Universitätsstadt von Caracas, Venezuela

Die Architekten-Schule der Universitätsstadt in Caracas, der größten Universität von Venezuela - © Caracas1830 CC BY3.0/Wiki
© Caracas1830 CC BY3.0/Wiki

Die Universitätsstadt von Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, stellt ein faszinierendes Ensemble zwischen Moderner Architektur und Kunst dar und ist der einzige Universitätscampus, der im 20. Jahrhundert von nur einem Architekten erbaut und in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurde.

Der Universitätskomplex der venezolanischen Stadt Caracas wird zurecht Universitätsstadt genannt. Der riesige Campus der Zentraluni von Venezuela ist tatsächlich eine Stadt in der Stadt.

Entworfen hat die gewaltige „Ciudad Universitaria de Caracas” der venezolanische Architekt Carlos Raúl Villanueva. Er erbrachte damit eine wahre Meisterleistung der Architektur und Städteplanung, die sogar die UNESCO beeindruckte. Im Jahr 2000 wurde dem kunstvoll angelegten Universitätsgelände daher als einzigem von nur einem Architekten geplanten Universitätscampus die Ehre eines Platzes auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO erwiesen.

Entstehung der Universitätsstadt in Caracas

Ursprünglich war die Universität von Caracas im Konvent von San Francisco untergebracht, welches aber bald aus allen Nähten platzte und auch umliegende Gebäude außerhalb des Konvents als Hörsäle herhalten mussten. Die Zersplitterung des Universitätscampus war für Professoren und Studenten gleichermaßen nicht zufriedenstellend und so sah sich die damalige Regierung unter Präsident Isaías Medina Angarita nach einer Alternative um. Im Jahr 1942 wurde die das weitläufige Gelände der alten Hacienda Ibarra erworben. Die Hacienda gehörte einst der wohlhabenden Familie von Simon Bolivar und bot für die Errichtung der neuen Uni genügend Platz.

Villanueva nutzte das großzügige Platzangebot für seine Zwecke voll und ganz aus und schuf gemeinsam mit 16 venezolanischen und 10 internationalen Künstlern ein Glanzstück, in dem Kunst und Architektur meisterlich vereint wurden. Der weitläufige Komplex besteht auf einer Fläche von 2km2 aus 40 Gebäuden und ist eines der bedeutendsten Kunstwerke Lateinamerikas im Bereich der Modernen Architektur.

Die ersten Bauten entstanden im Jahr 1945, vier Jahre später wurde das ursprünglich geplante Layout der Universitätsstadt erstmals adaptiert. Der Architekt verzichtete bei seiner großzügigen Planung auf strenge Symmetrie, sein Projekt sollte den Charakter moderner Technologie aufweisen. Betonbauten, die als Skulpturen geformt sind, knallbunte Farben und Formen sowie tropische Gärten und luftige Innenhöfe dominieren das Gelände. Der ausgeklügelte Komplex bietet einerseits genügend offenen Raum und andererseits ausreichend Schutz vor Sonne und Hitze. Die Universitätsstadt ist in mehrere „Bezirke” gegliedert: Verwaltung und Administration; Medizin; Technik, Wirtschaft, freie Kunst und Wissenschaft; Wohnanlagen; Gärten; Architektur; Sport; Schule für industrielle Technologie und Services. Die größten Gebäude beinhalten die Fakultäten für Architektur, Pharmazie und Zahnheilkunde, die Bibliothek und das Krankenhaus.

Nach dem Tod des Architekten wurde die Universitätsstadt mehrmals modifiziert, sein früherer Mitarbeiter Gorka Dorronsoro steuerte einige neue Bauten zu dem gewaltigen Komplex bei.

Die bemerkenswertesten Gebäude der Universitätsstadt sind die imposante Aula Magna, der gewaltigste Hörsaal der Uni mit den beeindruckenden „Deckenwolken” von Alexander Calder, das Olympische Stadion und der weitläufige Universitätsplatz mit einer Vielzahl an faszinierenden Kunstwerken.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Universität von Venezuela in Caracas (spanisch)