Caracas, Venezuela

Blick über die Sykline von Caracas, der Hauptstadt von Venezuela - © testing / Shutterstock
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Caracas ist ein typisch südamerikanischer Schmelztiegel aus Alt und Neu, Arm und Reich, Tradition und Moderne und offenbart hinter seiner gefahrenreichen Fassade faszinierende Sehenswürdigkeiten.

Caracas, Hauptstadt und größte Stadt von Venezuela, hat als Urlaubsdestination einen eher zweifelhaften Ruf. Bittere Armut, Verbrechen und Unruhen stehen hier an der Tagesordnung. Doch trotz aller sozialen Abgründe ist in Caracas auch das für viele südamerikanische Metropolen typische Bestreben der Bevölkerung zu spüren, das Leben dennoch zu genießen und aus den bestehenden Umständen das Beste zu machen. Viele Besucher schätzen die Stadt gerade deswegen, denn wo Arm und Reich Seite an Seite leben, entstehen auch interessante Vielfalt und ein ganz eigener Charme.

BILDER: Caracas

Sehenswürdigkeiten in Caracas

Aufgrund ihrer Nähe zum internationalen Flughafen des Landes ist die rund 10km vom Karibischen Meer entfernte Metropole für viele Touristen die erste Anlaufstelle im Venezuela Urlaub. Die Stadt zu erkunden lohnt sich, denn das wirtschaftliche und kulturelle Herz von Venezuela hält trotz aller Vorurteile einige Highlights bereit.

Plaza Bolivar

Der Plaza Bolivar ist der bedeutendste Platz im historischen Zentrum von Caracas und die richtige Adresse für Besucher, die einerseits imposante Architektur und Nationaldenkmäler bestaunen und andererseits die Luft großer Ereignisse in der Geschichte von Venezuela schnuppern möchten. Der Platz wird mit der imposanten Kathedrale, dem Bischofspalast und dem Rathaus von Caracas von den prächtigsten Bauten der Stadt umrahmt und beherbergt ein 4m hohes Reiterdenkmal des Freiheitskämpfers Simon Bolivar.

Statue von Símon Bolívar am Plaza Bolivar, Venezuela - © Rafael Martin-Gaitero / Shutterstock
© Rafael Martin-Gaitero / Shutterstock

Weltkulturerbe: Universitätsstadt von Caracas

Die Universität von Caracas ist die größte Lehranstalt in Venezuela und trägt ihren Namen „Universitätsstadt“ mit Recht! Entworfen hat die gewaltige „Ciudad Universitaria de Caracas” der venezolanische Architekt Carlos Raúl Villanueva. Er erbrachte damit eine wahre Meisterleistung, die im Jahr 2000 von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die Architekten-Schule der Universitätsstadt in Caracas, der größten Universität von Venezuela - © Caracas1830 CC BY3.0/Wiki
© Caracas1830 CC BY3.0/Wiki

Sehenswerte Kirchen von Caracas

Neben der Capilla de Santa Rosa und der Kathedrale am Plaza Bolivar sind in Caracas noch einige andere Sakralbauten zu bewundern. Die Chiquinquirá Kirche in der Avenida Andreas Bello ist die größte katholische Kirche der Stadt und erinnert mit ihrem rustikalen Turm an eine Festung. Die prächtige Basilica Santa Teresa, die mehrere Baustile in sich vereint, und die zwischen 1745 und 1887 errichtete Iglesia San Francisco zählen zum nationalen Kulturerbe. Letztere gehört zum ehemaligen Franziskaner-Kloster, heute der Palacio de las Academias, und war Schauplatz von Simon Bolivars Ernennung zum „El Libertador“ und seiner Begräbnisfeier.

Moschee Ibrahim Al-Ibrahim

Die Moschee Ibrahim Al-Ibrahim ist nach dem Islamischen Kulturzentrum König Fahd in Buenos Aires die zweitgrößte Moschee Lateinamerikas. Ihr 113m hohes Minarett ist das höchste auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Die rund 5000 Quadratmeter umfassende Moschee wurde 1989 von Scheich Ibrahim Bin Abdulaziz in Auftrag gegeben und 1993 eröffnet. Unter ihrer 23m hohen Kuppel bietet sie Platz für 3500 Gläubige.

Pantéon Nacional

Das Pantheon von Caracas im Norden der Altstadt ist seit den 1870ern die letzte Ruhestätte großer Namen Venezuelas - © testing / Shutterstock
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Das Pantheon von Caracas im Norden der Altstadt war im 17. Jahrhundert die Iglesia Santísima Trinidad und seit den 1870ern die letzte Ruhestätte großer venezolanischer Namen. Der gesamte Innenraum der ehemaligen Dreifaltigkeits-Kirche ist dem Freiheitskämpfer Simon Bolivar gewidmet, wo einst der Altar stand, ruht heute sein bronzener Sarkophag, bewacht von einem riesigen Kristallluster. Rund um ihn zeigen kunstvolle Gemälde Szenen aus seinem Leben. Weitere Statuen, Reliefs, Denkmäler und Kenotaphen erinnern an bedeutende Volkshelden, Politiker, Ärzte, Künstler und Wissenschaftler des Landes.

Paseo de los Próceres

Ebenfalls Heldenluft schnuppern Urlauber am Paseo de los Próceres, einer gewaltigen Gedenkstätte im Distrito Capital südlich des Stadtzentrums. Eine 2km lange Fußgängerzone führt durch mehrere Komplexe bis zur Universitätsstadt von Caracas, auf der auch Paraden und Veranstaltungen stattfinden. Gärten, Brunnen, Statuen, Denkmäler und zwei markante Gedenkwände formen ein monumentales Andenken an die bedeutendsten Freiheitskämpfer Venezuelas.

Zwei markante Gedenkwände formen mit dem Paseo de los Próceres ein monumentales Andenken an die bedeutendsten Freiheitskämpfer Venezuelas - © testing / Shutterstock
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Casa Natal – Geburtshaus von Simon Bolivar

Nachdem sich in Caracas alles um den berühmten Freiheitskämpfer dreht, darf auch sein Geburtshaus nicht fehlen. Das Casa Natal in der Avenida Universidad präsentiert Leben und Wirken des südamerikanischen Volkshelden. Familienporträts und kolonialzeitliche Möbelstücke sind in dem kleinen Museum ebenfalls ausgestellt.

Palacio de las Academias

1876 wurde die Universität von Caracas in das ehemaligen Franziskanerkloster aus dem späten 16. Jahrhundert umgesiedelt. Hinter der prachtvollen Kolonialfassade im neugotischen Stil befinden sich 6 Hochschulen Venezuelas für Geschichte, Medizin, Sprachen, Politik und Soziales, Rechtswissenschaften und Naturwissenschaften.

Hinter der prachtvollen Kolonialfassade des neugotischen Palacio de las Academias befinden sich 6 Hochschulen Venezuelas - © Anton_Ivanov / Shutterstock
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Parque Central und Parque Cristal

Hierbei handelt es sich nicht um einen Park, sondern um zwei eindrucksvolle Baukomplexe, der weithin sichtbar in den Himmel ragen. Die 44 Stockwerke der Parque Central, die hauptsächlich als Büroräumlichkeiten genutzt werden, erinnern heute noch an den Wohlstand der 1980er-Jahre.

Der auffällige Parque Cristal in der Avenida Francisco de Miranda hat 18 Stockwerke und ist 103 Meter hoch. Das 1977 eröffnetet Gebäude beeindruckt durch seine ungewöhnliche Form, die von Jimmy Alcock entworfen wurde und in ein idyllisch angelegtes Erholungszentrum eingebettet ist.

Der auffällige Parque Cristal in der Avenida Francisco de Miranda in Caracas, Venezuela, hat 18 Stockwerke und ist 103 Meter hoch - © The Photographer CC0 1.0/W
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Theater und Museen von Caracas

Das venezolanische Nationaltheater und das Teatro Teresa gelten als die besten Bühnen Venezuelas und präsentieren das ganze Jahr über Musik- und Schauspieldarbietungen auf international hohem Niveau. Das Teatro Teresa beherbergt auf einer Gesamtfläche von 22.000 Quadratmetern zwei große Säle, eine Bibliothek und eine Cinemathek, verfügt über seinen eigenen Opernchor und ein Ballett-Ensemble und ist Heimat des Philharmoniker-Orchesters von Venezuela.

Das Teatro Teresa in Caracas verfügt über seinen eigenen Opernchor und ein Ballett-Ensemble und ist Heimat des Philharmoniker-Orchesters von Venezuela - © José Gregorio Ferrer CC BY SA3.0/W
© José Gregorio Ferrer CC BY SA3.0/W

Die Dichte an Museen und Kunstgalerien in der venezolanischen Hauptstadt ist mit rund 20 überraschend hoch. Zu den sehenswertesten Kunstmuseen von Caracas zählt die Galeria de Arte Nacional, die sich anhand von rund 6000 Exponaten mit heimischer Kunst beschäftigt, die bis in die präkolumbianische Zeit zurückgeht, und auch das nationale Filmarchiv beherbergt. Das riesige Museo de Arte Contemporáneo und das Museo de Bellas Artes präsentieren Kunst aus aller Welt und Sakralkunst und Gebeine gibt es im Museo Sacro auf dem ehemaligen Friedhofsgelände der Kathedrale zu besichtigen.

Im Museo de Arte Colonial Quinta de Anauco werden die Besucher in das kolonialzeitliche Caracas zurückversetzt und auch das Museo de Transporte beschäftigt sich mit der Vergangenheit. Es zeigt anhand zahlreicher historischer und moderner Autos, Flugzeuge und Eisenbahnen die Entwicklung von Transport und Verkehr in Venezuela.

Angesichts der vielfältigen und multimedialen Ausstellungen glaubt man gar nicht, dass das Museo de Ciencias (Musem der Wissenschaften) das älteste Museum der Stadt ist. Die archäologische, ethnologische, anthropologische und mineralogische Abteilung ist auch für Kinder interessant aufbereitet.

Das beste Museum für Kinder in Caracas ist allerdings das Museo de los Niños in der Avenida Bolivar. Das Kindermuseum bringt den kleinen Besuchern auf spielende Weise Biologie, Astronomie, Physik, Kunst und Kommunikation bei.

Der 2600m hohe Berg Avila kann mit einer Seilbahn erklommen werden und bietet eine sensationelle Aussicht über Caracas, Venezuela - © Paolo Costa / Shutterstock
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Mit der Seilbahn auf den Avila

Caracas liegt am Fuß des 2600m hohen Berges Avila, dessen höchster Punkt mit einer Seilbahn erreicht werden kann und eine sensationelle Aussicht über die gesamte Stadt bietet. Oben angekommen wartet der Park Avila Magica, ein (oft geschlossenes) Hotel und angenehmes Klima.

Sicher reisen in Caracas

Caracas wurde im Jahr 2015 zur gefährlichsten Stadt der Welt gewählt – ein eher wenig schmeichelhafter Titel, vor allem, wenn es um den Tourismus geht. Wer Caracas also erkunden möchte, sollte unbedingt einige Sicherheitsregeln beachten:

  • Kein teures Equipment beim Sightseeing mit sich herumtragen (Kamera, Uhr, Schmuck, etc.
  • Bei Nacht nicht mehr unterwegs sei
  • Nur in Gruppen und nie alleine reise
  • Von Slums und Armenviertel fernbleiben, dort haben die Drogenbosse das Sage
  • Nur offizielle Taxis benutzen (zu erkennen am Taxilicht)