Stadtteil Otrabanda in Willemstad, Curaçao

Im Gassengewirr von Otrabanda kann das Leben im 18. Jahrhundert in Willemstad, Curaçao, noch gut nachvollzogen werden  - © James Camel / franks-travelbox
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Der Stadtteil Otrabanda von Willemstad ist zwar nicht so malerisch wie der Stadtteil Punda, in seinen verwinkelten Gassen gibt es dennoch die ein oder andere historische Sehenswürdigkeit zu entdecken.

Über die hübsche Fußgänger-Brücke Queen-Emma-Bridge, oder salopper „Swinging Old Lady“, die zur Seite gefahren werden kann, um Schiffe durchzulassen, gelangt man in der Hauptstadt von Curaçao seit 1888 über die Bucht Sint Annabaai von Punda in das Stadtviertel Otrabanda („die andere Seite“).

Die berühmte schwenkbare Queen-Emma-Bridge führt von Punda über die Sint Annabaai in den Stadtteil Otrabanda, Willemstad, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Otrabanda wurde 1707 auf der anderen Seite der Bucht erbaut, nachdem Punda allmählich zu klein wurde. Auch dieser Stadtteil erhielt eine Festung zu seinem Schutz: Das Riffort, liegt genau gegenüber von Fort Amsterdam und lädt hinter seinen historischen Mauern zum Speisen ein.

Im Gegensatz zum ersten Stadtviertel von Willemstad wurden in Otrabanda die Straßen nicht mehr systematisch angelegt, das Luftbild mutet hier eher chaotisch an. Doch so übt das Viertel mit seinen verwinkelten Gässchen, alten Denkmälern und versteckten Plätzen einen besonderen Reiz aus und ist am besten zu Fuß zu erkunden. Otrabanda war früher ein wichtiger Sklavenmarkt der Karibik und ist heute immer noch das Zentrum des farbigen Mittelstandes in Curacao, nachdem sich hier im 18. und 19. Jahrhundert viele freigelassene Sklaven ansiedelten.

Tipp: Nach Einbruch der Dunkelheit sollten die engen Gassen von Otrabanda von Touristen gemieden werden.

Sehenswertes in Otrabanda

Die Sehenswürdigkeiten von Otrabanda sind weder so zahlreich noch so attraktiv wie jene von Punda, dennoch lohnt sich ein kurzer Spaziergang durch die engen Straßen. Direkt vor dem Riffort führt der Pater Euwensweg ins Landesinnere, auf dem man zum schmucken historischen Wohnhäusern Stromzicht (weiß-blau) und Batavia (pastellrot) gelangt. Die beiden Bauten stammen aus dem 18. Jahrhundert und befinden sich heute in Privatbesitz.

Das Haus Sebastopol in Otrabanda, dem östlichsten Stadtteil von Willemstad, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Zwischen den beiden Häusern hindurch gelangt man über den Sebasteeg in die Breedestraat, die Hauptstraße von Otrabanda, deren (zugegeben wesentlich einladenderes) Pendant auch in Punda zu finden ist. Im Gassengewirr zwischendurch kann das Leben im 18. Jahrhundert noch gut nachvollzogen werden. Bemerkenswert sind noch die beiden winzigen Häuser Nummer 5 und 15 in der Gasthuisstraat. Von der Breedestraat wieder Richtung Sint Annabaai geht es auf die Arubastraat, in der rechter Hand, an der Ecke zur Sebastopolstraat, das gelbe Haus Sebastopol thront.

Von diesem gelangt man über den Conscientiesteeg, der ältesten Straße von Otrabanda, zur Sint Anna-Basilika, der ältesten katholischen Kirche der niederländischen Antillen. Ihre Ursprünge gehen auf eine Kapelle aus dem Jahr 1757 zurück.

Von der Terrasse des Hotels Otrabanda aus bietet sich ein fantastischer Blick auf Punda, die Queen-Emma-Bridge und die Queen-Juliana-Bridge in Willemstad, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Weiter gerade aus empfiehlt sich anschließend noch ein kleiner Rundgang über die Uferstraße, an der das leuchtend blaue Hotel Otrabanda thront. Von seiner Terrasse aus bietet sich ein fantastischer Blick auf die farbenfrohen Häuser von Punda, die schwenkbare Queen-Emma-Bridge und die moderne Queen-Juliana-Bridge.

Die Uferstraße führt weiter landeinwärts zum Museum Kurá Hulanda in der Klipstraat Nr. 9, welches der Geschichte der Sklaven auf Curaçao gewidmet ist.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Willemstad (englisch)