Plaza Bolivar in Caracas, Venezuela

Statue von Símon Bolívar am Plaza Bolivar, Venezuela - © Rafael Martin-Gaitero / Shutterstock
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Der Plaza Bolivar ist der bedeutendste Platz im historischen Zentrum der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Genau die richtige Adresse für Besucher, die einerseits imposante Architektur und Nationaldenkmäler bestaunen und andererseits die Luft großer Ereignisse in der Geschichte von Venezuela schnuppern möchten.

Der Plaza Bolivar im historischen Zentrum der venezolanischen Hauptstadt Caracas ist einer der wichtigsten öffentlichen Plätze der Stadt und fungierte bereits nach der Gründung der Stadt unter dem Namen Plaza Mayor als kommerzielles Zentrum.

Der Plaza Bolivar blickt auf geschichtsträchtige Ereignisse in der Vergangenheit zurück, wie zum Beispiel der Enthauptung von José María España, einem Verschwörer gegen die spanische Kolonialregierung im Jahr 1799 oder der Volksaufstand für die Unabhängigkeit Venezuelas im April 1810. 32 Jahre später wurde der Platz nach dem berühmten Nationalhelden General Simon Bolivar benannt, der in den Unabhängigkeitskriegen vieler südamerikanischer Länder eine bedeutende Rolle spielte. 1874 durfte der Name auch offiziell verwendet werden.

Gedenken an Freiheitskämpfer Simon Bolivar

Während der Kampfhandlungen gegen das spanische Königreich wurden große Teile des Platzes beschädigt, 1872 erfolgte das Projekt der Erneuerung des Plaza Bolivar unter Präsident Guzmán Blanco. Zu Ehren des Freiheitskämpfers Simon Bolivar wurde ein stattliches 4 Meter hohes Reiterdenkmal errichtet, welches vom italienischen Bildhauer Adamo Tadolini geschaffen wurde, zu dessen Werken auch die Statue des Heiligen Paulus am römischen Petersplatz und des Heiligen Marinus in der Basilika von San Marino zählen.

Am Plaza Bolivar wurden Bäume gepflanzt, eine schmiedeeiserne Umzäunung errichtet, deren vier Ecken die vier Jahreszeiten verkörpern, und seit 1894 gibt es auf dem Plaza Bolivar elektrische Beleuchtung. Mitte 2003 nahm der Bürgermeister von Caracas die allumfassende Restaurierung des Plaza Bolivar in Angriff, die Errichtung bzw. Verschönerung von Brunnen, Gärten, Beleuchtung und Boden beinhaltete.

Sightseeing am Plaza Bolivar in Caracas

Der Plaza Bolivar wird von bedeutsamen Gebäuden umrahmt und ist der perfekte Ausgangspunkt für die Erkundung der Sehenswürdigkeiten in Caracas.

Die fünfschiffige schneeweiße Kathedrale von Caracas ist Sitz der Erzdiözese von Caracas und Begräbnisstätte der Eltern und Ehefrau Simon Bolivars. Das Interieur der romanischen Kathedrale enthält unter anderem religiöse Kunstwerke von Rubens und Murillo.

Die ebenfalls strahlend weiße Capilla de Santa Rosa de Lima befindet sich am Platz der einst ersten Kapelle der Stadt und ist das letzte Überbleibsel des ehemaligen Universitätscampus der Königlichen und Päpstlichen Universität von Caracas. Sie fungierte als Zentrum geistlicher, intellektueller und wissenschaftlicher Bildung und war Schauplatz bedeutender Ereignisse in der Geschichte Venezuelas, wie zum Beispiel der Erklärung der Unabhängigkeit von Spanien im Juli 1811.

Heute wird sie als Kirche, Auditorium, Klassenzimmer und Büro genutzt, Vorträge, Diskussionen, gesellschaftliche Veranstaltungen und Hochzeiten werden in der Capilla abgehalten. Kurzfristige fungierte sie sogar als Sitz des Parlaments.

Palacio Municipal am Plaza Bolivar, Venezuela - © esmo / Shutterstock
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Das Mueso Sacro de Caracas am ehemaligen Friedhof der Kathedrale wurde 1981 zu einem Nationaldenkmal erklärt und 1993 nach seiner Restaurierung als Museum wieder geöffnet. Es beinhaltet heute eine beeindruckende Sammlung von katholischen Artefakten, liturgischen Gegenständen, Malereien und Skulpturen, unter anderem 12 Krypten, in denen die sterblichen Überreste der ersten Bischöfe von Caracas vermutet werden.

Im angrenzenden Auditorium werden Malkurse abgehalten. Der eher unscheinbare Palast des Erzbischofs war seit 1637 die Residenz der Bischöfe von Caracas. Aufgrund von Erdbeben waren einige Adaptierungen und Renovierungen nötig, zum Großteil ist der Palast jedoch in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten und wurde 1987 zum Nationaldenkmal erklärt. Der imposante in weiß und Ocker gehaltene Palacio Municipal ist Sitz des Bürgermeisters und verbirgt einen malerisch angelegten Innenhof mit einem schmucken Brunnen in seiner Mitte.

Den Abschluss der architektonischen Highlights am Plaza Bolivar bildet das imposante Casa Amarilla, das „Gelbe Haus”, in dem das Außenministerium untergebracht ist.