Missionarsstation San Ignacio Míní, Argentinien

Ruinen der Missionarsstation San Ignacio Míní aus der Zeit der spanischen Kolonialherrschaft, Argentinien - © diegorayaces / Shutterstock
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San Ignacio Míní befindet sich im Nordosten Argentiniens in der Provinz Misiones und ist eine von ca. 30 Missionarsstationen des Jesuitenordens in der Region. Die beeindruckenden Überreste der gewaltigen Kirche und einiger anderer Gebäude ragen noch heute rot leuchtend aus dem argentinischen Dschungel.

San Ignacio Míní ist die Bezeichnung einer der etwa 30 Missionarsstationen, die zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft durch den Jesuitenorden am amerikanischen Kontinent errichtet wurden. Ihr Ziel war die Bekehrung des Volkes der Guaraní zum christlichen Glauben. Die Missionarsstation San Ignacio Míní wurde im Jahr 1696 im heutigen San Ignacio Tal in der Provinz Misiones im Südosten Argentiniens errichtet. Seit 1984 ist San Ignacio Míní gemeinsam mit den Missionarsstationen Santa Ana, Nuestra Senora de Loreto und Santa Maria La Mayor aufgrund ihrer beispielhaften Architektur und Struktur einer südamerikanischen Missionarsstation Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Gründung der Missionarsstation San Ignacio Míní

Die ursprüngliche Missionarsstation wurde bereits 1610 auf dem Staatsgebiet des heutigen Brasilien gegründet, wurde durch die häufigen Angriffe portugiesischer Sklavenhändler jedoch 1632 zur Verlegung gezwungen. Am heutigen Ort etwa 60km nördlich der Stadt Posadas ließ sich die San Ignacio Míní erst fast ein Jahrhundert später, im Jahr 1696 nieder.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Missionarsstation prächtig. Einerseits war es das Ziel der Missionare, die Ureinwohner zum Christentum zu führen, andererseits fungierten sie auch als ihre Beschützer vor dem Krieg und dem Sklavenhandel. Im 18. Jahrhundert lebten dort etwa 4.000 Menschen, die sich in der Handwerkskunst übten und auch ihre eigene Kultur lebten. Damit war es jedoch 1767 vorbei. Auf Befehl des spanischen Königs wurden die Jesuiten aus Amerika vertrieben und ein Jahr später wurde die San Ignacio Míní mit vielen anderen Missionarsstationen in der Umgebung zerstört und ihre Überreste dem Verfall preisgegeben.

San Ignacio Míní heute

Heute stehen nur noch die Ruinen der ehemaligen Bauwerke im Herzen des argentinischen Dschungels, diese sind jedoch nach wie vor imposant anzusehen. Die Überreste von San Ignacio Míní sind am besten von allen Missionarsstationen in Argentinien, Paraguay und Brasilien erhalten. Aufgrund ihrer relativ einfachen Erreichbarkeit sind sie auch die meist besuchten. 1940 wurden die verbliebenen Mauern restauriert und stellen mittlerweile ein beeindruckendes Monument vergangener Zeiten dar. Die Kunstfertigkeit der Jesuiten ist noch heute in den sorgfältig behauenen Mauern zu sehen. Weitere Restaurierungen sind geplant, nachdem die Dringlichkeit, dieses Denkmal zu bewahren, 1996 in der World Monuments Watch deklariert wurde.

Die Jahrhunderte überdauert haben die Ruinen eines Friedhofs, eines Klosters, einer Schule, mehrerer Portale, über 100 Wohnhäuser und einer gigantischen Barockkirche, die sich am Hauptplatz befand. Ihr gewaltiger Grundriss maß eine Länge von über 74 mal 24 Metern, die mächtigen Sandsteinmauern waren bis zu 2 Meter dick. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Kirche noch nicht verfallen und nach zwei Jahrhunderten noch zu besichtigen und zu betreten ist. Das damalige Leben in der Missionsstation ist in einem Museum über den Jesuitenorden dargestellt.

Übrigens: Der Film „Die Mission” von 1986 mit Jeremy Irons und Robert de Niro bezieht sich auf San Ignacio Mini.

Weitere Missionarsstationen

Von der Missionarsstation Santa Ana in der Sierra del Tape etwa 45km von Posadas und Santa Maria la Mayor ragen nur noch die Ruinen der Kirche über die Baumwipfel. Auch von den Wohnhäusern der Ureinwohner etwas mehr zu sehen ist in Nuestra Senora de Loreto, wo die Vegetation von den Ruinen nahezu entfernt wurde. Außerdem gibt es dort eine Druckerpresse zu bestaunen, mit der bereits im 18. Jahrhundert spirituelle Texte vervielfältigt wurden.

In Sao Miguel ist kein einziges Gebäude intakt geblieben, die Kirche wurde noch dazu von einem Feuer heimgesucht. Nach und nach erobert der Dschungel in Sao Miguel die Ruinen wieder zurück, nur einige Überreste des barocken Gotteshaus von 1750 und des Friedhofs sind noch zu sehen.