Oamaru, Neuseeland

Mit einem der schönsten viktorianischen Zentren Neuseelands und zwei Pinguinkolonien vor der Haustüre hat sich die Küstenstadt Oamaru zu einem wichtigen Touristenziel entwickelt.

Creme, Beige und Elfenbein – das sind die vorherrschenden Farben, die Oamaru unübersehbar dominieren. Die schmucke Küstenstadt auf der Südinsel Neuseelands zwischen Timaru und Dunedin wurde zum Großteil aus dem hellen Kalkstein der Umgebung errichtet.

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BILDER: Oamaru

Fotogalerie: Oamaru

Der Abbau von Oamaru Stone verlieh dem Städtchen gemeinsam mit Goldfunden im Landesinneren schon Mitte des 19. Jahrhunderts Reichtum und Wohlstand. Das begehrte Baumaterial wurde auch in großen Städten wie Wellington, Auckland und Christchurch für wichtige Gebäude verwendet.

Bis 1880 zählte Oamaru auch zu den wichtigsten Hafenstädten an der Südküste von Neuseeland. Aus dieser Blütezeit stammen die prachtvollen Oamaru Stone-Bauten der Altstadt, die bis heute noch gut erhalten sind.

Viktorianisch geprägte Altstadt von Oamaru

Sowohl die Altstadt als auch das Hafenviertel von Oamaru stehen als eines der vollständigsten viktorianischen Stadtzentren Neuseelands unter Denkmalschutz - © FRASHO / franks-travelbox
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Die hübsche Altstadt von Oamaru ist nicht groß und ein Rundgang zu den sehenswerten Bauten in einer guten Stunde abgeschlossen. Sowohl die Altstadt als auch das Hafenviertel stehen als eines der vollständigsten viktorianischen Stadtzentren Neuseelands unter Denkmalschutz.

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St. Pauls Kirche

Eine Stadtbesichtigung von Oamaru beginnt am besten bei der St. Pauls Kirche in der Coquet Street. Sie stammt aus dem Jahr 1873 und ist gleich das erste schöne Beispiel für die typische Oamaru Stone-Architektur.

St. Patricks Basilika

Der Coquet-Street folgend gelangt man in die Reed Street, in der sich ein Abstecher nach rechts zur prachtvollen katholischen St. Patricks Basilika (1893) lohnt.

Oamaru Gardens

Wendet man sich auf der Reed Street nach links, erreicht man die idyllischen Oamaru Gardens zwischen Chelmer Street und Isis Street.

St. Lukes Church

Die attraktive St. Luke’s Church in Oamaru, Neuseeland, stammt aus dem Jahr 1865 und ist mit ihrem 39m hohen Kirchturm schon von weitem sichtbar - © FRASHO / franks-travelbox
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Von den Oamaru Gardens führt die Itchen Street bis zur unübersehbaren St. Lukes Church an der Kreuzung mit der Thames Street. Die attraktive Kirche stammt aus dem Jahr 1865 und ist mit ihrem 39m hohen Kirchturm schon von weitem sichtbar.

Tyne Street und Harbour Street

Von der Itchen Street lohnt sich ein Abstecher zur Tyne Street und Harbour Street, dem ältesten Teil von Oamaru. Nahezu alle Gebäude in diesem Bezirk stammen aus der Zeit vor 1880. Aufwändig restauriert erstrahlen sie heute in neuem Glanz und beherbergen Shops und Boutiquen – ebenfalls viktorianisch dekoriert. Neben netten Cafés, Galerien und Kunsthandwerksläden findet sich hinter den prächtigen Fassaden auch das Automuseum von Oamaru.

Museum „Steampunk HQ

Im „Steampunk HQ“ in Oamaru, Neuseeland, treffen viktorianische Vorstellungen der Dampfmaschinen-Zukunft auf das 21. Jahrhundert - © FRASHO / franks-travelbox
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Mit dem Museum „Steampunk HQ hat das älteste Viertel von Oamaru auch historische Science Fiction zu bieten. In diesem außergewöhnlichen Museumskonzept treffen viktorianische Vorstellungen der Dampfmaschinen-Zukunft in humorvoll-interessanter Weise auf die Gegenwart des 21. Jahrhunderts.

Thames Street – Oamarus Herzstück aus viktorianischen Zeiten

Der eindrucksvolle Gerichtspalast von Oamaru thront in der Thames Street, der wohl schönsten Straßen der Stadt, Neuseeland - © FRASHO / franks-travelbox
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Mit der Thames Street, tatsächlich nach dem Fluss in London benannt, folgt der schönste Straßenzug von Oamaru zum Schluss. Hier reiht sich ein prächtiger elfenbeinfarbener Bau an den nächsten. Zu den schönsten Gebäuden mit dem reichsten Fassadenschmuck zählen die Forrester Gallery, das griechisch inspirierte Athenäum, das heute das North Otego Museum beherbergt, der eindrucksvolle Gerichtspalast und die Oper von Oamaru.

Mit der Museumsbahn die Hafenstraße entlang

Der Oamaru Historic Steam Train entlang der Hafenpromenade wird privat betrieben und von ehrenamtlichen Mitarbeitern instandgehalten, Neuseeland - © FRASHO / franks-travelbox
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Am Ende der Thames Street wieder in der Coquet Street angelangt fehlt für eine abgeschlossene Oamaru-Tour nur noch ein Besuch des Hafens. Dazu kann man einfach die Humber Street an der Küste entlang spazieren oder etwas weiter nördlich vom Zentrum in die Museumsbahn einsteigen. Hier befindet sich übrigens auch die Touristeninformation. Der Oamaru Historic Steam Train wird privat betrieben und von ehrenamtlichen Mitarbeitern instandgehalten.

Friendly Bay

Farbenfrohe Fischerboote schaukeln in der Friendly Bay vor der Küste von Oamaru, Neuseeland, friedlich auf den Wellen - © FRASHO / franks-travelbox
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Historische Waggons kutschieren Besucher im neuseeländischen Sommer jede halbe Stunde entlang der Hafenpromenade bis zur malerischen Friendly Bay, in der farbenfrohe Fischerboote friedlich auf den Wellen schaukeln.

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Victorian Heritage Celebrations

Bei den Victorian Heritage Celebrations zeigt sich die gesamte Stadt Oamaru in Neuseeland im Gewande des 19. Jahrhunderts - © FRASHO / franks-travelbox
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Ein Spaziergang durch Oamarus elegante Altstadt wird sogar noch historischer, wenn einmal im Jahr am dritten November-Wochenende die Victorian Heritage Celebrations in Oamaru stattfinden. Die gesamte Stadt dreht dann die Zeit um 2 Jahrhunderte zurück – zu den „good old days“ von Königin Victoria. Sogar aus Australien und Asien kommen Touristen ins neuseeländische Oamaru, um an den Victorian Heritage Celebrations teilzunehmen.

Eröffnet werden die Victorian Heritage Celebrations, die seit über 20 Jahren stattfinden, mit einer großen Parade, an der tausende Menschen in historischen Gewändern teilnehmen. Ab dann ist das Flair von Großbritannien und Königin Victoria unübersehbar.

Menschen und Maschinen wie vor 200 Jahren

Nahezu alle Bewohner werfen sich mit historischen Kostümen in Schale, scheinbar jeder hat zumindest einen Reifrock oder einen passenden Hut zu Hause im Schrank. Damit ist Oamaru wohl der einzige Ort auf der Welt, wo Kunden von Angestellten mit Perücke, Handschuhen, Stock und Hut zum Online-Banking beraten werden. Britische Flaggen erinnern an die ehemalige britische Herrschaft, Chöre besingen die vergangenen Traditionen und Souvenirshops verkaufen nostalgische Schilder, hochgeschlossene Kleider und pompös geschmückte Hüte.

Neben dem Outfit der Bewohner Oamarus zeigt sich bei den Victorian Heritage Celebrations auch die Stadt um hundert Jahre gealtert. Die Hauptstraßen füllen sich mit den Geräuschen, Anblicken und Gerüchen von damals. Historische Autos, Lokomotiven und dampfbetriebene Maschinen werden ausgestellt und tuckern durch die Straßen.

Ganz Oamaru genießt augenscheinlich das royale Flair, das an diesem Wochenende in der Stadt Einzug hält und schwelgt gemeinsam mit tausenden Besuchern in Erinnerungen an vergangene Tage.

BILDER: Oamaru Victorian Heritage Celebrations

Fotogalerie: Victorian Heritage Celebrations in Oamaru

Pinguin-Kolonien von Oamaru

Die meisten Besucher kommen jedoch nicht wegen der hübschen Altstadt, sondern aufgrund der tierischen Mitbewohner nach Oamaru. Der allabendliche Marsch der Pinguine zählt zu den größten Touristenattraktionen der Umgebung und ist eine einmalige Gelegenheit, hunderte Gelbaugenpinguine und Zwergpinguine aus nächster Nähe beobachten zu können.

Tipp: Nachdem die Pinguine nach Einbruch der Dunkelheit am besten zu beobachten sind, empfiehlt sich eine Übernachtung in Oamaru. Sehenswert ist hier auch die schmucke Altstadt aus dem 19. Jahrhundert.

Besuch der Zwergpinguine (Blue Penguins)

Jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang begeben sich in Oamarau die Zwergpinguine vom Meer in ihre Kolonien an den Strand, Neuseeland - © Martin Pelanek / Shutterstock
© Martin Pelanek / Shutterstock

Die Stars der Pinguine von Oamaru sind die Zwergpinguine (Blue Penguins). Jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang begeben sich die Zwergpinguine vom Meer in ihre Kolonien an den Strand und werden sorgfältig gezählt. Dabei ist im Dezember und Jänner das Auftauchen von 200-300 Tieren keine Seltenheit. Im Juni und Juli sind oft nur eine Handvoll Pinguine unterwegs.

Für ihre Beobachtung wurden eigene Sitzplätze eingerichtet, die in die Kategorien „Normal“ und „Premium“ eingeteilt sind. Anstatt die allabendliche Pinguin-Rückkehr nur von weitem zu sehen, sind die Premium-Plätze direkt an der Pinguin-Hauptstraße angesiedelt.

Schon der Weg zu den Sitzplätzen führt über Stege mitten durch die Kolonie. Eine einmalige Gelegenheit, den possierlichen Tierchen so nahe zu sein, wenn sie nach Sonnenuntergang ihre Schlafplätze aufsuchen! Fotografieren ist jedoch strengstens verboten.

Tipp: Wer sich am Abend im Hafen von Oamaru aufhält, kann mit etwas Glück ebenfalls Pinguine beobachten, die auf dem Weg zu ihren Nestern am Strand über die Straße huschen.

Besuch der Gelbaugenpinguine

Die malerische Küstenstadt Oamaru bietet eine einmalige Gelegenheit, Gelbaugen- und Zwergpinguine aus nächster Nähe beobachten zu können, Neuseeland - © Robert CHG / Shutterstock
© Robert CHG / Shutterstock

Rund 1,5km weiter am Strand entlang weiter südlich liegt mit den Gelbaugenpinguinen die nächste Kolonie. Von November bis Februar ist ihre Anzahl am größten. Die beste Zeit, um die Gelbaugenpinguine zu beobachten, ist ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang, wenn sie ihre Schlafplätze am Strand aufsuchen.

Im Gegensatz zur Zwergpinguin-Kolonie ist der „Eintritt“ zum Beobachtungsposten kostenlos. Von einer überdachten Hütte hoch über der Bucht fällt der Blick weit über den Strand, in dessen Brandung die Pinguine erspäht werden können.

BILDER: Pinguine von Oamaru

Fotogalerie: Pinguine von Oamaru

Weiterführende Links:

Offizielle Tourismus-Website von Oamaru
Offizielle Website der Pinguinkolonie von Oamaru
Offizielle Website der Victorian Heritage Celebrations in Oamaru
Offizielle Website des Dampfmaschinenparks Steampunk

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