Parque do Ibirapuera in São Paulo, Brasilien

Auch die Tierwelt im Ibirapuera-Park in Sao Paulo, Brasilien genießt die malerischen Abendstunden - © RosaMariaFiuzaSciulloFaria/Shutterstock
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Der Parque do Ibirapuera in São Paulo ist der beliebteste Park der Stadt. Auf seinem riesigen Areal bietet er Besuchern eine Vielzahl an Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten, darunter Grünflächen, Seen, Museen, ein Planetarium, Ausstellungen und Sportmöglichkeiten.

Der Parque do Ibirapuera ist die beliebteste und interessanteste Parkanlage der brasilianischen Millionenstadt São Paulo. Die riesige grüne Oase ist nach dem enormen Parque Anhanguera und dem nur etwas größeren Parque do Carmon der drittgrößte Park der Stadt und dient nicht nur der Entspannung und Erholung, sondern auch als kulturelles Zentrum von São Paulo.

BILDER: Parque do Ibirapuera in São Paulo

 

Der Parque do Ibirapuero wurde im Jahr 1954 zur 400-Jahr-Feier São Paulos gegründet und umfasst eine Fläche von gut 1,5 Quadratkilometer. Ibirapuera bedeutet so viel wie „verrottender Baum”, was auf die ehemalige Sumpflandschaft der Region hindeutet. Die Grünflächen im Parque do Ibirapuero wurden vom bekannten Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx gestaltet, der aus der Parkanlage ein botanisches Juwel mit den wichtigsten einheimischen Pflanzen Brasiliens schuf.

Blühende Vegetation im Ibirapuera-Park in Sao Paulo, Brasilien - © Ivan Pavlov / Shutterstock
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Zwischen den wunderschön angelegten Wiesen, Hainen und Wegen sorgen drei Seen mit einer Fläche von insgesamt 150.000m2 für ein angenehm erfrischendes Klima. Vor allem an den Wochenenden werden von brasilianischen Musikern häufig kostenlose Freiluftkonzerte veranstaltet.

Der Parque do Ibirapuero hat für die Bewohner von São Paulo, die „Paulistanos”, etwa dieselbe Bedeutung wie der Central Park für die New Yorker. Neben erholsamen Spaziergängen und Picknicks bietet der Parque do Ibirapuero auch umfassende Sportmöglichkeiten. Auf den idyllischen Wegen trifft man Jogger, Skater und Radfahrer, auf beleuchteten Plätzen wird Tennis, Fußball und Basketball gespielt, für die Kleinsten gibt es zwei Spielplätze, eine überdachte Halle schützt die Sportler und bis zu 20.000 Zuschauer vor Regen und im „Velódromo”-Parcours können Motorradrennen veranstaltet werden. Das ursprünglich gar nicht geplante und zuletzt eingeweihte Gebäude des Parque do Ibirapuero ist das Auditorium, in dem Orchesterdarbietungen besucht werden können.

Tipp: Wer den Parque do Ibirapuero durch den Eingang Nummer 7 betritt, kann die beiden einzigartigen Feigenbäume durchschreiten, deren knorrige Stämme zusammen gewachsen sind und quasi ein natürliches Tor in die Parkanlage bilden.

Highlights im Parque do Ibirapuero

Die Gebäude im Parque do Ibirapuero wurden zum Großteil von renommierten Architekten entworfen, allen voran vom berühmten Oscar Niemeyer, der schon beim Bau von Brasiliens Hauptstadt Brasilia eine wichtige Rolle spielte.

Museu de Arte Moderna (MAM)

Das Museum für Moderne Kunst im Parque do Ibirapuero befindet sich im Gebäude der „Grande Marquise”, welches von Oscar Niemeyer entworfen wurde. Es wurde als erstes Kunstmuseum Südamerikas nach dem Vorbild des Museum of Modern Art in New York geschaffen und beinhaltet über 4.000 Werke angesehener internationaler Künstler, darunter Pablo Picasso, Joan Miró, Marc Chagall, Mario Zanini, Anita Malfatti, José António da Silva und Aldo Bonadei. Rund um das Museum ist ein sehenswerter Skulpturengarten angelegt.

Monumento aos Bandeirantes (Denkmal der Bandeirantes)

Das Bandeirantes-Denkmal im Ibirapuera-Park in Sao Paulo, Brasilien erinnert an Expeditionen ins brasilianische Hinterland - © casadaphoto / Shutterstock
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Als „Bandeirantes” (von „bandeira” – „Flagge”) werden jene tapferen Männer bezeichnet, die ab dem 17. Jahrhundert aufbrachen, um auf der Suche nach Gold und Diamanten das Hinterland Brasiliens zu erforschen. Der italienisch-brasilianische Bildhauer Victor Brecheret hat den Expeditionsteilnehmern ein Denkmal direkt am Eingang des Parque do Ibirapuero gesetzt. Die Skulptur besteht aus 240 Granitblöcken, ist gewaltige 50m lang und 16m hoch und wiegt an die 12.000 Tonnen. Dargestellt sind Forscher verschiedenster Herkunft, von Portugal über Schwarzafrika bis hin zu Mamelucken und Indianern, die mühevoll versuchen, ein Kanu in den Fluss zu ziehen.

Planetário

Das Planetarium im Parque do Ibirapuero kann schon von weitem als solches identifiziert werden. Es ist wie eine fliegende Untertasse geformt und war das erste Planetarium der südlichen Hemisphäre. Es ist mit den modernsten technischen Geräten der Weltraumforschung ausgerüstet und bringt den Besuchern auf einer gewaltigen Kuppel mit 20 Metern Durchmesser die Sternenkonstellationen unseres Planeten näher.

Obelisk von São Paulo

Der 72m hohe Obelisk aus schneeweißem Marmor im Ibirapuera-Park in Sao Paulo, Brasilien - © gary yim / Shutterstock
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Der 72m hohe Obelisk, auch als „Obelisco do Ibirapuera” bekannt, ist das Symbol der Revolution im Jahr 1932 und das höchste Denkmal in São Paulo. Der italienisch-brasilianische Bildhauer Galileo Ugo Emendabili startete sein Kunstwerk aus schneeweißem Marmor im Jahr 1947 und arbeitete 23 Jahre an seiner Vollendung.

Pavilhão Japonês

Der japanische Pavillon im Parque do Ibirapuero wurde anlässlich der Einweihungsfeier der japanischen Delegation original aus Japan importiert. Die Replik des Katsura-Palastes in Kyoto schafft die perfekte Atmosphäre für authentische japanische Teezeremonien.

Springbrunnen

Der Springbrunnen im Ibirapuera-Park in Sao Paulo komponiert mit mehreren Fontänen eine rauschende Symphonie, Brasilien - © RosaMariaFiuzaSciulloFaria/Shutterstock
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Der monumentale Springbrunnen im Parque do Ibirapuero wurde nach seiner Renovierung zu einer eigenen Sehenswürdigkeit im Park. Im Sekundentakt schießen Wasserfontänen aus mehreren Düsen, die in verschiedenen Varianten kombiniert eine rauschende Symphonie zum Besten geben.

Cicillo Matarazzo Pavillon

In dem auch als „Palácio das Indústrias” („Industriepalast”) bezeichneten Pavillon sind das „Museu de Arte Contemporânea da Universidade de São Paulo” („Museum der zeitgenössischen Kunst der Universität von São Paulo”, kurz MAC) sowie Ausstellungs- und Veranstaltungsräumlichkeiten untergebracht. Der Cicillo Matarazzo Pavillon ist Schauplatz der Biennale von São Paulo, nach jener in Venedig die zweitälteste und -größte Kunstbiennale der Welt, und der halbjährlichen São Paulo Fashion Week.

Manoel da Nóbrega Pavillon

Der auch als „Palácio das Nações” („Palast der Nationen”) bekannte gewaltige Glaskomplex stammt von Oscar Niemeyer. Es fungierte bis 1992 als Rathaus von São Paulo und war Sitz des amtierenden Bürgermeisters. Heute beherbergt es das afrobrasilianische Museum von São Paulo.

Lucas Nogueira Garcez Pavillon

Das früher unter dem Namen „Palácio das Exposições” („Ausstellungspalast”) bekannte Gebäude wird heute oft schlicht und einfach als „oca” („Hütte”) bezeichnet. Der rundliche Pavillon beherbergt das Museu da Aeronáutica (“Flugzeugmuseum”) und das Museu do Folclore („Folklore-Museum”).

Tipp: Vor allem am Wochenende spielt sich das Leben der Paulistanos scheinbar im Parque do Ibirapuera ab. Von den 300.000 Menschen, die den Park wöchentlich besuchen, entfallen 200.000 auf das Wochenende und davon 120.000 auf den Sonntag. Wer den Parque do Ibirapuera möglichst für sich haben möchte, sollte seinen Besuch also an einen Wochentag legen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Parque do Ibirapuera (portugiesisch)
Offizielle Website des Museu de Arte Moderna (englisch)