Stadtteil Punda in Willemstad, Curaçao

Das Stadtviertel Punda ist der älteste Teil von Curaçaos Hauptstadt Willemstad und wurde im Jahr 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt - © James Camel / franks-travelbox
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Im Stadtviertel Punda von Willemstad sind nicht nur die historischen Bauten und bunten Fassaden der Häuser ein Publikumsmagnet, Punda ist auch die erste Shopping-Adresse in Willemstad.

Das Stadtviertel Punda („Punkt“) südöstlich von der Sint-Annabaai ist der älteste Teil von Curaçaos Hauptstadt Willemstad und wurde im Jahr 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

BILDER: Stadtteil Punda in Willemstad

Historisches Punda

In Punda begannen die Holländer im 1634 nach der Eroberung Curacaos von den Spaniern mit der Errichtung ihrer Stadt. Ihre erste Amtshandlung war der Bau einer Festung zum Schutz der Hafeneinfahrt – das Fort Amsterdam war am Entstehen. Die historische Festung beherbergt heute den Sitz des Gouverneurs, sowie Regierungs- und Verwaltungsgebäude und ist der ideale Ausgangspunkt für eine Sightseeing-Tour durch Punda.

Fort Amsterdam ist das älteste, größte und bedeutendste Fort von Curaçao und die mächtigste Festung der ABC-Inseln - © James Camel / franks-travelbox
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Wer das Fort Amsterdam durch den Westeingang verlässt, gelangt direkt auf den Plaza Piar, den eine Statue des venezolanischen Freiheitskämpfers Manuel Corel Piar ziert.

Nicht zu übersehen ist das turmartige Val Plaza-Hotel, welches bereits auf dem Gelände des Waterforts liegt. Diese historische Befestigungsmauer wurde nach der Eroberung durch die Briten verstärkt und beherbergt heute in den so genannten „Waterfort Arches“ gemütliche Restaurants und nette Boutiquen direkt am Meer.

Wilhemina-Plein

Am Waterfort entlang gelangt man nach wenigen Metern auf den Wilhelmina-Plein, ein parkähnlich begrünter Platz, der größte von Punda. Direkt am Wilhelmina-Plein thront das Stadhuis, das Rathaus von Willemstad. In diesem klassizistischen Gebäude aus dem Jahr 1859 mit den opulenten Freitreppen und dem goldenen Wappen des Hauses Oranien tagt das Parlament von Curaçao.

Den Abschluss des Wilhelmina-Pleins bildet eine schmucke gelbe Kirche. Die so genannte „Emanu-El“ ist der Sitz einer Reformgruppe sephardischer Juden, die sich im Jahr 1864 von der Mikvé-Gemeinde („Gemeinde der Hoffnung“) abgespalten hat.

Die schmucke „Emanu-El“ am Wilhelmina-Plein in Willemstad ist der Sitz einer Reformgruppe sephardischer Juden, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Apropos Mikvé-Gemeinde: Ihre Synagoge befindet sich in der Hanchi di Snoa am nördlichen Ende der Fußgängerzone Gomezplein. Die Grundsteinlegung der Synagoge Mikve Israel-Emanuel erfolgte im Jahr 1730, sie ist damit die älteste Synagoge der westlichen Hemisphäre. Ihr malerischer Innenhof kann durch ein schweres Holzportal betreten werden. Gegen Gebühr kann das Innere der Synagoge mit ihren eleganten Mahagoniholz-Bänken und den mächtigen Lustern besichtigt werden.

Shoppen in Punda

Über die Columbusstraat gelangt man hinter der Synagoge zur Wilhelmina-Zugbrücke, die zu den schmucken Wohnhäusern des Stadtteils Scharloo führt. Davor liegt die zentrale Markthalle von Punda, in der man von Fisch, Obst und Gemüse über Kosmetika und Woodoo-Artikel bis zu Souvenirs und Kleidung so ziemlich alles kaufen kann.

Wer Obst und Gemüse erstehen möchte, ist allerdings am „Floating Market“ besser aufgehoben. Dieser liegt nur wenige Meter am Ufer des Waaigat entlang in Richtung Sint Annabaai. Zahlreiche Schiffe haben sich hier am Ufer des Hafenbeckens entlang postiert und auf der Straße ihre farbenfrohen Stände mit unglaublicher Auswahl an gesunden Köstlichkeiten aufgebaut.

Unglaubliche Auswahl an frischem Obst und Gemüse am Floating Market im Stadtteil Punda in Willemstad, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Der Weg zurück Richtung Fort Amsterdam empfiehlt sich nicht entlang der Sint Annabaai, sondern einen Häuserblock zuvor über die Herenstraat. Diese Fußgängerzone wird von zahlreichen prächtigen Häusern gesäumt, die oft noch die Jahreszahl ihrer Erbauung (oftmals in jüdischer Zeitrechnung) auf den Fassaden tragen. Am Ende der Herenstraat stößt man auf die Breedestraat.

Rechter Hand erhebt sich das wohl berühmteste und schönste Gebäude von ganz Willemstad. Das ockergelbe und prunkvoll verzierte Penha-Gebäude zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen niederländischer Kolonialarchitektur. Es beherbergt heute die exquisite Parfümerie Penha, die ebenfalls einen Besuch wert ist.

Das prunkvoll verzierte Penha-Gebäude im Stadtteil Punda zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen niederländischer Kolonialarchitektur, Willemstad, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Auf der einen Seite führt die berühmte schwenkbare Queen-Emma-Bridge über die Sint Annabaai in den Stadtteil Otrabanda, auf der anderen Seite lohnt sich ein Spaziergang über die Breedestraat, die ebenfalls von sehenswerten Gebäuden gesäumt wird und bis zum Wilhelmina-Plein führt.

Weiterführende Links:

Offizielle Website vom Stadtteil Punda in Willemstad (englisch)