La Boca in Buenos Aires, Argentinien

Die typisch bunten Häuserfassaden in La Boca, Buenos Aires, Argentinien - © elxeneize / Fotolia
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La Boca ist wohl das bekannteste Stadtviertel der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Seine Sehenswürdigkeiten sind vor allem die Häuser aus buntem Schiffsblech und das Fußballstadion „La Bonbonera“, Wirkstätte des großen Stars Diego Maradona.

La Boca ist wohl das bekannteste der 48 Stadtviertel der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Wie der Name bereits sagt (Boca = Mündung) liegt La Boca im Osten von Buenos Aires an der Flussmündung des Riachuelo in den Río de al Plata.

La Boca etablierte sich Ende des 19. Jahrhunderts als Zusammenkunft italienischer Einwanderer der Arbeiterklasse, die zum Großteil aus der italienischen Hafenstadt Genua stammten und in der Industrie beschäftigt waren. 1882 versuchte die Bevölkerung sogar, sich von Argentinien loszusagen und die genuesische Flagge zu hissen, was vom damaligen argentinischen Präsidenten Julio Argentino Rona jedoch rasch unterbunden wurde.

Wirbelnde Tänzer und farbenfrohe Häuser

Wellblechfassade mit Fenster im Viertel La Boca in Buenos Aires, Argentinien - © ferretcloud / Fotolia
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Heute gilt La Boca als Geburtsstätte des Tangotanzes und ist vor allem durch seine außergewöhnlichen Wohnhäuser bekannt. Mangels Alternativen errichtete die Bevölkerung ihre Behausungen aus dem Blech von Schiffswracks, die teilweise die verschiedensten Farben bereits aufwiesen und teilweise noch mit farbenfrohem Schiffslack gestrichen wurden. So zeigen sich die Fassaden La Bocas als prächtiges Gemisch aus allen Farben des Regenbogens.

Die Tour durch La Boca beginnt am besten am Park Lezama und die Avenida Almirante Brown entlang. Vorbei an der Mural Escenográfico, einer Mauer mit Abbildungen von berühmten Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen geht es weiter zum Casa Amarilla („Gelbes Haus”), einer Nachbildung des imposanten Anwesens von Guillermo Brown, dem ersten Admiral der argentinischen Seemacht.

Wenn Sie von dieser Straße rechts in die Straße Brandsen einbiegen, gelangen Sie direkt zum Estadio Alberto J. Amando, besser bekannt als La Bombonera („Die Pralinenschachtel”). Hier ist deutlich zu sehen, dass die Farbenpracht der übrigen Stadt auch das hiesige Fußballstadion der Boca Juniors nicht verschont hat.

La Bombonera in Buenos Aires ist das berühmt-berüchtigte Heimstadion von Argentiniens erfolgreichem Fußballclub Boca Juniors - © Serjio74 / Shutterstock
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Das 60.000 Zuschauer fassende Stadion La Bombonera erstrahlt in leuchtendem Blau und Gelb, dem die heimische Fußballmannschaft auch seine Clubfarben verdankt. Nicht nur Fußballfans verspüren eine Gänsehaut wenn sie vor der „Heimat” des großen Stars Diego Maradona stehen und vielleicht auch eine Tour durch die Umkleidekabinen und auf das Spielfeld selbst in Anspruch nehmen. Über die Geschichte der Boca Juniors kann man sich im nahegelegenen Museo de la Pasión Boquens informieren.

Von dort Richtung Fluss weiter gelangt man auf die Hafenstraße, wo direkt von der „Flusskurve” eine kleine, auf der Karte unscheinbare Straße abzweigt. Die nur 100 Meter lange Straße hat den passenden Namen El Caminito („Kleine Straße”) und fungiert als Freiluftmuseum. Einheimische Künstler präsentieren ihre Werke lautstark an den Straßenrändern, was sich so richtig in die bunte Atmosphäre La Bocas einfügt.

Im Clara Chevalier Museum wird man von der Künstlerin selbst durch die Reihen ihrer Werke geführt und erfährt Details aus ihrem Leben und ihrer Kindheit inkl. einem Nachbau ihres Kinderzimmers und eines alten Badezimmers.

In einem der vielen italienischen Restaurants kann man sich von den anstrengenden Strapazen des quirligen La Boca erholen.

Achtung: Die Sicherheit in La Boca ist oft fragwürdig – verlässt man die angestammten Touristenpfade, kann dies zu ernsthaften Problemen führen. Also unbedingt darauf achten, nicht die falsche Straße zu überqueren und im Zweifel den Touristenstrom nicht verlassen! Wer dennoch auch die Seitengasse von La Boca erkunden will, sollte ständig auf der Hut sein. Belohnt wird diese Mutprobe mit äußerst freundlichen Lokalbesitzern, die jeden Touristen, der sich in ihre Gegend verirrt, herzlich willkommen heißen und zu Spottpreisen ausgezeichnet bewirten.

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