Angel Falls, Venezuela

Die Angel Falls im Nationalpark Canaima im Südosten Venezuelas sind mit einer Höhe von 979 Meter die höchsten freifallenden Wasserfälle der Welt - © JKaczka Digital Imaging / Fotolia
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Die spektakulären Angel Falls im Canaima Nationalpark im Südosten Venezuelas sind mit knapp einem Kilometer Fallhöhe die höchsten freifallenden Wasserfälle der Welt. Eine Expedition zu diesem abgelegenen Dschungelort erfordert die Anreise per Flugzeug, Boot und zu Fuß.

Die Angel Falls („Salto Angel”) befinden sich im Nationalpark Canaima im Südosten Venezuelas und sind mit einer gigantischen Höhe von 979 Meter die höchsten freifallenden Wasserfälle der Welt. Er stürzt von einem der berühmten Tafelberge des Canaima-Nationalparks, dem Auyan-Tepui („Berg des Gottes des Bösen”), in die Tiefe. Neben seiner Höhe ist die Faszination des Salto Angel, dass er weder von einem Fluss noch einem Gletscher oder ähnlichem gespeist wird – es ist regelrecht das Regenwasser, welches sich auf dem Hochplateau des Tafelbergs sammelt und anschließend tosend über die Klippe rauscht.

Entdeckung der Angel Falls

Ihren Namen erhielten die Angel Falls nicht von ihrer himmlischen Höhe sondern vom nordamerikanischen Buschpiloten Jimmy Angel, der im Jahr 1933 den spektakulären Wasserfall im dichten Dschungel Venezuelas auf der Suche nach Gold als erster Weißer erblickte – und zwar wohl näher als ihm lieb war, denn er war gemeinsam mit seinen drei Begleitern zu einer Notlandung auf dem Auyan-Tepui gezwungen, von der die Gruppe knapp zwei Wochen in die Zivilisation zurück wandern musste. Sein beschädigtes Flugzeug wurde erst 33 Jahre nach der Bruchlandung per Helikopter geborgen und ziert nun den Vorplatz des Flughafens in Ciudad Bolivar.

Die Angel Falls im Nationalpark Canaima, Venezuela - © rm / Fotolia
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Vor der Entdeckung durch Jimmy Angel gab es einige unbestätigte Gerüchte, dass auch der britische Abenteurer und Entdecker Sir Walter Raleigh den mächtigen Tafelberg und seinen Wasserfall bereits zu Gesicht bekommen hat. Auch der spanische Gouverneur Fernando de Berrío oder der Venezolaner Ernesto Sánchez La Cruz hatten die Fälle angeblich vor Jimmy Angel entdeckt. Wie auch immer, die Sichtung bekannt machte Angel und daher wurden die gigantischen Wasserfälle auch nach ihm benannt.

Die einheimischen Pemon-Indianer nannten die Angel Falls Kerepakupai Vená, „Fall des tiefsten Ortes”. 2009 wurde unter Präsident Hugo Chávez kurz überlegt, den offiziellen Namen des Salto Angel wieder in den ursprünglichen authentisch klingenderen Namen zu verändern, dies wurde jedoch nicht durchgesetzt.

1971 wurde die steile Klippe entlang des Salto Angel das erste Mal über einen Zeitraum von 9,5 Tagen erklommen.

Besuch der Angel Falls

Durch seine abgeschiedene Lage mitten im undurchdringlichen Dickicht des südamerikanischen Dschungels ist die Erreichbarkeit der Angel Falls eher kompliziert. Von Puerto Ordaz oder Ciudad Bolivar aus gibt es eine Flugverbindung nach Canaima, von wo aus die Reise etwa drei Stunden mit dem Boot auf dem Rio Churún weitergeht. Dies ist nur von Juni bis Dezember möglich, wenn die Flüsse genug Wasser führen, um befahren zu werden. In der Regenzeit zeigt sich auch der Wasserfall von seiner imposantesten Seite.

Den Abschluss der meist von Indianer geführten Tour bietet eine im feuchten Urwaldklima relativ anstrengende etwa einstündige Wanderung über steile unwegsame Wurzelpfade. Die beschwerliche Anreise wird jedoch mit einem Anblick belohnt, der einem schier die Sprache verschlägt. Wer sich die Strapazen ersparen möchte, kann auch einen relativ teuren Rundflug über die Angel Falls buchen. Von der Insel Ratón aus ist der Wasserfall aus der Ferne als mächtiges weißes Band vor dem dunklen Hintergrund des Auyan-Tepui zu sehen.

Im Dokumentarfilm „Unsere Erde” wird der Salto Angel spektakuläre in Szene gesetzt; für den Animationsfilm „Oben” war er eindeutig Vorbild für den spektakulären „Paradise Fall”.

Weiterführende Links:

Website mit Informationen zu den Angel Falls (englisch)