Fort Mirani bei Muscat, Oman

Die einst turmförmige Festung Mirani wurde im 16. Jahrhundert errichtet und thront heute im Westen der Bucht von Muscat, Oman © Philip Lange / Shutterstock

Das Fort Mirani im Hafen von Muscat gehört zu den berühmtesten Festungsanlagen im Oman. Die turmförmige Verteidigungsanlage, die heute nur noch von außen besichtigt werden kann, bietet


Die Festung Mirani ist eine von zwei Festungen, die die omanische Hauptstadt Muscat bewacht. Gemeinsam mit der Festung Jalali war sie einst Teil der Stadtmauer und thront heute noch am Golf von Oman über dem Hafen von Muscat.

Das einst turmförmige Fort Al-Mirani, auch unter den Namen Al Gharbiya oder Fort Capitan bekannt, wurde im 16. Jahrhundert gemeinsam mit der benachbarten Festung Jalali errichtet.

Bau der Festung Mirani

Im Jahr 1507 wurden Muscat und seine Festungen von den Portugiesen erobert und die Festung Mirani zerstört. Das heutige Bollwerk wurde von den Portugiesen auf den Grundmauern des alten Forts errichtet und um einiges großzügiger gestaltet. Nach mehreren Angriffen der Osmanen, die Muscat sogar kurzfristig einnahmen, war den Portugiesen klar, dass Muscat eine ordentliche Verteidigungsanlage benötigte und so stellten sie das Fort bis 1588 fertig. 

Die Festung Mirani ist eine von zwei Festungen, die die omanische Hauptstadt Muscat bewacht © FRASHO / franks-travelbox

Schon damals entstand die riesige Zisterne, die 300 Mann zwei Jahr lang mit Wasser versorgen konnte. Damit war der Hafen von Muscat so gut wie uneinnehmbar, denn von beiden Festungen gemeinsam konnte das gesamte offene Meer überwacht und beschossen werden.

Die drei Kanonen, die heute noch in einem Hinterhof der Festung Mirani stehen, kündeten früher das abendliche Schließen der Stadttore an und warnten Schiffe davor, unerlaubterweise bei Dunkelheit in den Hafen zu fahren.

Besichtigung des Forts

Im 17. Jahrhundert wurde die Festung vom Gouverneur von Muscat außerdem als Wohnsitz genutzt. Weitere Erweiterungen erfolgten im 18. Jahrhundert durch Imam Ahmed bin Said und im 19. Jahrhundert durch dessen Enkelsohn Sayyid Said bin Sultan.

Die Festung Mirani kann nur von außen besichtigt werden. Der Festungshügel im Westen der Bucht von Muscat ist über eine steinerne Treppe zu erreichen und bietet einen herrlichen Ausblick über den Hafen von Muscat, die Berge und die Stadt. Auch am Fuß des Hügels wurde eine Plattform errichtet, von wo aus Besucher einen schönen Blick auf die Festung haben.

Blaue Kuppeln und blaue Kacheln dominieren die Fassade der Al Khor Moschee von Muscat, die in starkem Kontrast zum graubraunen Fort Mirani dahinter stehen, Oman © Claudiovidri / Shutterstock

Legende

Der Legende zufolge konnte das Fort Mirani allerdings im Jahr 1649 durch eine List zurückerobert werden. Angeblich verliebte sich der portugiesische Hauptmann in die hübsche Tochter eines indischen Kaufmanns. Dieser verweigerte seiner hinduistischen Tochter die Heirat mit einem Europäer, woraufhin der Kommandant mit der Aufkündigung der Handelsverträge drohte.

So täuschte der indische Händler monatelang die Vorbereitungen für die Hochzeit vor und überzeugte inzwischen den Hauptmann, dass die Vorräte der Festung Mirani ausgetauscht werden müssten.

Als sowohl Wasser und Lebensmittel als auch Waffen und Pulver aus der Festung entfernt waren, verständigte der Hindu den Imam Sultan bin Saif, der das völlig wehrlose Fort nur noch für sich beanspruchen musste. Schon bald danach wurden die Portugiesen gänzlich aus Muscat vertrieben


Bücher:

Newsletter anmelden