Rincon, Bonaire

Rincon ist neben Kralendijk die einzige offizielle Stadt auf Bonaire und die älteste Siedlung der Insel - © James Camel / franks-travelbox
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Rincon wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern als erste Siedlung von Bonaire gegründet. Noch heute erzählen die historischen Häuser und ihre Bewohner von Salzabbau, Holzhandel und Sklaverei.

Das beschauliche Rincon ist neben der Hauptstadt Kralendijk die einzige offizielle Stadt auf Bonaire und die älteste Siedlung der Insel, die heute noch von Nachkommen der einstigen Sklaven bevölkert wird.

Geschichte von Rincon

Die Besiedlung Bonaires kann archäologischen Funden zufolge bis um 900 vor Christus zurückverfolgt werden. Nach der Entdeckung von Bonaire durch Amerigo Vespucci im Jahr 1499 wurden alle Ureinwohner der Insel nach Hispaniola (heute Dominikanische Republik und Haiti) verfrachtet, um dort in den Kupferminen zu arbeiten.

Knapp 30 Jahr später kamen die Spanier zurück nach Bonaire und gründeten im Jahr 1527 in einem fruchtbaren Tal ihre erste Siedlung: Rincon. Im Jahr 1636 weitete die West India Company, die schon lange auf Curaçao vertreten war, ihren Anspruch auch auf Bonaire aus und die Niederländer schätzten die Insel aufgrund ihres Bauholzes und ihrer reichen Salzvorkommen.

Die blühende Wirtschaft auf Bonaire brachte Sklaven auf die Insel, die sich ebenfalls in Rincon ansiedelten und auf den Plantagen der Umgebung sowie auf den Salzfeldern bei Pekelmeer arbeiteten. Da letztere zehn Gehstunden entfernt waren, wurden um die Salzpfannen mehrere winzige Sklavenhäuser errichtet, die zu Anfang noch aus Lehm und Stroh und ab 1850 aus Stein waren und heute noch besichtigt werden können. 1863 wurde die Sklaverei auf Bonaire abgeschafft und viele der ehemaligen Sklaven blieben in Rincon, wo zum Großteil noch heute ihre Nachkommen anzutreffen sind.

Besuch von Rincon

Rincon ist ein ruhiges Städtchen mit ruhigen Gassen und einer entspannten Atmosphäre. Noch immer bevölkern mehr Ziegen und Esel als Autos die Straßen von Rincon. Viele Häuser des Städtchens stammen noch aus historischen Zeiten und manche von ihnen wurden bereits liebevoll restauriert. Kleine Bars und Cafés laden zu einem kurzen Zwischenstopp ein, wo die Rinconer gerne aus dem Nähkästchen plaudern und Besuchern von ihrer wechselhaften Geschichte erzählen.

Das Herz von Rincon markiert die unübersehbare, gelb und weiß getünchte Ludovicus Bertrandus Kerk aus dem Jahr 1908. Ansonsten fallen vor allem die Kaktuszäune ins Auge, die nicht nur vor lästigen Blicken schützen, sondern auch diverse Haustiere, von der Katze bis zur Kuh, sehr effektiv am Weglaufen hindern.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Rincon auf Bonaire (englisch)