Etosha-Nationalpark, Namibia

Zebras im Etosha-Nationalpark, dem größten und berühmtesten Nationalpark des Landes  im Nordwesten von Namibia in der Region Kunen, Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Etosha-Nationalpark ist der größte und berühmteste Nationalpark von Namibia. Viele Wasserlöcher und eine atemberaubende Vielfalt an Wildtieren garantieren unvergessliche Safari-Erlebnisse.

Der Etosha-Nationalpark im Nordwesten von Namibia in der Region Kunene ist der größte und berühmteste Nationalpark des Landes und das zweitgrößte Wildtierschutzgebiet des afrikanischen Kontinents. Seine fantastische Artenvielfalt zieht jährlich hunderttausende Besucher aus aller Welt an.

BILDER: Etosha-Nationalpark

Gründung des Etosha-Nationalparks

Die Region des heutigen Etosha-Nationalparks wurde bereits im März des Jahres 1907 vom Gouverneur des deutschen Südafrika zum „Wildschutzgebiet Nr. 2″ ernannt, nachdem die Tiere der Region durch Großwildjagd schon an den Rand der Ausrottung getrieben wurden. Die Schutzmaßnahmen zeigten ihre Wirkung und die Bestände der Wildtiere konnten sich erholen. 1967 erhielt das Naturschutzgebiet vom südafrikanischen Parlament den offiziellen Status eines Nationalparks, nachdem es aufgrund des Landbedarfs der Bevölkerung und der weißen Siedler auf eine Fläche von knapp 23.000km² verkleinert wurde.

Seinen Namen hat der Etosha-Nationalpark von der riesigen Etosha-Salzpfanne, er bedeutet so viel wie „Großer weißer Platz”. Diese erstreckt sich über eine Länge von 130 und einer Breite von 70km und macht mit einer Fläche von 5.000km² nahezu ein Viertel der Nationalpark-Fläche aus.

Blick in die Etosha-Salzpfanne mit einer Länge von 130 und einer Breite von 70km im gleichnamigen Etosha-Nationalpark, Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Etosha-Nationalpark bietet heute wieder hunderten verschiedenen Arten von Säugetieren, Vögeln und Reptilien ein sicheres Rückzugsgebiet und beherbergt auch einige gefährdete Arten, wie zum Beispiel das Schwarze Nashorn. Seit Bohrlöcher im Nationalpark künstliche Wasserstellen geschaffen haben, ist der Wildtierbestand noch einmal sprunghaft angestiegen.

Gezielter Schutz der Tierwelt im Etosha-Nationalpark

Um die gefährdeten Arten noch besser zu schützen wurde in den 1970er-Jahren im Südwesten des Parks ein 15.000 Hektar großes Schutzgebiet etabliert, in dem vor allem Pferde-Antilopen, Spitzmaulnashörner, Schwarznasenimpalas, Bergzebras und Elenantilopen leben. Vor allem der Bestand der Spitzmaulnashörner konnte sich so prächtig erholen. Seit 1988 dämmt außerdem eine spezielle Organisation, die so genannte „Anti-Poaching-Unit” (Anti-Wilderer-Einheit) die gezielte Tötung von Wildtieren durch organisierte Banden noch zusätzlich ein.

Im Etosha-Nationalpark in Namibia leben über hundert verschiedene Säugetier- und Reptilien-Arten, sowie an die 350 verschiedene Vögel - © FRASHO / franks-travelbox
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Für den Tourismus ist der Etosha-Nationalpark in zwei Teile geteilt. Der östliche Teil durfte schon seit jeher von Touristen mit ihren PKWs erkundet werden. Hier befindet sich auch die riesige Etosha-Salzpfanne. Der westliche Teil kann nur im Zuge von geführten Touren mit registrierten Führern erkundet werden.

Beide Teile des Nationalparks sind durch Schotterstraßen, so genannte „Pads” erschlossen, die an den zahlreichen Wasserstellen vorbei führen und so ein ideales Wegenetz für die Erforschung der Tierwelt im Etosha-Nationalpark schaffen. Im Nationalpark darf man sich übrigens nur im Auto bewegen, freies Umherwandern ist – auch der eigenen Sicherheit zuliebe – nicht gestattet.

Tipp: Wer zwischendurch auf die Toilette muss, sollte aus Sicherheitsgründen nur die umzäunten WCs verwenden und sich keinesfalls einfach in die Büsche schlagen!

Die buntgefiederten Gabelracken im Etosha-Nationalpark lauern auf hohen Zweigen Insekten, Raupen und Skorpionen auf, Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Der gesamte Nationalpark ist umzäunt, die insgesamt vier Tore werden bei Sonnenaufgang geöffnet und bei Sonnenuntergang geschlossen. Das Lindequist-Tor im Osten und das Anderssons-Tor im Süden sind die bekanntesten und durch die Hauptstraße C38 verbunden, das Nehale Iya Mpingana-Tor liegt im Norden und das Otjovasandu-Tor im Westen kann nur von registrierten Besuchern des Camps Dolomite passiert werden.

Jeder Besucher, der ein Tor in den Nationalpark passiert, wird registriert und muss diesen am Abend wieder verlassen haben, oder in eine der fünf Unterkünfte (Okaukuejo, Namutoni, Halali, Onkoshi und Dolomite) im Nationalpark eingekehrt sein. Die Unterkünfte haben beleuchtete Wasserlöcher, die ein Beobachten der Wildtiere auch in der Nacht ermöglichen.

Tipp: Wer das nächtliche Leben im Etosha-Nationalpark einmal hautnah erleben möchte, sollte unbedingt an einer Nachtsafari teilnehmen! Mit etwas Glück begegnet man im Scheinwerferlicht Löwen bei der Jagd oder trifft auf ein wildes Rudel Hyänen.

Unterkünfte im Etosha-Nationalpark

Okaukuejo,ein ehemaliger Militärposten, ist sozusagen die Haupt-Unterkunft im Etosha-Nationalpark. Hier gibt es eine Touristeninformation, ein Postamt, ein Restaurant, Souvenirläden und zwei Schwimmbäder. Namutoni beherbergt neben dem Rastlager auch ein Museum. In der Nähe des Moringa- und des Helio-Wasserlochs liegt das Camp Halali (in der Jägersprache bedeutet dies „Ende der Jagd”), von wo aus die einzigen Berge im Osten des Parks gesehen werden können. Das neueste Camp Onkoshi wurde 2012 für exklusive Gäste errichtet und für Besucher des Camps Dolomite ist der Westeingang Otjovasandu und der gesamte westliche Teil des Etosha-Nationalparks vorbehalten.

Tipp: In den Camps liegen Beobachtungsbücher auf, in denen Besucher ihre Tierbeobachtungen eintragen können. Wer sich mit der Chronologie etwas beschäftigt, kann versuchen herauszulesen, auf welcher Route bzw. in welcher Gegend die für ihn interessantesten Wildtiere mit etwas Glück anzutreffen sind.

Die Riesentrappe, mit bis zu einer Höhe von 1,3 Metern die größte Trappen-Art, ist im Etosha-Nationalpark von Namibia heimisch - © FRASHO / franks-travelbox
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Die Unterkünfte im Nationalpark sind in Ordnung und das Personal ist freundlich, man merkt jedoch, dass die Camps staatlich geführt sind. Als Alternative gibt es außerhalb des Nationalparks einige Lodges, die privat geführt werden. Campen außerhalb der Nationalpark-Grenzen in Lodges ist auch möglich.

Highlights im Etosha-Nationalpark

Die Hauptattraktion im Etosha-Nationalpark stellen natürlich die Wildtiere dar, deren Liste an Spezies fast unendlich ist. Über hundert verschiedene Säugetier- und Reptilien-Arten gibt es zu entdecken und an die 350 verschiedene Vögel. Darunter Elefanten, Spitzmaulnashörner, verschiedenste Antilopen, Zebras, Kudus, Impalas, Gnus, Giraffen, Löwen, Leoparden, Geparde, Hyänen, Erdmännchen, Stachel- und Warzenschweine, Geier, Adler, Falken, Störche, Strauße, Riesentrappen und viele, viele mehr.

Zwei Schabrackenschakale (Canis mesomelas) nach einer anstrengenden Nacht in der Morgensonne im Etosha Nationalpark, Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Vor allem an der Etosha-Salzpfanne sind tausende von Wasservögel zu beobachten, die sich an den kleinen Tierchen im nur wenige Zentimeter hohen Salzsee laben, dessen Wasser doppelt so salzhaltig ist wie Meerwasser.

Die meisten Wildtiere findet man an den natürlichen und künstlichen Wasserstellen. Da es im Etosha-Nationalpark keine Flüsse oder Bäche gibt, sind die tierischen Bewohner voll und ganz auf die Wasserlöcher angewiesen. Davon gibt es 5 natürliche und 27 künstliche im westlichen und 29 natürliche und 12 künstliche im östlichen Teil des Etosha-Nationalparks. Für die so genannten „Big Five” Afrikas (Elefant, Löwe, Leopard, Büffel und Nashorn) fehlt im Etosha-Nationalpark nur der Büffel.

Neben der Tierwelt des Etosha-Nationalparks zählt auch eine der Unterkünfte zu den Sehenswürdigkeiten. Das Fort Namutoni, ebenfalls eine ehemalige Polizei- und Militärstation, die zum Eindämmen der Rinderpest im Jahr 1897 errichtet und später zur Befestigungsanlage ausgebaut wurde, liegt im östlichen Teil des Nationalparks und fungiert heute als Besucherzentrum des Etosha-Nationalparks und einfaches Rastlager für Besucher. Das Fort gilt heute als Nationaldenkmal Namibias und beherbergt ein Museum.

Tipp: Um die ganze Pracht des Etosha-Nationalparks ordentlich auskosten zu können, sollte man sich für seine Besichtigung auf jeden Fall 2-3 volle Tage reservieren.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Etosha-Nationalparks in Namibia (englisch)
Infos, Unterkünfte und Reisetipps zum Etosha-Nationalpark in Namibia