Naivasha See, Kenia

Der Naivasha-See ist einer der beiden Süßwasserseen im Great Rift Valley in Kenia und ein Paradies für Wasservögel und andere Tiere - © Pal Teravagimov / Shutterstock
© Pal Teravagimov / Shutterstock

Der Naivasha See liegt nur eine gute Autostunde von der kenianischen Hauptstadt Nairobi entfernt und lockt mit seiner spektakulären Kulisse vor vulkanischen Gipfeln und einer faszinierenden Tierwelt.

Der Naivasha-See im Great Rift Valley (Ostafrikanischer Grabenbruch) in Kenia ist neben dem Baringo-See der einzige Süßwassersee im Ostafrikanischen Grabenbruch. Alle anderen Seen, wie zum Beispiel der Bogoria– oder der Nakuru-See sind stark alkalisch und daher vor allem von Flamingos bevölkert.

Seinen Massai-Namen „wildes Wasser” („nai’posha”) hat der auf knapp 2.000 Metern höchstgelegene See im Ostafrikanischen Grabenbruch aufgrund der heftigen Stürme, die sich vor allem am Nachmittag schnell aufbauen können und hohe Wellen schlagen. Der Wasserspiegel des Sees ist aufgrund der Nutzung seines Wasservorrats starken Schwankungen unterworfen und liegt meist zwischen 5 und 6 Metern im Durchschnitt. Anfang des 20. Jahrhunderts war er bereits einmal völlig ausgetrocknet.

Flora und Fauna am Naivasha-See

Auf drei Seiten von Vulkanen umringt bietet der von dichten Papyruspflanzen gesäumte Naivasha-See nicht nur eine vielfältige Tierwelt, sondern auch eine spektakuläre Landschaft. Rund 400 Vogelarten wurden am Naivasha-See bereits registriert. Zu den größten zählen Flamingos, Schreiseeadler, Ibisse, Marabus, Goliath-Reiher, Kormorane und Pelikane. An den Ufern des Sees und auf seinen Inseln lassen sich Büffel, Zebras, Gnus, Giraffen, Antilopen und Flusspferde blicken.

Besuch des Naivasha-Sees

Der Naivasha-See liegt etwa 70km von Kenias Hauptstadt Nairobi entfernt und ist mit dem Auto oder dem Kleinflugzeug gut zu erreichen. Zahlreiche Lodges machen einen mehrtägigen Aufenthalt am See möglich, der aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung auch zu empfehlen ist.

Creek Island Wildlife Sanctuary

Das Creek Island Wildlife Sanctuary ist ein vergleichsweise teurer, privat geführter Wildpark, der die gesamte Insel im Naivasha-See umfasst. Mit dem Boot werden Besucher zu einer ganz besonderen Art der Safari gebracht. Da es auf der Insel keinerlei Raubtiere gibt, ist es sowohl für die Pflanzenfresser, als auch für die Menschen völlig gefahrlos, auf der Insel herumzuspazieren. Und so kann man unbekümmert mit den Zebras, Gnus und Giraffen wandern, die an Menschen gewöhnt sind und Besucher bis zu zehn Meter an sich heranlassen.

Im Creek Island Wildlife Sanctuary auf einer Insel im Naivasha-See gibt es keine Raubtiere und so können Zebras und Gnus in aller Ruhe grasen und von den Besuchern, Kenia - © Oleg Znamenskiy / Shutterstock
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Die einzige Gefahr geht von den Flusspferden aus, die am Abend das Wasser verlassen, um an den Ufern zu grasen. So schwerfällig sie auch aussehen, so unberechenbar können sie sein. Die Abwesenheit der Raubtiere hat jedoch auch einen Nachteil: Unter der großen Vermehrung der Pflanzenfresser hat die Vegetation von Creek Island bereits sichtbar gelitten.

Elsamere Conservation Centre

Direkt am Naivasha-See nahe Elsamere liegt dieses Museum, das einst der Wohnsitz von Joy und George Adamson war. Die beiden erlangten durch ihre Bestseller „Born free” und „Living free” weltweite Bekanntheit. In den Büchern, die später auch verfilmt wurden, erzählte Joy Adamson die rührende Geschichte des verwaisten Löwenbabys Elsa, die von den Adamsons großgezogen, auf ein Leben in der Wildnis vorbereit und schließlich im Samburu-Nationalpark freigelassen wurde.

Crater Lake Game Sanctuary

Auch das Crater Lake Game Sanctuary ist wie das Creek Island Wildlife Sanctuary in privater Hand. Es liegt im Westen des Naivasha-Sees in der Nähe des Ortes Kongoni. Zentrum des Wildschutzgebietes ist der namensgebende Kratersee, an dem in einer spektakulären Landschaft über 100 verschiedene Arten von Wasservögeln leben. In den umliegenden Wäldern tummeln sich Zebras, Giraffen, Elenantilopen und Affen, die sowohl zu Fuß als auch aus dem Auto beobachtet werden können.

Hell’s Gate-Nationalpark

Im Süden des Naivasha-Sees liegt der nur knapp 70km2 große Hell’s Gate-Nationalpark, der sich um die rötlich gefärbte Schlucht Njorowa Gorge, die auch als Hell’s Gate bekannt ist, ausbreitet. Hier leben ebenfalls Zebras, Giraffen und Affen vorkommen. Hier gibt es zwar Raubtiere, die wenigen Leoparden und Geparden sind jedoch sehr scheu und zeigen sich Besuchern so gut wie nicht.

Im Süden des Naivasha-Sees liegt der kleine Hell’s Gate-Nationalpark, der sich um die rötlich gefärbte Schlucht Njorowa Gorge ausbreitet, Kenia - © hakuna_jina / Shutterstock
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Nakuru-Nationalpark

Nur eine Autostunde vom Naivasha-See entfernt liegt der spektakuläre Nakuru-Nationalpark, der nach der Masai Mara der meistbesuchte Nationalpark Kenias ist. Am traumhaften Nakuru-See leben 450 verschiedene Vogelarten, unter denen die Flamingos die auffälligsten sind. Ihre riesigen Schwärme überziehen den Nakuru-See mit einer spektakulären rosa Decke.

Der Lake-Nakuru im gleichnamigen Nationalpark ist die Heimat von über 2 Millionen Flamingos, die den Nakurusee wie eine flauschige rosa Decke überziehen, Kenia - © MARCO MAZZACANI / Fotolia
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Auf den gut ausgebauten Straßen des Nakuru-Nationalparks kann man außerdem Löwen, Leoparden, Affen, Flusspferde, Antilopen, Zebras, Büffel, Giraffen und Nashörner entdecken. Die vom Aussterben bedrohten Breit- und Spitzmaulnashörner sowie Rothschild-Giraffen wurden eigens im Nationalpark angesiedelt, damit sich ihre Bestände erholen können.