Tsavo-Ost-Nationalpark, Kenia

Junge Giraffen galoppieren über eine Straße im Tsavo-Ost-Nationalpark in Kenia - © Jenny Sturm / Shutterstock
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Der Tsavo-Ost-Nationalpark ist Teil des Tsavo-Nationalparks im Süden Kenias. In der trockenen, kaum baumbestandenen Dornbusch-Savanne sind Wildtiere besonders leicht auszumachen, vor allem, wenn sie sich am Ende der Trockenzeit an den Wasserlöchern sammeln.

Der Tsavo-Ost-Nationalpark ist mit knapp 11.800km² der größte Nationalpark Kenias. Er wurde im April 1948 als zweiter Nationalpark Kenias unter dem Namen „Tsavo-Nationalpark” gegründet. Ein Jahr darauf erfolgte aus administrativen Gründen die Teilung in den Tsavo-Ost- und den etwas kleineren Tsavo-West-Nationalpark.

Flora und Fauna im Tsavo-Ost-Nationalpark

Die Landschaft im Tsavo-Ost-Nationalpark ist nicht so abwechslungsreich wie die des Tsavo-West und besteht zum Großteil aus Gras- und Dornbuschsavanne, die im Norden in eine halbwüstenartige Steppe übergeht. Neben den Akazien wachsen auch immer wieder Baobabs, die teilweise über hundert Jahre alt sind, aus der endlosen Ebene.

Der Tsavo-Ost ist weniger bewaldet als der Tsavo-West-Nationalpark, daher sind die Wildtiere leichter zu finden, die sich vor allem in der Trockenzeit an den bekannten Wasserlöchern versammeln. Vor allem Elefanten und Büffel leben in großer Zahl im Tsavo-Ost.

Die Tsavo-Löwen haben eine charakterstisch schüttere Mähne, die auf das heiße Klima im Süden Kenias zurückgeführt wird - © pigl3t / Shutterstock
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Die Tierwelt im Tsavo-Ost-Nationalpark zeichnet sich durch die größte Elefantenpopulation in Kenia aus und auch die Anzahl der Löwen kann sich sehen lassen. Die männlichen Tsavo-Löwen sind übrigens interessant, da sie keine oder nur äußerst schüttere Mähnen haben, was auf das heiße Klima zurückgeführt wird.

Außer Löwen, Elefanten und Büffel, sind im Tsavo-Ost Oryx-Antilopen, Giraffengazellen, Spitzmaulnashörner, Zebras, Paviane, Kudus, Impalas, Hyänen, Schakale, Geparden, Leoparden, Wildkatzen, Meerkatzen, Nilkrokodile, Flusspferde, Strauße, Sekretäre, Bussarde, Reiher und weitere 600 Vogelarten zu beobachten. Damit sind die berühmten „Big Five” Löwe, Leopard, Büffel, Nashorn und Elefant alle vertreten.

Die Roten Elefanten im Tsavo-Ost-Nationalpark sind nicht wirklich rot, sondern schützen sich mit rotem Staub vor Sonne und Insekten, Kenia - © lewald / Shutterstock
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Die heimlichen Stars des Tsavo-Ost-Nationalparks sind die so genannten „Roten Elefanten“. Die natürlich von Natur aus ebenfalls grauen Dickhäuter schützen sich mit einer Schicht aus vom Eisenoxid rotem Staub vor der sengenden Sonne und lästigen Insekten.

Tipp: Die größte Chance auf gute Tierfotos hat man vor 11 Uhr und nach 15 Uhr. Alleine deshalb sollte man mindestens eine Übernachtung im Tsavo-Nationalpark einplanen.

Besuch des Tsavo-Ost-Nationalparks

Die Tsavo-Nationalparks liegen nicht auf der Standard-Safari-Route Kenias und sind daher nicht so überlaufen, wie zum Beispiel die berühmte Masai Mara. Der Norden des Tsavo-Ost-Nationalparks ab dem Galana-River ist für Besucher nicht zugänglich und somit ein wertvolles Rückzugsgebiet für Afrikas Wildtiere. Vor allem die Spitzmaulnashörner können sich dort erholen, die Anfang der 1990er-Jahre wegen ihres Horns schon fast ausgerottet waren.

Die Landschaft im Tsavo-Ost-Nationalpark ist nicht so abwechslungsreich wie die des Tsavo-West und besteht zum Großteil aus Dornbuschsavanne, Kenia - © Andrzej Kubik / Shutterstock
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Die Tsavo-Nationalparks liegen nur 100km von Mombasa entfernt und können über die Straße von Mombasa nach Nairobi innerhalb von etwa 2 Stunden erreicht werden. Die Einfahrt in den Tsavo-Ost erfolgt durch drei Haupttore, von Voi kommend durch das Manyani-Tor, von Mombasa kommend durch das Bachuma-Tor und von Malindi kommend durch das Sala-Tor. Kleinflugzeuge können auf den Landepisten im Nationalpark landen.

Highlights im Tsavo-Ost

Das Yatta-Plateau an der Westgrenze des Tsavo-Ost-Nationalparks zeugt von der vulkanischen Vergangenheit dieser Region. Es ist mit 290 Kilometern das längste Lava-Feld der Welt.

Der Mudanda-Rock ist ein knapp 2km langer Inselberg, der als natürliche Staumauer fungiert. In der Trockenzeit sammeln an sich an dem so geschaffenen Wasserloch hunderte Elefanten und andere Wildtiere. Ähnliches geschieht beim Aruba-Damm am Voi-Fluss, dieser wurde allerdings im Jahr 1952 von Menschen errichtet. Auch der Galana-River hat ein Highlight zu bieten: die Lugard-Falls, eine Serie von reißenden Stromschnellen über bizarre Felsformationen, die vor allem nach der Regenzeit eine schäumende Attraktion abgeben.

Weiterführende Links:

Informationen zum Tsavo-Ost-Nationalpark vom Kenya Wildlife Service (englisch)