Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark, Namibia

Eine abgestorbene Akazie im Deadvlei am Ende des Sossusvlei in Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark in Namibia ist eine Salz- und Lehmsenke inmitten einer spektakulären Dünenlandschaft, in der die angeblich höchsten Sanddünen der Welt zu finden sind.

Das Sossusvlei befindet sich Südwesten Namibias und ist die Hauptattraktion des Namib-Naukluft-Nationalparks. Sossusvlei ist von den höchsten Sanddünen der Welt umgeben und sollte bei jedem Namibia-Reisenden auf dem Programm stehen. Seit 2013 zählt das Sossusvlei als Teil des Namib-Sandmeeres zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Als „Vlei” wird eine salzverkrustete Lehmsenke bezeichnet, „Sossus” bedeutet in der Sprache der Nama „blinder Fluss”. Das Sossusvlei bezeichnet die Stelle, an der der Fluss Tsauchab in den ewigen Sanden der Namib versickert, etwa 50km bevor er den Atlantik erreicht hätte. Etwa alle zehn Jahre regnet es genug, damit sich die Salzpfanne einige Zentimeter mit Wasser füllt und einen wunderschönen türkisblauen See bildet. Meist ist das Sossusvlei jedoch völlig ausgetrocknet.

BILDER: Sossusvlei

 

Gleich in der Nähe des Sossusvlei befinden sich weitere „tote Flussenden”, das Deadvlei am Ende des Sossusvlei und das Hiddenvlei am Ende der Straße. Das Besondere an diesen Vleis sind die abgestorbenen Akazien an ihren Ufern. Aufgrund der extremen Trockenheit verfallen sie nur äußerst langsam und ihre schwarzen Äste ragen nach wie vor wie spindeldürre Finger aus dem Wüstensand.

Und doch gibt es auch Leben an den Vleis. Der rote Sand ist immer wieder vom Dornengestrüpp der Nara-Pflanze bedeckt und hin und wieder huschen Eidechsen, Insekten oder Schlangen durch den Sand. Auch die eine oder andere Oryx Gazelle lässt sich blicken.

Die berühmte Düne 45 in Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark, Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Die höchsten Sanddünen der Welt am Sossusvlei

Rund um das Vlei ragen mit über 300 Metern die angeblich höchsten Sanddünen der Welt gen Himmel. Durch den ständigen Westwind, der vom Atlantik über die Namib weht, wird der Sand zu diesen gigantischen Dünen aufgetürmt, die immer weiter ins Landesinnere geblasen werden. Die höchste der Dünen wird Big Daddy oder Crazy Dune genannt und erreicht eine sagenhafte Höhe von 380 Metern.

Die endlose Dünenlandschaft ist an die 300km lang und etwa 140km breit. Aus dieser Leere leitet sich übrigens die Bezeichnung „Namib” ab. Denn „Namib” bedeutet in der Sprache der Nama etwa „Ort, wo nichts ist”. Der Wind bringt allerdings auch die Feuchtigkeit des Meeres mit sich, wodurch das Eisen im Sand zu oxidieren beginnt und die für die Namib charakteristische rostrote Farbe entsteht. Je dunkler das Orange, desto älter ist die Düne.

Tipp: Wer in der Dünenlandschaft des Sossusvlei unterwegs ist, sollte unbedingt die Chance nutzen und eine Düne besteigen! Das Unterfangen ist zwar äußerst schweißtreibend (genügend Trinkwasser und Sonnenschutz dabei haben!), doch der unvergessliche Blick über die sanften roten Hänge entlohnt jegliche Mühe!

Unterwegs zum Sossusvlei

Um zum Sossusvlei zu gelangen nimmt man den Eingang zum Namib-Naukluft-Nationalpark bei Sesriem an der östlichen Grenze des Nationalparks (kostenpflichtig). Der Zugang ist nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet. Die Zeiten wann die Tore des Parks geöffnet und wieder geschlossen werden, sind beim Eingang abzulesen. Wer möglichst früh nach Sossusvlei aufbrechen will, muss am Campingplatz in Sesriem übernachten. Hier werden die Tore in den Park schon vor Sonnenaufgang geöffnet, für die Besucher die außerhalb übernachten, öffnen sich die Tore in den Park erst ca. eine Stunde später.

Tipp: In der Hochsaison sind die Unterkünfte und Campsites im Namib-Naukluft-Nationalpark rasch ausgebucht, daher früh genug reservieren!

Blick von der Elimdüne nicht weit vom Parkeingang in Sossusvlei , die einen kleinen Vorgeschmack auf die spektakulären Dünen des Sossusvlei gibt, Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Von Sesriem aus führt eine etwa 65km lange Asphaltstraße zum Sossusvlei, auf der man bereits die atemberaubenden Sanddünen bestaunen kann. Wer nicht viel Zeit hat zweigt einige Kilometer nach dem Parkeingang rechts ab. Nach etwa 15 Fahrminuten erreicht man die Elimdüne, die einen kleinen Vorgeschmack auf die spektakulären Dünen des Sossusvlei gibt. Die Hauptstrecke führt zur berühmten Düne 45, die von einem Parkplatz aus erklettert werden kann.

Tipp: In der Früh ist in der Dünenlandschaft um Sossusvlei meistens viel los, kurz vor Sonnenuntergang ist die Landschaft jedoch genauso schön und weniger überlaufen. Einziger Nachteil ist, dass dann die Luft nicht mehr so herrlich klar ist.

Die Fahrt vom Parkeingang zum Sossusvlei dauert etwa eineinhalb Stunden. Bis etwa 5km vor dem Sossusvlei kann man mit dem Auto fahren, nach dem Parkplatz unter Kameldornbäumen geht es durch tiefen Sand nur zu Fuß oder mit Allradantrieb weiter (Luft ablassen!). Wer kein 4×4-Fahrzeug besitzt und auch nicht durch die Hitze wandern will, kann auf die kostenpflichtigen Shuttle-Services zurückgreifen.

Sossusvlei exzellent fotografieren

Blick von der berühmtesten Düne in Sossusvlei, der Düne 45, Namibia - © FRASHO / franks-travelbox
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Die Sanddünen bei Sossusvlei kommen auf Fotos am besten bei tiefstehender Sonne zur Geltung, da sie dann spektakuläre Schatten werfen. Dies spricht eindeutig für eine Übernachtung im Nationalpark, da man so früh genug wegfahren kann, um die Dünen am Sossusvlei bei Sonnenauf- bzw. -untergang zu erleben. Die Kameras übrigens gut gegen den allgegenwärtigen Sand schützen, sonst werden in der Namib vielleicht die letzten Aufnahmen gemacht.

Weiterführende Links:

Unterkunftsmöglichkeiten der Namibia Wildlife Resorts im Namib-Naukluft-Nationalpark (englisch)
Offizielle Website der Sossus Dune Lodge (englisch)