Stadtviertel Lapa in Rio de Janeiro, Brasilien

Mit seiner ungezwungenen Mischung aus Kunst, Kultur, Lifestyle und Party ist das Stadtviertel Lapa eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten von Rio de Janeiro und lockt Künstler, Kreative und Nachtschwärmer.

Zwischen der berühmten Copacabana und dem farbenfrohen Künstlerviertel Santa Teresa in den Hügeln von Rio de Janeiro liegt das Stadtviertel Lapa. Touristen und Einheimische besuchen das unkonventionelle Lapa vor allem aufgrund seines ausgelassenen Nachtlebens mit einer musikalischen Geräuschkulisse, der sich nach Sonnenuntergang niemand mehr entziehen kann.

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Tagsüber erfreut man sich an den historisch-architektonischen Sehenswürdigkeiten und lässt sich von der künstlerischen Atmosphäre inspirieren, die in den Hügeln Rios allgegenwärtig scheint.

Sehenswürdigkeiten von Lapa

Das umstrittene Design schied die Geister vor und nach der Entstehung der Neuen Kathedrale von Rio de Janeiro, Brasilien - © Publio Furbino / Shutterstock
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Die Copacabana war in den 1960er-Jahren in, heute findet man das authentische Rio in Lapa! Diese und ähnliche Aussagen trugen zur steigenden Beliebtheit des Nachtschwärmer-Viertels bei. Vintage-Läden, Antiquitätenhändler, Kunstgalerien und Cafés hinter verwitterten Fassaden, sowie eindrucksvolle Zeugnisse der Vergangenheit laden in Lapa zum Bummeln und Shoppen, Entdecken und Staunen ein.

Arcos da Lapa – Überbleibsel des Carioca Aquädukts

Die Bögen von Lapa in Rio de Janeiro, Brasilien, sind Teil der Strecke von der Altstadt nach Santa Teresa, auf der die leuchtend gelbe „Bonde“ fährt - © lazyllama / Shutterstock
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Schon von weitem springen jedem Besucher die schneeweißen Lapa-Bögen ins Auge, die mittlerweile zu einem Wahrzeichen von Rios Stadtteil Lapa geworden sind. Die markante Brücke ist 270 Meter lang und bis zu rund 17 Metern hoch.

Das attraktive Bauwerk ist ein populäres Denkmal aus der Kolonialzeit und Brücke für die leuchtend gelbe „Bonde“. Insgesamt 42 Bögen leiten die älteste Straßenbahn von Südamerika von der Altstadt von Rio de Janeiro bis in die Hügel des Künstlerviertels Santa Teresa.

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Um die Attraktivität des Carioca-Aquädukts an dieser Stelle noch zu erhöhen, wurden in den 1960er-Jahren sogar einige Häuser abgerissen. Nun haben sowohl das menschliche Auge als auch die Linsen der Kameras freie Sicht auf das beeindruckendste Aquädukt von Rio de Janeiro. In der Nacht formen sie eine einmalige Kulisse für Straßenlokale und Cocktailbars.

Schlechtes Wasser rund um Rio – die Geschichte des Carioca-Aquädukts

Die Tram ist abgesehen von Bussen das einzige öffentliche Verkehrsmittel, welches über das Carioca-Aquädukt nach Santa Teresa fährt, Rio, Brasilien - © lazyllama / Shutterstock
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Das Carioca Aquädukt zeugt von den hervorragenden Architektur- und Ingenieursleistungen des 18. Jahrhunderts. Die 17m hohe und 270m lange Brücke wurde während der Kolonialzeit errichtet, um die Metropole Brasiliens mit Trinkwasser aus dem Fluss Carioca zu versorgen.

In den Anfängen der Metropole bestand, wie heute immer noch große Teile Brasiliens, auch die Gegend um Rio aus Sümpfen mit schlechter Wasserqualität. Daher kam auch die Tupi-Bezeichnung „Tijuca“ für die Region um Rio, denn das bedeutet „schlechtes Wasser“. Trinkwasser musste mühsame von Hand herangeschafft werden und alle Versuche, Kanäle zu graben, schlugen fehl.

1706 gab man den schleppenden Kanal-Plan auf und verlängerte die Strecke vom heutigen Largo da Carioca bis ins Stadtzentrum über ein Aquädukt. Das erste Bauwerk war im Jahr 1723 fertiggestellt. Das Prinzip funktionierte bestens und wurde bald ausgebaut. Das Carioca-Aquädukt, das wir heute noch kennen, wurde 1750 eingeweiht.

Konzerthaus Sala Cecília Meireles

Das Konzerthaus von Lapa ist nach einer berühmten Pianistin benannt und liegt direkt an den beiden Hauptstraßen Mem de Sá und Riachuelo. Es wurde im späten 19. Jahrhundert als „Grand Hotel da Lapa“ errichtet und beherbergte zahlreiche Politiker und Großgrundbesitzer der Alten Republik Brasilien.

Zwischendurch ein Kino, wurde 1965 das Konzerthaus eröffnet. Heute ist das Sala Cecília Meireles für seine Kammermusik-Vorführungen bekannt und zählt in Bezug auf Akustik zu den besten Musiktheatern von Rio de Janeiro.

Passeio Publico

Der Passeio Publico entstand 1783 nach dem Vorbild des gleichnamigen Stadtparks in Lissabon und ist damit der älteste öffentliche Park Brasiliens und einer der ältesten auf dem amerikanischen Kontinent. Der französische (heute englische) Garten ersetzte damals eine schmutzige Lagune und trug somit wesentlich zur Steigerung der Attraktivität des neuen kolonialen Regierungssitzes bei.

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Noch heute wird der Garten durch ein eisernes Rokoko-Tor betreten, das mit den Bildnissen des ehemaligen portugiesischen Königspaares geschmückt ist. Springbrunnen, Pavillons, Bronzestatuen und Pyramiden aus Granit, geschaffen vom Meister Valentim, bilden den architektonischen Schmuck des lauschigen Parks.

Die bronzenen Statuen der Kaimane, Schildkröten und Reiher an den Brunnen waren die ersten, die in Rio gegossen wurden. Einige Gemälde, die einst die Pavillons schmückten, sind heute im Historischen Nationalmuseum und im Museu Nacional de Belas Artes zu bewundern.

Catedral Metropolitana

Die Catedral Metropolitana von Rio de Janeiro, Brasilien, fasst auf 8.000 Quadratmetern 20.000 Gläubige - © f11photo / Shutterstock
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Die gewaltige Catedral Metropolitana, die „Neue Kathedrale“ von Rio, wurde 1979 errichtet und ist mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Gläubigen nun die größte Kathedrale von Rio de Janeiro. Das umstrittene Design schied die Geister vor und nach der Entstehung der Kathedrale, doch vor allem von innen ist der 75m hohe Konus aus Stahl mit den riesigen Glasfenstern absolut atemberaubend!

Nightlife und Clubs in Lapa

Wenn die Sonne untergeht, beginnt das Leben in Lapa, heißt es. Und tatsächlich geht Lapa nicht schlafen, sondern wird bei Dunkelheit erst wach – und laut. In den unzähligen Restaurants, Cafés, Clubs und Bars tanzen, lachen und trinken die Gäste und vor den Lapa-Bögen treffen sich Jugendliche und Junggebliebene. Heiße Rhythmen von Samba, Bossa Nova, Choro und Forro füllen die Straßen und die teils historischen Fassaden erstrahlen im Scheinwerferlicht in verschiedensten Farben.

Zu den berühmtesten Locations in Lapa gehören:

  • die dreistöckige Bar Rio Scenarium mit Neonlichtern und großartiger Musik, in der man ohne Reservierung keinen Tisch ergattert
  • die Samba-Bar Carioca da Gema, berühmt für ihre regionale Carioca-Küche
  • Cosmopolita, bekannt für portugiesische Spezialitäten und außergewöhnliche Cocktail-Kreationen
  • Asa Branca, wo vor allem Fans der Forro-Musik richtig sind
  • wenn ihr das Tanzbein lieber zu elektronischer und rockiger Musik schwingt, solltet ihr im Progress oder Casting Flying Circus vorbeischauen

Ein Lokal ist fürs Feiern in Lapa übrigens nicht unbedingt notwendig. Für die eigene Party reichen einige Quadratmeter Straße, denn der nächste mobile Caipirinha-Stand ist nie weit entfernt!

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Weiterführende Links:

Offizielle Website des Konzerthauses von Lapa

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