Maracaibo, Venezuela

Das 18m hohe Denkmal der Jungfrau von Chiquinquira bildet mit einem säulenbewährten Bogengang ein wunderbares Gesamtkunstwerk in Maracaibo, Venezuela - © The Photographer CC BY-SA3.0/Wiki
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Maracaibo ist die zweitgrößte Metropole von Venezuela und gilt trotz ihrer malerischen Lage am See als heißeste Stadt des Landes. Das stark vertretene Volk der Maracuchos macht die indianische Kultur in der Millionenstadt zum Greifen nah.

Wie auch Valencia und die Hauptstadt Caracas liegt Maracaibo an der Nordküste von Venezuela und ist die dritte der drei venezolanischen Millionenstädte. Mit jährlichen Durchschnittstemperaturen von 30 °C gilt die zweitgrößte Stadt Venezuelas auch als heißeste Stadt des Landes. Auch in den niederschlagsreicheren von Monaten von September bis November lässt die Hitze kaum nach.

Maracaibo, Hauptstadt des venezolanischen Bundesstaates Zulia, liegt am Nordufer des gleichnamigen Sees an der Mündung der Wasserenge, die ins Karibische Meer führt. Um diese Wasserenge zu überwinden und nicht immer den gewaltigen See umrunden zu müssen, um in den Rest von Venezuela zu gelangen, wurde am 24. August 1962 die gewaltige General Rafael Urdaneta Brücke eröffnet. Der 8,7km lange Koloss, benannt nach einem Helden im venezolanischen Unabhängigkeitskrieg, ist die größte Betonbrücke der Welt und eine Überfahrt für jeden Maracaibo-Besucher ein absolutes Muss.

Die 8,7km lange General Rafael Urdaneta Brücke über den Maracaibo-See in Venezuela ist die größte Betonbrücke der Welt - © The Photographer CC0 1.0/PD/Wiki
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Tipp: Wem die Stadt bekannt vorkommt, hat vielleicht den Film „Zwei Missionare“ mit Bud Spencer und Terence Hill gesehen, in dem Maracaibo einen Auftritt als Filmschauplatz hatte.

Indianische Kultur live erleben

In Maracaibo sind die Maracuchos, indianische Ureinwohner Südamerikas, stark vertreten. Das stolze Volk achtet bis heute darauf, dass zwischen all den Einwanderern aus Deutschland, Spanien und Italien ihr kulturelles Erbe nicht verloren geht. Und so trifft man in Maracaibo an allen Ecken und Enden auf die indianische Kultur, was die Atmosphäre der venezolanischen Metropole entscheidend prägt.

Von Süd nach Nord – Sehenswürdigkeiten in Maracaibo

Abgesehen vom tropisch-indianischen Flair der Stadt und den Kolonialbauten, von denen die farbenprächtigsten in der Carabobo Street zu finden sind, begeistert Maracaibo seine Besucher auch mit prachtvoller Architektur und seiner idyllischen Lage am Maracaibo See.

Wallfahrtskirche La Chinita

Das katholische Gotteshaus La Chinita, mit vollem Namen Basilica de Nuestra Señora del Rosario de Chiquinquirá, hat sich zu einem bedeutenden Wallfahrtsort entwickelt. Angeblich ist hier die Gottesmutter Maria einer Frau auf ihrem Waschbrett erschienen. Mit ihrer Lage an der Calle 95 stellt die sonnengelbe Basilika einen perfekten Ausgangspunkt für einen Rundgang durch Maracaibo dar.

Mit ihrer Lage an der Calle 95 stellt die sonnengelbe Basilika einen perfekten Ausgangspunkt für einen Rundgang durch Maracaibo dar, Venezuela - © The Photographer CC0 1.0/PD/Wiki
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Plaza del Rosario de Nuestra Senora de Chiquinquira

Gleich angrenzend an die Wallfahrtskirche liegt der gleichnamige Platz, der mit seinem kunstvollen Figurenschmuck der wohl schönste Platz in Maracaibo ist. Rund um das 18m hohe Denkmal der Jungfrau von Chiquinquira gruppieren sich Nymphen und Springbrunnen, die mit einem säulenbewährten Bogengang ein wunderbares Gesamtkunstwerk bilden.

Teatro Baralt

Das Theater von Maracaibo wurde 1883 gegründet, 1928 zerstört und vier Jahre später wieder aufgebaut. Nach einer weiteren Schließung von zwölf Jahren wurde das Art-Deco Juwel Maracaibos 1998 mit finanzieller Hilfe der Universität von Zulia wieder eröffnet und zählt heute zu den wichtigsten Theaterbühnen von Venezuela. Seit 1981 steht es außerdem als Nationales Monument unter Denkmalschutz. Wochentags werden am Vormittag rund 30minüte Führungen angeboten.

Plaza Bolivar mit Regierungsgebäude und Kathedrale

Nur einen Block weiter an der Calle 95 liegt das schneeweiße, säulenbewährte Gebäude des Palacio de los Cóndores, der die Stadtregierung beherbergt. Auf der anderen Straßenseite liegt der Plaza Bolivar, dessen östliche Seite von der Kathedrale von Maracaibo flankiert wird. Das neoklassizistische Gotteshaus aus dem 17. Jahrhundert ist den Heiligen Petrus und Paulus geweiht und jedes Jahr Mittelpunkt der Osterfeierlichkeiten.

Aquamania

Vorbei an der Kapelle Santa Ana geht es über die Avenida El Milagro am Hafen entlang weiter nach Norden zur ersten Grünfläche, dem Vereda del Lago mit der Aquamania. Der Wasserpark von Maracaibo ist in der tropischen Hitze Venezuelas nicht nur bei Familien mit Kindern beliebt. Knapp 20 Wasserrutschen für jedes Alter, ein auf riesigen Schwimmreifen befahrbarer Fluss und ein Sandstrand am Pool sorgen bei Groß und Klein für Spaß im kühlen Nass.

Parque La Marina

Noch weiter nördlich befindet sich der Marine-Park der Stadt, der dank dem 46m hohen Turm „Mirador del Lago“ herrliche Aussichten über den Maracaibo See und die Skyline der Stadt bietet. Von der idyllischen Grünfläche inmitten des Häusermeeres bietet sich ein gemütlicher Spaziergang entlang der Hafenpromenade an, die zum sehenswerten Plaza del Buen Maestro führt.

Maracaibo See

Der Maracaibo See ist der größte See Südamerikas und mit einem Alter von über 30 Millionen Jahren einer der ältesten Seen der Welt. Entlang seiner Ufer finden sich nette Picknickplätze und eine große Vielfalt an Freizeit- und Wassersportmöglichkeiten. Vor allem in La Vereda del Lago Maracaibo, ein Dorf wie ein Freizeitpark, treffen sich Touristen und Einheimische zum Wandern, Bergsteigen, Joggen, Radfahren, Rollerskaten oder Paintball spielen.

Die Mündung des Catatumbo-Flusses in den Maracaibo See ist übrigens für ihr hohes Blitz-Vorkommen, das so genannte Catatumbo-Phänomen, bekannt. Aufgrund der oft starken Verschmutzung des Wassers und der Küsten und einem dichten Vorkommen an duckweed ist der See leider nicht zum Baden geeignet.

Castillo de San Carlos de Barra

Nördlich der Stadt, auf einer der Inseln, die den Maracaibo-See vom Karibischen Meer abgrenzen, liegt das Castillo de San Carlos de Barra. Die Festung von Maracaibo wurde im 17. Jahrhundert errichtet, um die Stadt vor Piratenangriffen zu schützen. 200 Jahre später richtete das venezolanische Militär in den historischen Mauern einen Stützpunkt ein. Bevor es 1965 zum Nationaldenkmal erklärt wurde, fungierte es unter der Diktatur von Juan Vicenre Gomez als Gefängnis seiner politischen Gegner.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Maracaibos Wasserpark Aquamania (spanisch)
Offizielle Website des Teatro Baralt (spanisch)