Fort Jesus in Mombasa, Kenia

Das Fort Jesus im kenianischen Mombasa an der Küste des Indischen Ozeans bewachte im 16. Jahrhundert die Zufahrt zu Kenias größter und wichtigster Hafenstadt - © wiw / Fotolia
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Das Fort Jesus ist eine der größten Befestigungsanlagen, die die Portugiesen in Afrika errichteten. Nach einer turbulenten Vergangenheit dient das alte Gemäuer heute als Nationalmuseum.

Das Fort Jesus befindet sich im kenianischen Mombasa an der Küste des Indischen Ozeans. Im 16. Jahrhundert bewachte die gewaltige Festung die Zufahrt zu Kenias größter und wichtigster Hafenstadt. Heute beinhaltet es ein Nationalmuseum und gehört seit 2011 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Das Fort Jesus liegt auf einer eigenen Insel, der Insel Mombasa, und wurde im Jahr 1593 von den Portugiesen unter Philipp II. errichtet. Das Design des mächtigen Fort Jesus stammt vom italienischen Architekten Giovanni Battista Cairato. Die Festung diente nicht nur der Überwachung der zu- und abfahrenden Schiffe von Mombasa, sondern auch als wichtiger Handelsstützpunkt Portugals auf dem Seeweg nach Indien. Mit der Zeit wurde die Festung immer weiter ausgebaut, sodass das Fort Jesus bald die größte europäische Befestigungsanlage in ganz Afrika war.

Unter portugiesischer Herrschaft erbaut, hatte das Fort Jesus im Lauf der Jahrhunderte viele verschiedene Besitzer zu verzeichnen und wurde Zeuge langer und verlustreicher Belagerungen und kämpferischer Auseinandersetzungen. Nach den Portugiesen fiel es in die Hände des Sultans Dom Jeronimo von Mombasa, der es nach nur einem Jahr wieder an die Portugiesen verlor. Auch der Sultan von Oman herrschte ab1698 dreißig Jahre über das Fort Jesus, bevor es abermals an die portugiesischen Erbauer zurückging. Nach 1729 gaben die Portugiesen das Fort Jesus allerdings auf und beschränkten sich ab sofort auf ihrer Handelsstrecke zwischen dem indischen Goa und dem afrikanischen Mosambik.

Als sich die Portugiesen aus Mombasa heraushielten, fochten die afrikanischen und arabischen Mächte um die Vorherrschaft in Mombasa. Fort Jesus wechselte in Abständen von einem Jahr bis zu mehreren Jahrzehnten zwischen den Herrschern von Oman und Mombasa. 1856 wurde das monumentale Gemäuer dem damals omanischen Sansibar zugeschlagen und kam schließlich durch Verpachtung des kenianischen Küstenstreifens im Jahr 1895 an die Briten, die es bis zur kenianischen Unabhängigkeit im Jahr 1963 hielten.

Das Fort Jesus wurde als Verteidigungsanlage und Gefängnis genutzt. 1958 wurde es schließlich um fast 5 Millionen Kenia-Schilling weitläufig renoviert und zum Nationaldenkmal erklärt.

Fort Jesus heute – Kenias Nationalmuseum

Seit 1962 beherbergt das Fort Jesus Teile des Nationalmuseums von Kenia und die Festung wird nicht mehr von feindlichen Mächten, sondern von Touristen erobert. Das Nationalmuseum im Fort Jesus erzählt die turbulente Geschichte der kenianischen Küste, von seinen zahlreichen Herrschern und vom Sklavenhandel. Die fast vollständig erhaltenen Außenmauern, die wunderbar geschnitzten omanischen Tore, die Fundamente der Innenmauern und die britischen und portugiesischen Kanonen, die noch durch die Schießscharten zielen, veranschaulichen das Leben und Kämpfen der Soldaten im Fort Jesus. Folterkammern und Gefängniszellen, in denen die Sklaven vor ihrem Abtransport untergebracht waren, weisen auf die dunkle Vergangenheit der Befestigungsanlage hin.

Wer sich übrigens über die Spalten in der Mauer neben den Schießscharten wundert: War ein Soldat zur Wache abgestellt, konnte er seinen Platz an der Schießscharte schließlich unmöglich verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Jahrhundertealte Graffitis von Segelbooten und Fischen an den Wänden zeugen davon, dass auch den Soldaten manchmal langweilig war.