Kloster Voroneț, Rumänien

Das Kloster Voroneț im gleichnamigen Dorf im Norden Rumäniens beherbergt die wohl prächtigste Kirche aller bemalten Moldauklöster der Bukowina - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Kloster Voroneț im gleichnamigen Dorf beherbergt die wohl prächtigste Kirche aller bemalten Moldauklöster der Bukowina. Auf Basis des berühmten Voroneț-Blaus fielen die fantastischen mittelalterlichen Fresken besonders farbenprächtig und detailreich aus.

Das Kloster Voroneț im gleichnamigen Dorf im Norden Rumäniens beherbergt innerhalb seiner Klostermauern die Kirche des Heiligen Georg, die auch als „Sixtinische Kapelle des Ostens“ bezeichnet wird. Gemeinsam mit einigen anderen Moldauklöstern der Bukowina wurde sie aufgrund ihrer fantastischen Bemalung 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Hinter dem Kloster von Voroneț gelten noch die Malereien der Klöster von Arbore, Moldovița und Sucevița als die schönsten aller Moldauklöster.

BILDER: Kloster von Voroneț

Entstehung des Klosters von Voroneț

Das Kloster von Voroneț wurde von Mai bis September 1488 in der Rekordzeit von drei Monaten und 21 Tagen unter der Herrschaft von Stefan dem Großen errichtet. Seinen aufwändigen Fassadenschmuck erhielt es jedoch erst 1534-1535 unter dem Fürsten Petru Rares, Sohn von Stefan dem Großen. Damals war es bei den Moldauklöstern Brauch der Mönche, die Außenmauern der Kirche mit sprechenden Malereien zu versehen, um auch dem analphabetischen Volk die Geschichten der Bibel näher zu bringen.

Der Bischof Grigore Roscas, der damals die Aufsicht über die Entstehung der Malereien am Kloster Voroneț über hatte, liegt heute noch im Kloster begraben, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Besuch des Voroneț-Klosters

Die Ortschaft Voroneț liegt im Norden von Rumänien 5km von der Stadt Gura Humorului entfernt (wo sich das Moldaukloster Humor befindet) und ist für sein berühmtes Kloster weithin bekannt. Nicht nur, weil die Kirche als einzige der historischen Klosterbauten noch erhalten ist, sondern vor allem wegen seiner farbenprächtigen Außenmauern.

Fresken der „Sixtinischen Kapelle des Ostens”

Besonders berühmt ist die Darstellung des Jüngsten Gerichts, die die gesamte West-Fassade des Voroneț-Klosters einnimmt, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Besonders berühmt ist die Darstellung des Jüngsten Gerichts, die die gesamte fensterlose West-Fassade des Voroneț-Klosters einnimmt. Von oben bis unten reichen fünf Bilderreihen von Gott mit seinen Engeln über Jesus Christus und den Heiligen Geist als weiße Taube mit Adam und Eva bis zur Waage, die die Menschen in Gut und Böse teilt und die Hölle mit dem Teufel, in die sich der markante leuchtend rote Feuerstrom ergießt. Auf der Südseite rechts neben dem Eingang ist unter dem Fenster die so genannte Fürbitten-Gruppe mit Jesus Christus, der Mutter Maria und Johannes dem Täufer zu sehen.

Auf der Südseite rechts neben dem Eingang beeindruckt der farbenprächtige „Stammbaum Jesses“ mit dem berühmten „Blau von Voroneț“, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Rechts daneben beeindruckt der besonders detailreiche „Stammbaum Jesses“. Hier ist das berühmte „Blau von Voroneț“ besonders gut zu sehen, welches einst aus gemahlenem Azurit hergestellt wurde (und nicht aus Lapislazuli, wie manchmal zu lesen ist) und heute bis über die Landesgrenzen bekannt ist. Weiter im Osten sind Apostel, Heilige und Märtyrer mit der Heiligen Maria und dem Jesuskind abgebildet. Auch die Apsis ist mit Heiligenbildern regelrecht übersät. Unter den Figuren aus der Bibel finden sich auch Philosophen der Antike, wie zum Beispiel Platon, Sokrates oder Aristoteles. Auffällig sind auch die beiden großen Figuren gleich links neben der Eingangstür.

Fassaden-Malerei von Bischof Grigore Roscas und dem Einsiedler Daniil Sihastru, die bis heute im Kloster Voroneț begraben liegen, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Sie zeigen den Bischof Grigore Roscas, der damals die Aufsicht über die Entstehung der Malereien über hatte, und den Einsiedler Daniil Sihastru mit Heiligenschein, der der Legende nach Stefan dem Großen seinen Sieg gegen die Türken vorausgesagt hatte, aufgrund dessen die Moldauklöster errichtet worden waren. Beide Männer liegen bis heute im Kloster begraben.

An der Nordseite, die durch die Witterung am stärksten von allen verblichen ist, sind Adam und Eva im Paradies auszumachen. Um ausreichend Platz für die herrlichen Malereien zu lassen, sind die gotischen Fenster sehr klein ausgefallen und lassen auch nur wenig Tageslicht in den Innenraum der Kirche, was eine ganz besondere, mystische Stimmung erzeugt.

Die herrlichen Fresken am Kloster Voronet setzen sich auch im Inneren der Kirche fort und sind bis heute erstaunlich gut erhalten, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die herrlichen Fresken am Kloster Voronet setzen sich auch im Inneren der Kirche fort und sind (aufgrund einer teils bis heute ungeklärten Farbrezeptur) bis heute erstaunlich gut erhalten. Innerhalb des Turms befindet sich die berühmte moldauische Kuppel, deren Bemalung ebenfalls noch gut sichtbar ist.

Das Kloster war bis 1786 von Mönchen bewohnt, wurde jedoch von der damals österreichischen Regierung der Bukowina aufgelassen. Erst 1989 zog wieder Leben ins berühmte Voroneț-Kloster ein.