Reise in Amerikas wilden Westen

Der Südwesten der Vereinigten Staaten von Amerika zählt zu den faszinierendsten Landstrichen der Welt - © elena_suvorova / stock.adobe.com
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Der Südwesten der Vereinigten Staaten von Amerika zählt zu den faszinierendsten Landstrichen der Welt. Wilde Küstenabschnitte, faszinierende Metropolen und atemberaubende Nationalparks machen die Region für viele zum Ziel ihrer Träume.

Ob „California Dreamin“, der „Grand Canyon State“ Arizona mit der Route 66, Utah samt seinen typischen roten Steinbögen im Arches-Nationalpark oder die Wüste Nevadas mit der berühmten „Sin City“ Las Vegas: Wir stellen ein paar spektakuläre Sehenswürdigkeiten vor, die auf keinen Fall auf einem Roadtrip durch den Südwesten fehlen sollten. Zudem haben wir den einen oder anderen Tipp zum Reisen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Reisevorbereitungen

Wer mit dem Gedanken spielt, die Westküste der USA zu bereisen, stellt sich in aller Regel zuerst die Grundsatzfrage: Individuell oder pauschal?

Für Pauschalreisen haben sich viele Veranstalter auf Touren in den genannten Bundesstaaten an der Westküste spezialisiert. Eine Möglichkeit wäre eine USA-Reise mit dem Bus. Somit entfällt die Reiseplanung und man genießt eine betreute Reise. Zudem erspart eine geführte Reise die lästige Qual der Wahl, welche Sehenswürdigkeiten aus Zeitmangel am besten übersprungen werden sollten.

Weitere Vorteile sind, dass man im Zweifelsfall kaum Sprachkenntnisse benötigt, da im Vorhinein schon vieles organsiert wird. Den Rest – genau wie eine Betreuung im Notfall – übernimmt ein geschulter Reiseleiter. Zudem sind organisierte Touren meistens preisgünstiger als ein eigenes Wohnmobil oder ein Auto zu mieten. Das trifft gerade für Alleinreisende zu, die bei einer Bustour noch dazu leichter andere Menschen kennenlernen. Die Ökobilanz spricht in Bezug auf Benzinverbrauch ebenfalls für den Pauschaltourismus. Sie fällt je nach Art der Reise ganz unterschiedlich aus.

Den Südwesten der USA auf eigene Faust erkunden

Für andere, die ihren Traum im „land of the free“ verwirklichen wollen, kommt das gar nicht erst in Frage. Wer also abenteuerlustig ist und auf eigene Faust die Nationalparks, Städte und Routen erkunden will, kann dies genauso tun. Die Infrastruktur in den USA ist sehr gut. Mit eigenem Camper, oder etwas billiger, mit Auto und Zelt, steht der Entdeckungsreise nichts mehr im Weg. Mit etwas Vorplanung der Routen ist das Unterfangen auch kein zielloses Umherfahren, sondern pures Abenteuer.

Der Vorteil des individuellen Reisens ist vor allem die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung. Wenn die Landschaft zum Verweilen einlädt, kann man dort auch mal zwei oder drei Tage bleiben. Umgekehrt muss auch niemand drei Stunden auf die zuvor festgelegte Abfahrt des Busses warten, wenn das angesteuerte Ausflugsziel langweilt. Zusammen im Bus mit fremden Menschen den Urlaub zu verbringen, ist auch nicht jedermanns Sache.

Außerdem steuern die meisten Pauschalanbieter zwar die bekannten Sehenswürdigkeiten, aber auch immer die zumeist überlaufenen „View Points“ an. Das Planen eigener Routen und das Gehen eigener Wege intensiviert das Urlaubserlebnis mit Sicherheit.

Der Südwesten der USA ist gespickt mit Ausflugszielen, die unvergessliche Erinnerungen versprechen - © gmstockstudio / stock.adobe.com
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Golden State – Highway One – Die Klassiker-Tour

Golden State ist der offizielle Beiname des US-Bundesstaates Kalifornien, der noch aus der Zeit des Goldrausches um 1850 herum stammt. Auch der Highway One (Pacific Coast Highway) von San Francisco nach Los Angeles ist jedem Amerikaliebhaber ein Begriff.

Der Highway One ist Amerikas längste Straße. Sie führt von Kanada bis nach Chile. Mit teils malerischen, teils wirklich beeindruckenden Ausblicken entlang der Pazifikküste verbindet die Straße die beiden Metropolen San Francisco und Los Angeles. In der letzten Zeit waren immer wieder Abschnitte des Highway One gesperrt. Aktuelle Verkehrsinformationen können jederzeit auf den Seiten der amerikanischen Verkehrsbehörde eingesehen werden.

Die Attraktionen entlang des Weges sind zahllos. Natürlich ist die Strecke von knapp 750 km auch in kurzen zehn bis elf Stunden machbar. Um aber die berühmte „Lone Cypress“ am 17-Mile-Drive in der Nähe Montereys, das Hearst Castle, das nördlich von San Francisco gelegene Weinbaugebiet Napa (bzw. Sonoma) oder die über 1000 Jahre alten Mammutbäume in den Muir Woods nicht zu verpassen, sollte eine Woche mehr eingeplant werden. Eine gute Karte und ein Reiseführer sind stets wertvolle Begleiter.

In der Nähe von Palm Springs locken imposante Halbwüsten, wo auch das berühmte Coachella Festival sowie der Joshua Tree National Park beheimatet sind. Das Death Valley genau wie der Yosemite (Kaliforniens berühmtester Nationalpark) mit seinen spektakulären Hochgebirgslandschaften in der Sierra Nevada sind ebenfalls allseits beliebte Ziele auf dem Weg nach Los Angeles.

Kalifornien wartet gemeinsam mit Alaska mit den meisten Nationalparks des Landes auf. Von Los Angeles aus sind diese sehr gut zu erreichen.

Tipp: Wer neben dem Klassiker Yosemite auch weitere Parks wie Joshua Tree, Sequoia oder Kings Canyon besichtigen möchte, spart Geld, wenn er am ersten zu besichtigenden Park den „America the Beautiful Pass“erwirbt.

Americas Biggest Play Ground – Las Vegas in Nevada

Auch die „Sin City“ Las Vegas ist von Los Angeles aus gut zu erreichen. Der Abstecher ist aufgrund des Gegensatzes zwischen unberührter Natur und schillernder Welt der Casinos durchaus lohnend. Man muss es schon mit eigenen Augen gesehen haben, um zu glauben, dass inmitten von Sand und Staub eine glitzernde Millionenmetropole aus dem Boden der Mojave-Wüste gestampft wurde.

Nicht nur die Casinos – das ganze Flair dieser skurrilen Stadt samt Wedding-Chapels, den regelmäßigen Shows von Britney Spears und den ehemaligen von Siegfried & Roy, sind wirklich einzigartig. Auch hier lohnt ein Blick in einen Reiseführer, der zeigt, wo die besten Highlights der Stadt zu finden sind.

Etwa 80 km nordöstlich von Las Vegas liegt der Valley of Fire State Park. Die roten Sandsteinformationen, die seinen Namen prägen, entstanden vor rund 150 Millionen Jahren aus umherwandernden Dünen. Nur etwas über 100 km weiter wartet die Staatsgrenze nach Arizona, wo weitere Sehenswürdigkeiten zu finden sind.

Die „Sin City“ Las Vegas in der Mojave-Wüste ist von Los Angeles aus gut zu erreichen, USA - © f11photo / stock.adobe.com
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Grand Canyon State – Arizona

Mit Stolz führt Arizona den Titel „Grand Canyon State“. Schließlich zählt der knapp 450km lange Grand Canyon, den der Colorado River in Millionen von Jahren in das Sandgestein gegraben hat, auch zu den berühmtesten Naturwundern unserer Erde. Über fünf Millionen Besucher erweisen dem Nationalpark jedes Jahr die Ehre. Er gehört zum Pflichtprogramm im Südwesten der USA.

An manchen Tagen lohnt es sich aufgrund der Besucherzahlen wirklich, schon früh morgens unterwegs zu sein. Schließlich scharen sich die Leute spätestens zur Mittagszeit am berüchtigten South Rim, der mit zu den spektakulärsten Orten im Grand Canyon zählt. Er besticht durch seine eindrucksvollen Felsabstürze und den allseits bekannten Blick weit hinunter bis zum Colorado River. Entlang des South Rims liegen 13 verschiedene Aussichtspunkte, an denen man kurz mit dem Auto halten und den Anblick genießen kann.

Tipp: Für alle USA-Reisende, die mehr Zeit haben, lohnt sich die Tour mit dem eigenen Wagen bis zum North Rim. Die Luftlinie beträgt zwar nur knapp 15 km, die Fahrt mit dem Auto aber gute fünf Stunden durch den Kaibab National Forest. Natur pur ist garantiert.

The Beehive State – Utah

Der „Beehive State“ – Beehive als die englische Bezeichnung für einen Bienenstock – ist das Symbol der hier in Utah ansässigen Religionsgemeinschaft der Mormonen. Die Dichte der in Utah gelegenen Nationalparks, National Monuments, Stateparks sowie National Recreation Areas sucht selbst in den USA ihresgleichen. Utah wird deswegen auch als Land der Naturwunder bezeichnet.

Besonders beeindruckend sind die filigranen Felsbögen des Arches National Parks und die Hoodoos (durch den Wind geformte Kalksteinsäulen) im Bryce Canyon. Aber auch die weniger bekannten Nationalparks Zion, Capitol Reefs und Canyonlands sind in jedem Fall eine Reise wert.

Fazit

Der Südwesten der USA ist gespickt mit Ausflugszielen, die unvergessliche Erinnerungen versprechen. Weil Interessen und verfügbare Zeit stark variieren können ist es schwierig, hier eine vorgefertigte Route anzubieten. Die Bundesländer – ausgehend von Kalifornien – in der genannten Reihenfolge abzufahren, hat sich aber als sehr praktikabel erwiesen.

In Kalifornien sind vor allem die Muir Woods nördlich von San Francisco und der Joshua Tree National Park sehenswert. In Nevada ist es das weltweit einzigartige Las Vegas. In Arizona kommt man am Grand Canyon einfach nicht vorbei und in Utah beeindrucken vor allem der Bryce Canyon sowie der Zion National Park nachhaltig. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Am besten nimmt man sich ganz viel Zeit für die Reise in den Wilden Westen.