt.


Welwitischia mirabilis

Die Welwitschie, benannt nach ihrem Entdecker, dem österreichischen Arzt und Botaniker Friedrich Welwitsch, kommt nur im Westen Namibias und im Süden Angolas vor und hat sich mit ihren dicken, fleischigen Blättern perfekt an das Wüstenleben angepasst. Sie besteht nur aus zwei Laubblättern, die sich manchmal auffalten, wodurch sie den Anschein mehrerer Blätter erweckt. Die Welwitschie wird nur 0,5m hoch, doch ihre Blätter können knapp 3m lang werden. Die größte Welwitschie hatte gar einen Umfang von 8,5m. Die „welwitschia mirabilis” („wunderbare Welwitschie”) ist im Wappen von Namibia, Kunene und Swakopmund abgebildet. Der Londoner Botaniker William Jackson Hooker bezeichnete die Pflanze einst als „wunderbarste, die jemals in dieses Land (England) gebracht wurde, und eine der hässlichsten”.


 

Für den naturbegeisterten Namibia-Urlauber lohnt sich der Besuch dieses atmosphärischen Ortes auf jeden Fall. Im Umland finden sich noch andere einzigartige Schätze unserer langen Menschheits- und Erdgeschichte: die Felsenmalereien von Twyfelfontein, den verbrannten Berg und die berühmten basaltenen Orgelpfeifen.