Grand Canyon in Arizona, USA

Sonnenaufgang über dem Grand Canyon, USA - © Frédéric Prochasson / Fotolia
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Der Grand Canyon ist wohl eine der bekanntesten Attraktionen der USA. Eine Erkundung zu Fuß, per Hubschrauber oder mit einer Bootstour garantiert atemberaubende Eindrücke und Gänsehaut-Feeling.

Der Grand Canyon und der dazugehörige Nationalpark im amerikanischen Bundesstaat Arizona ist wohl eine der bekanntesten und atemberaubendsten Sehenswürdigkeiten in den Vereinigten Staaten und zählt seit 1979 zu den UNESCO Weltnaturerbestätten. Entstanden im Laufe von Jahrmillionen, in denen sich der Colorado River (ehemals Grand River) seinen Weg durch das Colorade Plateau bahnte, ist der Grand Canyon heute gigantische 450km lang, knappe 2km tief und bis zu 30km breit. Der Anblick der kolossalen Schlucht lässt jedes bekannte Gefühl für Dimensionen vergessen.

Erkundet werden kann der Grand Canyon auf drei Routen: dem South Rim, dem North Rim und dem Inner Canyon.

Spektakulära Tier- und Pflanzenwelt des Grand Canyon

Aufgrund der großen Höhenunterschiede gibt es innerhalb des Nationalparks mehrere Vegetationszonen und eine dementsprechend artenreiche Flora und Fauna. In den Fluss-, Ufer-, Plateau- und Wüstenzonen zählte man bis zu 1.500 Pflanzen- und 350 Vogelarten. Darüber hinaus bevölkern den Nationalpark zahlreiche Raubtiere, wie Pumas, Kojoten und Luchse, die Beutetieren wie zum Beispiel dem Dickhornschaf und einer Vielzahl kleinerer Nager nachstellen, Otter, Biber, Fische, Amphibien und Reptilien. Auch Schwarzbären und Wapiti-Hirsche gehören zu den tierischen Bewohnern des Grand Canyon Nationalparks. Der beinahe ausgestorbene Kalifornien-Kondor wurde Ende der 80er-Jahre erfolgreich wieder angesiedelt. Auf über 2.500m Höhe wächst Nadelwald, am Rand der Schlucht gibt es Mischwald und Grasflächen und in der Schlucht selbst gedeihen nur mehr Kakteen und Sträucher.

Erkundung des Grand Canyon

Um möglichst viele und verschiedene Impressionen des Grand Canyon einzufangen, sind enorme Wege zurückzulegen. Mit dem Auto ist es teilweise noch mühsamer als zu Fuß, da es keine Brücken über den Canyon gibt. Ausgangspunkte für Wanderungen und Touren am Rand der Schlucht sind das südlich gelegene Grand Canyon Village und der nördlich gelegene Bright Angel Point, wo die dort gelegenen Visitor Centers Informationen über die besten Plätze bereitstellen. Beliebte Ausflugsziele sind der Aussichtspunkt „Desert View” 42km östlich des Grand Canyon Village, das „Angel’s Window” am Cape Royal, dem südlichsten Aussichtspunkt des North Rim, die vom South Rim aus zu Fuß zu erreichende Indianersiedlung Supai im Canyon sowie der 2007 eröffnete Skywalk am South Rim. Hier haben schwindelfreie Besucher die Möglichkeit, auf einer 22m langen Glasplattform scheinbar schwerelos über dem Grand Canyon zu schweben. Diese Attraktion ist knappe 400km vom Grand Canyon Village entfernt und liegt bereits außerhalb des Nationalparks.

Abendstimmung im Grand Canyon Nationalpark, USA - © Andy / Fotolia
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Zu Luft, zu Land und zu Wasser

Wem das „Abklappern” der unzähligen Aussichtspunkte am Rand der Schlucht zu viel Zeit in Anspruch nimmt, kann die Schlucht auch per Hubschrauber oder in ein- bis mehrtägigen Bootstouren erkunden. Obwohl der Colorado River im Grand Canyon für Rafting und Wildwasserkanus als schwieriger Fluss bekannt ist, hält er auch lange Strecken an ruhigen Wassers bereit. Den Ruf des gefährlichen Wildbaches verdankt er hauptsächlich der Vergangenheit, als der Wasserstand noch nicht durch den Hoover Dam und Glen Canyon Dam reguliert wurde und auch die Ausrüstung der Wildwasser-Sportler noch nicht so weit entwickelt war wie heute. So gibt es zum Beispiel auf der am häufigsten befahrenen 3-Tages-Strecke zwischen Lee’s Ferry und Diamond Creek nur 31 „offizielle” Stromschnellen laut der amerikanischen Wildwasser-Organisation American Whitewater. Damit ist auf jeden Fall für jeden Grad der Abenteuerlust ein geeigneter Flussabschnitt dabei.

Sportbegeisterte können auch eine Wanderung in oder durch den Canyon wagen. Tagestouren gibt es jede Menge. Einige der bekanntesten Wege sind der South Kaibab Trail vom South Rim zum Colorado River hinunter oder der Bright Angel Trail vom North Rim den Bright Angel Creek entlang und wieder zum South Rim empor. Wer sich über den Rand der Schlucht und bis zum Fluss hinunterwagt durchquert mit den 1.400 Höhenmetern eine Gänsehaut verursachende Spanne von 5 Klimazonen und 1,7 Milliarden Jahren Erdgeschichte.

Für Übernachtungen innerhalb des Canyons benötigt man die Erlaubnis der Park Ranger, die vier Monate im Voraus beantragt werden kann und es gelten strenge Verhaltensregeln im Canyon, deren Einhaltung auch überwacht wird.

Achtung: Immer wieder müssen sich selbst überschätzende oder unzureichend ausgerüstete Wanderer und Kletterer in waghalsigen Rettungsaktionen aus aussichtslosen Situationen im Grand Canyon befreit werden. Für die mögliche Hitze selbst bei mäßigen Temperaturen außerhalb der Schlucht genügend Trinkwasser mitnehmen und niemals allein in den Canyon hinabsteigen!

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des National Park Service mit Straßenkarten und wichtigen Reiseinfos (englisch)