Mount Roraima, Brasilien, Venezuela, Guyana

Der Mount Roraima, ein mächtiger Tafelberg genau am südamerikanischen Dreiländereck zwischen Guyana, Venezuela und Brasilien - © Vladimir Melnik / Shutterstock
© Vladimir Melnik / Shutterstock

Der 2 Milliarden Jahre alte Mount Roraima ist ein von 400 Meter hohen Steilklippen umgebener Tafelberg am Dreiländereck zwischen Venezuela, Brasilien und Guyana mit einer einzigartigen Flora und Fauna.

Der Mount Roraima ist ein mächtiger Tafelberg genau am südamerikanischen Dreiländereck zwischen Guyana, Venezuela und Brasilien. Sein höchster Punkt, der Maverick Rock auf dem Staatsgebiet von Venezuela liegt 2.800 Meter über dem Meeresspiegel, damit ist der Mount Roraima der höchste Berg der Pakaraima-Kette, des guyanischen Hochlandes und des brasilianischen Bundesstaates Roraima.

BILDER: Mount Roraima

Er ist Teil von Venezuelas Canaima Nationalpark und zählt zu den ältesten geologischen Formationen unseres Planeten. Sein Alter wird auf unglaubliche 2 Milliarden Jahre geschätzt, demnach ist er im Zeitalter des Präkambrium entstanden.

Das Einzugsgebiet des Mount Roraima umfasst über 30 km2 und wird an allen Rändern von bis zu 400 Meter hohen nahezu senkrecht abfallenden Steilklippen begrenzt. Dennoch war er der erste „Tepui” („Tafelberg”), der 1884 bestiegen wurde. Der Pionier war Sir Everard im Thurn, die damalig benutzte Route kann auch heute noch von Wanderern erklommen werden.

Der mystische uralte Berg ist Teil vieler Geschichten und Legenden der indigenen Bevölkerung. Der Sage nach soll der Roraima einst ein mächtiger Baum gewesen sein, der alle Früchte der Welt auf seinen Ästen trug. Der Gott Makunaima fällte ihn jedoch und löste damit die größte Flut aller Zeiten aus – daher sein Name. Roroi bedeutet „grünblau” und Ma „riesig”.

Die Strecken auf den Mount Roraima von Brasilien und Guyana aus beinhalten extrem steile, teilweise überhängende Klippen, die nur von ausgezeichneten Felskletterern bezwungen werden können - © Karin Wassmer / Shutterstock
© Karin Wassmer / Shutterstock

Auf den Mount Roraima

Heute ist der Mount Roraima ein beliebtes Ziel für Wanderer und Rucksack-Touristen. Eine Besteigung erfolgt meistens von der venezolanischen Seite aus mit der Unterstützung eines Pemon-indianischen Führers. Denn obwohl die Pfade zu Gipfel beschildert sind, kann man sich in den weiten der Hochplateaus und Steilhänge leicht verirren. Dazu kann es passieren, dass man plötzlich die Hand nicht mehr vor Augen sieht, weil der Berg vom einen Moment auf den anderen in eine Wolke gehüllt ist.

Eine Tour von Paraitepui aus dauert im Normalfall fünf Tage, 2 Tage für den Aufstieg, einen um den Gipfel zu genießen und 2 Tage für den Rückweg. Dies ist auch die einzige Route, welche ohne Kletterausrüstung bewältigt werden kann. Vor allem die Strecken von Brasilien und Guyana aus beinhalten extrem steile, teilweise überhängende Klippen, die nur von ausgezeichneten Felskletterern bezwungen werden können. Ein weiterer möglicher Ausgangspunkt in Venezuela ist das Städtchen Santa Elena de Uairén an der Grenze zu Brasilien.

Die unglaubliche Felsformation "fliegende Schildkröte" am Hochplateau des Mount Roraima - © Harald Toepfer / Shutterstock
© Harald Toepfer / Shutterstock

Natürlich sind auch längere Touren möglich, vor allem der nördliche in Guyana gelegene Teil hält einige prachtvolle Naturwunder bereit, wie zum Beispiel den in eine steinerne, flechtenbewachsene Ebene gebetteten Lake Gladys. Die weniger erschlossenen Gebiete des Mount Roraima halten jedoch auch einige Gefahren bereit und sollten nur in Gruppen und mit erfahrenen Führern erkundet werden.

Durch die mehrere hunderte Meter hohen Steilwände rund um den Mount Roraima entstehen eigene klimatische Bedingungen auf dem uralten Berg. Dadurch sind 80% der faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt des Mount Roraima weltweit einzigartig. Trotz der nahezu täglichen Regenfälle sind die Hänge und Hochplateaus eher spärlich bewachsen.

Blick auf den Mount Roraima an der Grenze zwischen Brasilien, Venezuela und Guyana - © Harald Toepfer / Shutterstock
© Harald Toepfer / Shutterstock

Nahezu die gesamte Bergkette besteht aus nacktem Sandstein, zerklüfteten Felsen, tiefen Schluchten oder sandigem Sumpf, auf dem ein paar Büsche, Gräser, Flechten und die eine oder andere fleischfressende Pflanze wachsen. Nährstoffreicher Boden wird an den steilen Hängen rasch weggeblasen oder weggespült, einige der höchsten Wasserfälle der Welt rauschen am Mount Roraima in die Tiefe. Zwischendurch findet man die eine oder andere seltene Glockenblume oder Orchidee oder Heidegewächse. Größere Tiere gibt es kaum, die Fauna besteht überwiegend aus Vögeln, Mäusen, Lurchen und Insekten.

Der Mount Roraima als Filmstar

Der Mount Roraima inspirierte Sir Arthur Conan Doyle 1912 zu seinem Roman „The Lost World”. 2006 fungierte er als Schauplatz für die zweistündige Dokumentation „The Real Lost World”. Außerdem holten sich die Macher von „Jurassic Park” und der Disney/Pixar-Produktion „Up” Inspiration auf dem uralten Berg. Die Besteigung ist auf der Blu-Ray von „UP” in einem Kurzfilm festgehalten.